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WALDSTATT: Zukunft der Poststelle interessiert

Auf der Traktandenliste der öffentlichen Versammlung standen der Voranschlag 2018, die Erweiterung der Abwasserreinigungsanlage und die Zukunft der Postversorgung. Letztere mobilisierte viel Publikum.
Karin Erni
René Wildhaber, Regionalleiter der Post, erläuterte die Möglichkeiten der künftigen Postversorgung in Waldstatt. (Bild: Karin Erni)

René Wildhaber, Regionalleiter der Post, erläuterte die Möglichkeiten der künftigen Postversorgung in Waldstatt. (Bild: Karin Erni)

Karin Erni

karin.erni@appenzellerzeitung.ch

Über 70 Interessierte waren am Mittwochabend zur öffentlichen Versammlung im Gemeindesaal Waldstatt erschienen. Auf der Traktandenliste standen der Voranschlag 2018, die Erweiterung der Abwasserreinigungsanlage ARA und die Zukunft der Postversorgung von Waldstatt. Doch gerade zu letztem Thema war wenig Konkretes zu erfahren. Fünf Auskunftspersonen der Post waren angereist, um zu informieren und die Fragen des Publikums zu beantworten. Regionalleiter René Wildhaber erklärte, die Nutzung der Poststelle Waldstatt bewege sich auf einem relativ tiefen Niveau, weshalb sie nicht wirtschaftlich betrieben werden könne. Eine Lösung dränge sich auf. Es gebe zwei Möglichkeiten: die Schaffung einer Postagentur oder die Einführung der Hauszustellung. Letztere habe den Vorteil, dass Bargeldeinzahlungen beim Pöstler möglich seien. Dies sei bei einer Postagentur nicht möglich, dafür biete diese längere Öffnungszeiten und stärke die Infrastruktur der Standortgemeinde, so Wildhaber.

Als Partner für eine Postagentur komme grundsätzlich jede juristische Person in Frage, die über den entsprechenden Platz verfüge. «Erfahrungsgemäss sind die Synergien mit einem Geschäft, das Artikel des täglichen Bedarfs anbietet am grössten.» Als Zeithorizont für die Umstellung nannte Wildhaber Ende 2020. Aus dem Publikum kam die Frage, ob und wie der Bahnbillettverkauf betroffen sei, der bis heute von der im Bahnhofsgebäude eingemieteten Post ausgeübt worden sei. Dieser sei ohnehin stark rückläufig gewesen, entgegnete Wildhaber. Mit den Appenzeller Bahnen habe man noch keinen Kontakt gehabt. Den von der Poststellenschliessung betroffenen Mitarbeitern werde postintern ein neues Stelleangebot unterbreitet, sagte Wildhaber auf eine entsprechende Frage aus dem Saal.

Aktueller Trend und Voranschlag 2018

Gemeindepräsident Andreas Gantenbein gab zu Beginn des Abends einen Trend für die laufende Rechnung 2017 bekannt. Die Grosswetterlage sei sehr gut und ein Besserabschluss gegenüber dem Budget sehr wahrscheinlich. Die Gründe dafür liegen bei einem höheren Steuerertrag, Mehreinnahmen bei den Handänderungssteuern wegen der Überbauung Leuewies, Rückzahlungen von Sozialhilfebezügen und zusätzlichen Einnahmen bei der Militärunterkunft. Im Gegenzug fallen die Schul- und Pflegefinanzierungskosten tiefer aus. «Das strukturelle Defizit sollte behoben sein», sagte Gantenbein. Der Gemeinderat werde aber am Sparkurs festhalten, um die Verschuldung weiter zu reduzieren oder Investitionen in die Zukunft zu tätigen.

Der Voranschlag 2018 rechnet mit einem Gewinn von 290 785 Franken bei Einnahmen von knapp 9,5 Millionen und Ausgaben von knapp 9,2 Millionen Franken. Der Steuerfuss verbleibt bei 4,5 Einheiten. Im Investitionsbudget 2018 sind Ausgaben von total gut einer Million Franken vorgesehen. Die grösste Position mit Nettoausgaben von 850000 Franken betrifft den Ausbau der ARA.

ARA wird grösser und sicherer

Die 1975 erstellte ARA Waldstatt wurde im Jahr 1995 erstmals ausgebaut. Wegen des Bevölkerungswachstums sei sie in Spitzenzeiten überfordert und müsse erweitert werden, erklärte Fabian Reutlinger von der Firma Hunziker Betatech AG, die mit der Planung der Erweiterung der Kläranlage beauftragt ist. Neu erhält diese zwei Klärstrassen, was die Sicherheit beim Unterhalt oder bei einer Panne erhöht. Auf dem jetzigen Grüngutplatz entsteht ein neues grosses Nachklärbecken. Der Bau soll im Herbst 2018 starten und per Ende 2019 abgeschlossen sein. Auch zur ARA gab es Fragen aus dem Pu-blikum. So wollte jemand wissen, ob die Anlage irgendwann auch für die Entfernung von Mikroverunreinigungen aufgerüstet werden müsse. «Solches sei nur vorgesehen für grössere Anlagen wie Herisau oder St. Gallen», antworte Reutlinger. Eventuell werde das Abwasser aus Waldstadt in fernerer Zukunft nach Herisau geführt. Mit dem Jahr 2030 sei bewusst ein kurzer Ausbauhorizont gewählt worden.

Über den Voranschlag 2018 und den Kredit für die ARA-Erweiterung werden die Stimmbürger von Waldstatt am 26. November abstimmen.

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