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WALZENHAUSEN: 60 Jahre voller Höhen und Tiefen

Am 6. April feierten der ehemalige Landammann Hans Ueli Hohl und seine Frau Greti die Diamantene Hochzeit. Die Jubilare bestätigen: Gegensätze ziehen sich an.
Isabelle Kürsteiner
Greti und Hans Ueli Hohl sind seit 60 Jahren verheiratet. Sie blicken auf ein hochinteressantes Leben zurück. (Bild: Isabelle Kürsteiner)

Greti und Hans Ueli Hohl sind seit 60 Jahren verheiratet. Sie blicken auf ein hochinteressantes Leben zurück. (Bild: Isabelle Kürsteiner)

Isabelle Kürsteiner

redaktion@appenzellerzeitung.ch

«Wenn ich Zeit hätte, würde ich ein Buch über unser Leben schreiben», weiss Greti Hohl zu berichten. Ihr Mann, Hans Ueli, winkt ab. «Ich habe keine Lust dazu.» So verschieden sind die beiden nicht nur in Sachen Buch. Doch die Ehe hielt schon 60 Jahre lang. «Das darf man ruhig wissen und darüber schreiben», ist die Walzenhauserin überzeugt. «So wenig als möglich schreiben», beschwichtigt ihr Ehemann. «Es würde wohl mehr als nur ein Buch füllen. Wir haben vieles erlebt, Höhen und Tiefen. Manchmal dachte ich, dass ich nie mehr lachen könnte», erinnert sich die Jubilarin. «Gerade damals, als unser viertes Kind, ein Büblein, bald nach der Geburt starb. Drei weitere ‹Zugaben› nahmen wir darnach dankbaren Herzens an.»

Auslandsaufenthalt im Belgisch-Kongo

Hans Ueli Hohl absolvierte bei der Just Schweiz AG die kaufmännische Lehre. Nach dem Militärdienst 1952 bewarb er sich bei der Helvetia Versicherungsgesellschaft als Buchhalter im Belgisch-Kongo. Beim Heimurlaub nach drei Jahren ging es 1956 ins «Weisse Rössli» nach Staad. Dort tanzte er – der glückliche Zufall wollte es so – mit der Arbonerin Greti Schneider. «Er sprach nichts und tanzte schlecht. Damit er etwas sagte, erklärte ich ihm, dass ich nun mit meiner Lambretta weiterfahren würde zum Quai von Rorschach», erzählt Greti Hohl. Dabei leuchten und blitzen ihre wachen Augen. In Rorschach erwartete sie dann bereits der «Walzenhauser». Auf ein erstes Rendez-vous folgte knapp ein Jahr später die Hochzeit. Sie habe «en Guete» geheiratet, sagt sie. Und er antwortet: «So, willst du mich hochmütig machen?» Die Antwort: «Ich habe es nie bereut und würde dich gleich wieder nehmen!» Nur 14 Tage nach der Vermählung folgte der Flug nach Belgisch-Kongo. «Da wurde viel geweint, vor allem von meiner Mutter.» «Selbstverständlich gehörte zum Gepäck auch meine Handor­- gel. Doch die Lederriemen des ­Instrumentes verschimmelten schnell bei 70 Prozent Luftfeuchtigkeit.»

Nach der Geburt der ersten beiden Kinder, anno 1960, brachen Unruhen aus. «Es war nicht lustig, als mich Hans Ueli deswegen das Pistolenschiessen lehrte.» Die Flucht von Mutter und Kindern zurück in die Heimat drängte sich auf. Demzufolge musste das Ehepaar ein Jahr lang getrennt leben. 1961 folgte der Gatte nach. Er arbeitete dann am Hauptsitz der Helvetia in St. Gallen. Fünf Jahre später hiess es wieder packen. Da wurde für sieben Jahre Paris ihr Zuhause.

Politische Karriere bis zum Landammann

1972 zurück in der Schweiz – immer bei der Helvetia – begann ein neuer Abschnitt: Die politische Laufbahn des Mannes als Gemeinderat in Walzenhausen, Kantonsrat und Regierungsrat. Als Regierungsrat war Hans Ueli Hohl zweimal Landammann. In dieser Funktion leitete er 1989 die Landsgemeinde in Hundwil, wo die Abstimmung über das Frauenstimmrecht positiv ausfiel. Unter anderem galt es, den Kanton zu vertreten. Oft mit dabei war auch Greti Hohl: «Wir haben verrücktes Zeug erlebt. Zu einem Diplomaten-Neujahrsempfang waren wir in Bern eingeladen. Da musste ich mir dort noch einen langen Rock und Stöcklischuhe kaufen. Mein Mann hat einen Smoking, der immer noch auf eine weitere Nutzung wartet. Mit wenigen Ausnahmen war ich immer dabei.» «Rückblickend kam nie Langweile auf», stellt Hans Ueli Hohl fest. «Mein Leben verlief im 7-Jahres- Rhythmus. Wir beide hatten oft verschiedene Meinungen, doch in einem Punkt waren wir uns immer einig: In der Kindererziehung. Was die Mutter anordnete, wurde vom Vater unterstützt.» Neben Repräsentationspflichten als Frau eines Politikers gab Greti Hohl Flötenunterricht und bereitete damals gerne den Mittagstisch für Heidler Schüler und die eigenen. Dazu kamen in schöner Regelmässigkeit die Grosskinder. «Aber das allein gäbe vieles zu schreiben.» So setzte sich dieses Leben fort, auch nachdem ihr Haus im Oktober 1977 niederbrannte.

Heute gehen sie abends nicht mehr gerne aus. Einzig er besucht noch hin und wieder Versammlungen der Lesegesellschaft Lachen. Beide lieben es am Mittag das «Klassiktelefon» am Radio zu hören. Greti Hohl hört speziell gerne Orgelmusik. Was sie besonders freut, sind die täglichen Spaziergänge durch den nahen Wald.

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