WALDSTATT: Heimelige Beiz anvisiert

Das ehemalige Restaurant Schäfli im Dorfzentrum wird abgerissen. Ob ein gutbürgerliches Restaurant oder lediglich Wohnraum entsteht, entscheidet sich demnächst.

Bruno Eisenhut
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Einst eine Beiz, jetzt Sitz der Gemeindeverwaltung und künftig vielleicht ein heimeliges Restaurant: das «Schäfli» in Waldstatt. (Bild: Bruno Eisenhut)

Einst eine Beiz, jetzt Sitz der Gemeindeverwaltung und künftig vielleicht ein heimeliges Restaurant: das «Schäfli» in Waldstatt. (Bild: Bruno Eisenhut)

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bruno.eisenhut

@appenzellerzeitung.ch

Im Dorfzentrum von Waldstatt fehle es an einem gutbürgerlichen Restaurant, «wo man im kleinen Rahmen oder als Gesellschaft etwas essen kann», sagt der einheimische Ernst Bischofberger. Kurzerhand hat er deshalb vor einiger Zeit das ehemalige Restaurant Schäfli gekauft und möchte an dessen Stelle ein neues Objekt mit einem ebensolchen Restaurant erstellen. «In den umliegenden Gemeinden hat es solche Restaurants, hier nicht», schaut Bischofberger über die Gemeindegrenze hinaus. Bis die Bagger auffahren, dauert es aber noch ein paar Monate. Derzeit dient der Altbau der Waldstätter Gemeindeverwaltung. Bis zur Eröffnung des im Bau stehenden Gemeindehauses ist diese im «Schäfli» einquartiert.

Auch wenn Ernst Bischofberger primär ein geselliges Restaurant für Waldstatt anstrebt, so fix der Abbruch des «Schäflis», so ungewiss ist derzeit die spätere Nutzung. Schon seit er im Besitz der Liegenschaft ist, steht er in engem Kontakt mit einem stark interessierten Pächterpaar. «Dieses klärt momentan ab, ob es das neue Restaurant betreiben könnte», so der Einheimische. Vorausschauend hat er beim Baubewilligungsantrag ein Restaurationsbetrieb angekündigt. Bis Ende Mai wird entschieden, ob nebst Wohnungen in den oberen Stockwerken auch ein Gastrobetrieb gebaut wird. «Entscheidet sich das interessierte Paar gegen ein Restaurant, wird aus dem Objekt reiner Wohnraum», schildert der ehemalige Assekuranz-Direktor die Optionen.

Appenzeller Stil – aber in Moderne

Seit dem Kauf der Liegenschaft steht Ernst Bischofberger in einvernehmlichen Kontakt mit dem Ausserrhoder Denkmalpfleger. Dass das «Schäfli» innerhalb der Ortsbildschutzzone stehe, mache die Planung nicht einfacher. Zwar strebe er ein Haus im Appenzeller Stil an, die Fenster müssten aber grösser sein. «Licht soll in das Haus gelangen.»

Nebst dem fehlenden gemütlichen Speiserestaurant weiss Ernst Bischofberger von einem weiteren Bedürfnis. Die Waldstätter Gewerbeindustrie vermisse Übernachtungsmöglichkeiten mit heutigem Standard. Solche würden von den verschiedensten Firmen für temporär anwesende Spezialisten benötigt. Bei der Planung des neuen Objekts auf der Liegenschaft Schäfli fliesst auch diese Überlegung ein.