Waldstatt
Die aufstrebende Gemeinde erhält einen modernen Bahnhof

Nach fast dreimonatiger Bauzeit konnte dieser Tage der sanierte Bahnhof Waldstatt der Öffentlichkeit übergeben werden. Auf eine Einweihungsfeier wird coronabedingt verzichtet.

Karin Erni
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Gemeindepräsident Andreas Gantenbein, AB-Direktor Thomas Baumgartner und Projektleiter Richard Signer freuen sich über den gelungenen Umbau.

Gemeindepräsident Andreas Gantenbein, AB-Direktor Thomas Baumgartner und Projektleiter Richard Signer freuen sich über den gelungenen Umbau.

Bild: Karin Erni

Bei schönstem Sonnenschein konnten die Appenzeller Bahnen (AB) am Donnerstagmorgen den frisch umgebauten Bahnhof Waldstatt den Medien vorstellen. AB-Direktor Thomas Baumgartner freute sich über einen weiteren Schritt in die Zukunft der Appenzeller Bahnen. Nach der Inbetriebnahme des neuen Rollmaterials erfolgte kontinuierlich eine Erneuerung der Strecke und der Stationen. 14 Bahnhöfe sind bereits umgebaut. Im nächsten Jahr sollen Herisau, Gontenbad, Schwende und Wasserauen folgen.

Mehr Komfort und Sicherheit

Gemäss Thomas Baumgartner nützen 300 bis 400 Personen den Bahnhof Waldstatt pro Tag. Ihnen stellte er ab 11. Dezember eine umsteigefreie Verbindung von Gossau bis nach Bern in Aussicht. Der 1925 erbaute Bahnhof ist nun technisch auf dem neusten Stand. Er verfügt über richtungsgetrennte Fahrbahnen und behindertengerechte Perrons, mit Überkopfanzeigen der Destination und Echtzeitinformationen. Auch in die Beleuchtung und Signalisation wurde investiert. Die Kosten belaufen sich auf 3 Millionen Franken. Auf ein Einweihungsfest des Bahnhofs wird coronabedingt verzichtet.

Streckensperrung wurde mehrfach genutzt

Projektleiter Richard Signer berichtete von den Bauarbeiten, die am 7. September mit diversen Vorarbeiten starteten. Ab 19. Oktober war die Strecke komplett gesperrt und es verkehrte ein Bahnersatzbus. Während dieser Zeit sei im Zweischichtbetrieb gearbeitet worden. Es wurden die Gleisanlagen und die Fahrleitungen ersetzt. Dank Wetterglück konnte die Strecke am 10. November bereits wieder in Betrieb genommen werden. Einzig ausstehend seien noch die Umgebungs- und Fertigstellungsarbeiten.

Letzte Arbeiten werden derzeit am Bahnhof Waldstatt noch ausgeführt.

Letzte Arbeiten werden derzeit am Bahnhof Waldstatt noch ausgeführt.

Bild: Karin Erni

Thomas Baumgartner ergänzte, dass die Zeit der Streckensperrung für weitere Projekte wie die Erneuerung der Gleisanlagen in Herisau-Wilen, die Verbesserung des Bahnübergangs Industriestrasse in Herisau und den Neubau der Weichenanlage im Sulzbrunnen genutzt worden sei.

Hoher Nutzen für Gemeinde

Gemeindepräsident Andreas Gantenbein freute sich ebenfalls über den gelungenen Umbau. «Waldstatt verfügt über 1800 Einwohner und 1000 Arbeitsplätze, was zu einigem Pendelverkehr führt.» Weil es noch länger dauere mit der Umfahrung Herisau, sei eine gute Zugverbindung umso wichtiger. Waldstatt sei früher ein Kurort gewesen, so Gantenbein. «Das ist leider nicht mehr so. Aber der Emma-Kunz-Pfad und der neue Holzweg dürften für zusätzlichen Ausflugsverkehr sorgen.»