WALD-SCHÖNENGRUND: Neue Werkstätten in der Landscheide

Das Wohnheim Landscheide erhält neue Arbeitsplätze und helle Räume. Mit einer kleinen Feier sowie freier Besichtigung der Wohn- und Arbeitsbereiche wurde das Werkstattgebäude eingeweiht.

Andy Lehmann
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Valentin Beck arbeitet im Werkstättenbereich Papier und fertigt Karten an der Prägemaschine. (Bild: Andy Lehmann)

Valentin Beck arbeitet im Werkstättenbereich Papier und fertigt Karten an der Prägemaschine. (Bild: Andy Lehmann)

«Man spürt die grosse Offenheit der Bewohner und des Personals hier im Wohnheim Landscheide.Ebenso offen und hell gestalten sich die neu erstellten Werkstätten mit Ausblick Richtung St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden», sagte die Präsidentin der Gemeinde Neckertal, Vreni Wild-Huber. Sie sei erfreut über den gelungenen Neubau. Es sei nicht selbstverständlich, dass so grosse Projekte in unseren Gefilden verwirklicht würden, so Wild.

Am Samstagnachmittag wurde nach zwei Jahren Bauzeit der neue Gebäudekomplex mit Werkstätten eingeweiht. Der Tag der offenen Tür bot vielen Interessierten und Gästen Einblick in die verschiedenen Arbeits- und Wohnbereiche für Menschen mit einer Behinderung in der Landscheide Wald-Schönengrund. Im Zuge des Neubaus entstand aus dem ehemaligen Werkstattgebäude ein weiterer Wohnbereich.

Der dreistöckige Werkstättenkomplex wurde in die Arbeitsbereiche Papier, Holz, Seide und Textil aufgeteilt. In der Werkstätte Landscheide werden 48 betreute Arbeitsplätze in sechs verschiedenen Arbeits- und Beschäftigungsgruppen angeboten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fertigen Handsiebdruck- und Prägekarten an. Aus einheimischen Hölzern entstehen somit diverse Produkte sowie Dekorationsartikel. In der Arbeitsgruppe Seide und Keramik entstehen beispielsweise Seidenmalkarten und Keramikprodukte mit der japanischen Rakkutechnik. Auf Handwebstühlen werden unter anderem Hand-, Bade- und Gästetücher hergestellt.

Viele Möglichkeiten im neuen Gebäude

Der Heimleiter Christian Gertsch zeigte sich erfreut, dass mit den neuen Werkstätten weitere Arbeitsplätze entstanden seien. Das Gebäude verfüge nebst diversen Arbeitsbereichen über Ess- und Ruheräume. Endlich gebe es Pikettzimmer, so dass niemand mehr im Sitzungszimmer schlafen müsse, so Gertsch. Im Anschluss stellte er die beiden Architekten Roman Loretan und Andreas Schelling sowie den für das Baumanagement verantwortlichen Karl Peter Trunz vor und überreichte ihnen zum Dank je ein kleines Präsent.

Einer, der die gesamte Bauphase genau mitverfolgt hatte, war Ives Hotz. Er ist Bewohner in der Wohngruppe Rote Zora und arbeitet im Holzbereich der Landscheide. Zusammen mit Remo Eisenlohr, er ist Betreuer, stellte Ives Hotz die Bauzeit aus seiner Sicht mittels selbstgemachter Bilder in einer Powerpoint-Präsentation vor. Der junge Mann hatte täglich Fotos von der Baustelle gemacht und alles dokumentiert. Nach der kurzen Einweihungsfeier konnten die Besucherinnen und Besucher die verschiedenen Räumlichkeiten im Wohn- sowie Arbeitsbereich besichtigen. Und den Nachmittag in der Cafeteria oder mit einem Besuch im neuen Landscheide-Shop ausklingen lassen.