WALD: Nebel um Personelles lichtet sich

Fünf Sitze im Gemeinderat werden per Ende Mai 2018 frei. An der Orientierungsversammlung vom Donnerstag kündigten drei Personen ihre Kandidatur an. Für Diskussionen sorgte ein geplanter Einlenker.

Mea Mc Ghee
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Rechts unterhalb der Kirche Wald sollen zwei Bauparzellen und ein bestehendes Gebäude eine Zufahrt erhalten. (Bild: Urs Jaudas)

Rechts unterhalb der Kirche Wald sollen zwei Bauparzellen und ein bestehendes Gebäude eine Zufahrt erhalten. (Bild: Urs Jaudas)

Mea Mc Ghee

mea.mcghee@appenzellerzeitung.ch

Die Situation ist aussergewöhnlich. In Wald muss per Ende Mai 2018 Ersatz für fünf von sieben Gemeinderäten gefunden werden. Vor rund einer Woche zeigte sich Gemeindepräsidentin Edith Beeler in einem Bericht in dieser Zeitung optimistisch, an der Orientierungsversammlung zwei Kandidaten präsentieren zu ­können. Tatsächlich gaben am Donnerstag zwei Personen ihre Kandidatur bekannt: Enza Welz und Thomas Fry. Nach der letzten Versammlung sei ihr klar geworden, sie müsse kandidieren, so Welz. Die vierfache Mutter wohnt seit 20 Jahren in Wald. Und Fry sagte, er wolle sich in den Dienst der Gemeinde stellen. Überrascht waren die knapp 70 Versammlungsteilnehmer, als sich Thomas Stahr erhob und sagte, er werde kan­didieren. Er lebe zwar erst seit sieben Monaten in Wald, bringe jedoch die Erfahrung als Mitglied der GPK Gais mit.

Die Personalsituation bewegt die Gemüter im Dorf. Die Emotionen waren an der Versammlung spürbar. Mehrere Teilnehmer ergriffen das Wort, blieben aber stets fair.

Auch für die Ergänzungswahl in die GPK gibt es einen Kandidaten: Bruno Mathis, einst während sechs Jahren Wäldler Gemeinderat, stellt sich der Herausforderung.

Voranschlag und zwei Sachgeschäfte

Eugen Koller präsentierte den angepassten Voranschlag 2018. Im September stellte man eine Version vor, die einen Aufwandüberschuss von rund 60 000 Franken aufwies. Aufgrund eingegangener Nachträge lege man nun ein ausgeglichenes Budget mit einem unveränderten Steuerfuss von 4,1 Einheiten vor. In der Erfolgsrechnung wird bei einem Aufwand von gut 4,91 Millionen Franken ein Ertragsüberschuss von 36 100 Franken erwartet. Ein grosser Brocken, aber finanziell machbar, seien die rund 4,5 Millionen, die in den nächsten Jahren im Dorfzentrum investiert werden müssen. Dennoch sei eine Steuererhöhung nicht auszuschliessen.

Roland Lüthy, Geschäftsleitung der Firma Nänny + Partner AG, Speicher, stellte das Projekt Anschluss an den Abwasserverband Altenrhein vor. Die Kläranlage Trogen-Wald soll ihren Betrieb einstellen, stattdessen würde das Abwasser künftig durch eine 1200 Meter lange Leitung via Chastenloch und Lobenschwendi Richtung Altenrhein geführt. Der Kostenanteil für Wald beträgt 1,1 Millionen Franken. Lüthy informierte über den Ablauf des Bauvorhabens. Die Inbetriebnahme könnte im Herbst 2020 erfolgen.

Zur Teilzonenplanänderung Oberdorf, die Gemeinderat Helmut Westermann vorstellte, gab es keine Diskussionen. Er betonte, die Quellen in besagtem Gebiet blieben in der neuen Grünzone Freihaltung geschützt.

Die Strünke gefällter Bäume bei der Kirche sind Hinweis auf den vorgesehenen Einlenker ­zwischen Kirche und Pfarrhaus. Gemeinderat Martin Roth berichtete über den Planungsstand. Man wolle zwei Bauparzellen sowie ein Haus erschliessen. Weil Mehrverkehr generiert werde, sei die Strassenbaupolizei involviert. Mit einer Landschaftsarchitektin und der Denkmalpflege wurde ein Projekt erarbeitet, das der Verkehrssicherheit gerecht wird, aber auch Parkplätze und einen Begegnungsort umfasst. Der Gemeinderat werde demnächst einen Beschluss fassen, so Roth. Es gab kritische Voten.

Hinweis

Die Abstimmung über den Voranschlag 2018, die Teilzonenplanänderung Oberdorf, das Projekt AVA Altenrhein sowie die Ergänzungswahl in die GPK findet am 26. November statt.