Waldheim mit höheren Aufwänden

WALZENHAUSEN. Die Stiftung Waldheim präsentiert ihre Zahlen für das Jahr 2013. Über das Ergebnis herrscht Zufriedenheit. Ein Erfolg konnte mit der Auszeichnung als bester Arbeitgeber gefeiert werden. Das aktuelle Geschäftsjahr wird wohl weniger positiv ausfallen.

Carmen Bauer
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Der Jahresbericht der Stiftung Waldheim enthält auch die Jahresrechnung für das Geschäftsjahr 2013. (Bild: cba)

Der Jahresbericht der Stiftung Waldheim enthält auch die Jahresrechnung für das Geschäftsjahr 2013. (Bild: cba)

Jeweils im Herbst präsentiert die Stiftung Waldheim ihre Geschäftszahlen. In den sechs Wohnheimen erhalten 185 Bewohner mit körperlicher oder geistiger Behinderung eine Rundumbetreuung.

Mehr Erträge und Aufwände

Die finanzielle Bilanz des Geschäftsjahrs 2013 fällt positiv aus. Das Jahresergebnis beträgt 8022 Franken, etwas weniger als 2012. Gründe sind gestiegene Aufwände im Bereich URE Gebäude (Unterhalt, Reparatur, Einrichtungen). Im Wohnheim Bellevue seien grössere Umbauten vorgenommen worden, erklärt Dorji Tsering, der Geschäftsleiter der Stiftung Waldheim. Das Lichtkonzept sei auf LED umgestellt, die Fensterfront und der Eingangsbereich isoliert worden. Somit sei das Wohnheim Bellevue energieeffizienter geworden. Dadurch könne man in den folgenden Jahren Energiekosten einsparen. Die Unterhaltsarbeiten liessen die Aufwände im Bereich URE Gebäude um 368 241 Franken steigen, auf insgesamt 1 304 959 Franken. Eine signifikante Änderung im Vergleich zum Jahr 2012 gibt es auch bei der Öffentlichkeitsarbeit. Die Ausgaben für diese sind um 252 711 Franken gesunken. Grund ist das Jubiläumsjahr, welches mit verschiedenen Aktivitäten und Anlässen gefeiert wurde. Die Feierlichkeiten des 60-Jahr-Jubiläums fanden zwar alle 2013 statt. Die meisten Ausgaben seien jedoch bei den Vorbereitungen im Jahr 2012 angefallen, erklärt Tsering.

«Sonne» verbraucht Ressourcen

Mit einem weniger positiven, finanziellen Ergebnis rechnet Dorji Tsering für das Geschäftsjahr 2014. Grund ist der Neubau Wohnheim Sonne. Der Spatenstich zu diesem erfolgte im Februar 2014. Folglich fallen die meisten Ausgaben für das neue Wohnheim im aktuellen Geschäftsjahr an. Ende 2014 würden die Baufonds (9,7 Millionen Franken) grösstenteils aufgebraucht sein. Die Entnahme von Geld aus zweckgebundenen Baufonds wird in der Betriebsrechnung aufgeführt und sich deshalb im Betriebsgewinn bemerkbar machen. Zusätzlich seien Hypotheken aufgenommen worden, um das Wohnheim zu finanzieren, erklärt Dorji Tsering. Die Hypothekardarlehen vermindern den Gewinn der Stiftung zwar nicht direkt, erhöhen jedoch die Verschuldung.

Bester Arbeitgeber national

Entstehen wird aus dem Geld das Wohnheim Sonne, das Platz für 64 Bewohner und rund 80 Mitarbeiter bieten wird. Insgesamt beschäftigt die Stiftung mehr als 250 Personen. Nach eigenen Angaben ist die Stiftung bemüht, den Arbeitnehmern ein attraktives Berufsumfeld zu bieten. Weiterbildungen, Ausbildungsplätze, ein jährlicher Mitarbeitertag sollen unter anderem dazu beitragen. Das Engagement scheint sich gelohnt zu haben. Die Stiftung Waldheim wurde im April mit dem Preis für den besten Arbeitgeber im Gesundheits- und Sozialwesen ausgezeichnet. Verliehen wurde der Preis durch «Great Place to Work Schweiz». Das internationale Forschungs- und Beratungsinstitut befragte dafür die Mitarbeitenden zu 34 Themen. Im Geschäftsbericht schreibt Dorji Tsering dazu: «Diese Auszeichnung freut uns umso mehr, als die Ergebnisse auf Aussagen der Mitarbeitenden beruht.»

Die detaillierte Betriebsrechung und Bilanz auf: www.stiftung-waldheim.ch