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WALDSTATT: Dem Dorf auf den Zahn gefühlt

Dieses Jahr wird Gidio Hosestoss zum 108. Mal zu Grabe getragen. Der Oberstufenschüler Silvio Kolb hält die Trauerrede. Zu diesem Zweck hat er im Dorf besonders gut hingehört.
Simon Roth
Silvio Kolb ist der diesjährige Gidiopfarrer in Waldstatt. (Bild: Simon Roth)

Silvio Kolb ist der diesjährige Gidiopfarrer in Waldstatt. (Bild: Simon Roth)

Simon Roth

simon.roth@appenzellerzeitung.ch

Silvio Kolb ist eine grosse Aufgabe anvertraut worden. Der 14-jährige Oberstufenschüler hält dieses Jahr die Trauerrede auf den verstorbenen Gidio Hosestoss. Am Aschermittwoch wird jener zu Grabe getragen. Während im Kantonshauptort Herisau der ehrenwerte Mitbürger jedes Jahr den gleichen Tod durchlebt – er erstickt an einem gestohlenen Leckerli –, bestimmt in der Nachbargemeinde Waldstatt der Gidiopfarrer die Todesursache. Dieses Jahr, so sagen es die Archivbücher, wird Eulalia Fadehäx zum 108. Mal Witwerin.

Für diese Aufgabe hat sich der Sekundarschüler freiwillig gemeldet. Er weiss um die Ehre des Amtes und ist die Aufgabe deshalb mit dem ihr gebührenden Anteil Respekt angegangen. «Der Gidio-Umzug ist ein schöner Anlass», sagt Silvio Kolb. Zwar sei er sich am Anfang unsicher gewesen, ob er der Aufgabe gewachsen ist, hat sich aber dennoch dafür entschieden, weil er gerne organisiert.

Inhalt der Rede bleibt geheim

Der Inhalt von Silvio Kolbs Rede bleibt bis Mittwoch geheim. Nur sein engster Kreis, der ihn beim Schreiben der drei A4-Seiten umfassenden Predigt unterstützt hat, weiss mehr. Traditionell beinhaltet diese einen Abriss von Gidios Leben sowie seine Todesursache. Die Themen stammen meist aus dem Verlauf des vergangenen Jahres. «Es ist wichtig, die Ereignisse im Dorf mitzuverfolgen», sagt Silvio Kolb. Er habe die Geschehnisse deshalb besonders gut beobachtet.

Doch nicht nur die Rede, die bewusst humoristisch gehalten sein soll, ist Aufgabe des Gidiopfarrers, auch die Organisation des Umzugs liegt in seinen Händen. Silvio Kolb ist dankbar für die Unterstützung aus seiner Klasse. Einige Aufgaben konnte er abgeben. «Ich musste nur ab und zu nachfragen, wie der Stand der Dinge ist.» Besonders freuen ihn die vielen Anmeldungen an Sujetwagen. Aktuell sind es zwölf, die am Umzug neben der Gugge mitmachen. Sie erhalten für ihre Teilnahme Preise, die durch Sponsoren finanziert werden. Viele Telefonate hat Silvio Kolb geführt und eine grosse Anzahl E-Mails und Briefe verschickt, um Spenden einzuholen. «Jetzt weiss ich, welcher Aufwand für einen Dorfanlass nötig ist.»

Gidiopfarrer darf auf Unterstützung zählen

Bei seiner verantwortungsvollen Arbeit war Silvio Kolb nie alleine. Die Gidio-Ordner dokumentieren den Anlass seit den 80er-Jahren. Dort sind Checklisten, Kontaktadressen und die vergangenen Trauerreden zu finden. Silvio Kolbs Vorgänger Chris River hat die Dokumente digitalisiert. Diese sind nun elektronisch verfügbar. Er war es auch, den Silvio Kolb einige Male um Rat bitten konnte. Auch andere Personen seien ihm hilfsbereit zur Seite gestanden. «Der ganze Anlass entsteht durch Teamwork.»

Für seine Nachfolge ist Silvio Kolb fündig geworden. Dieser rät er, früh mit der Planung zu beginnen, und sich Hilfe zu holen, wenn man ansteht. «Der Zeitaufwand ist nicht zu unterschätzen», sagt der Oberstufenschüler. Trotzdem würde er das Amt jederzeit wieder übernehmen. Jetzt muss er aber noch an seiner Rede feilen und diese einstudieren.

Gidio-Umzug

Mittwoch, 14. Februar, 13.30 Uhr, Schulhausplatz Waldstatt

Funkensonntag

Sonntag, 18. Februar, 18.30 Uhr, Abmarsch beim MZG Parkplatz

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