Wald diskutiert sein Zentrum

WALD. Der Gemeinderat Wald muss wissen, was die Bürger sich für die Zentrumsüberbauung wünschen, sonst droht eine weitere Niederlage an der Urne. Eines ist nun sicher: Die Tiefgarage braucht es.

Timo Züst
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Eine klare Mehrheit sprach sich für die Variante aus, das Projekt mit Tiefgarage aber günstiger zu planen. (Bild: tz)

Eine klare Mehrheit sprach sich für die Variante aus, das Projekt mit Tiefgarage aber günstiger zu planen. (Bild: tz)

Der Gemeinderat Wald wollte gestern abend ein Stimmungsbild seiner Gemeindemitglieder abholen – Anhaltspunkte für das weitere Vorgehen bei der Ausarbeitung eines überarbeiteten Projekts für die Zentrumsüberbauung. Nachdem der Planungskredit für das ursprüngliche Projekt «GENS» am 7. April an der Urne mit 172 zu 155 Stimmen abgelehnt wurde, fragte der Gemeinderat die anwesenden Bürger an einer öffentlichen Versammlung vom 14. Mai, ob mit der Planung in ähnlichem Rahmen weitergemacht oder das Projekt vollständig gestoppt werden soll. Damals wünschte eine deutliche Mehrheit der Anwesenden die Weiterführung von «GENS». Der Gemeinderat verstand dies als Aufforderung und fragte nun gestern: «Was soll am Projekt geändert werden?»

Gemeinderat wird unterstützt

Der Abend war klar strukturiert. Zum zweiten Mal wurde die Versammlung vom Teufner Stefan Tittmann moderiert und lief trotz einzelnen Unterbrüchen mehrheitlich reibungslos ab. Auf der Vorderseite eines bereitliegenden A4-Papiers waren sechs Haltungen des Gemeinderates zu lesen. Diese waren vorgängig auch im Gemeindeblatt «Wanze» publiziert worden. In Diskussionsgruppen diskutierten die anwesenden Bürger die Punkte mit jeweils einem Mitglied des Gemeinderates und taten anschliessend in kurzen Abstimmungen kund, ob sie der Haltung des Rates zustimmen. Diese Stimmungsbilder fielen unterschiedlich aus – mal deutlich, mal ausgeglichen. Zum ersten Punkt, dass der Gemeinderat noch immer vom Projekt überzeugt sei, wurden die Anwesenden gar zweimal befragt. Fiel das Resultat erst noch nicht sehr deutlich aus, war dem Rat bei der nächsten Befragung die Unterstützung der Anwesenden sicher: 21 Ja- standen 13-Nein-Stimmen und fünf Enthaltungen gegenüber.

Mit Tiefgarage aber günstiger

Im zweiten Teil des Abends war die Rückseite des Papiers Thema. Darauf gab es drei Varianten von «GENS» zu sehen: Projekt ohne Tiefgarage, mit Tiefgarage aber massiven Einsparungen oder eine Tiefgarage an einem anderen Ort. Erst wurde in drei Gruppen über die Vor- und Nachteile der einzelnen Versionen debattiert, und danach dem Plenum präsentiert. Schliesslich kam es zur Abstimmung – die Anwesenden konnten ihre Meinung erneut mit runden Klebern kundtun. Doch statt drei, standen plötzlich vier Varianten zur Auswahl. Ein Bürger schrieb auf eine Flipchart-Tafel: «Kein Projekt – Sanierung!» Gemeint ist damit, sich auf die Sanierung des in die Jahre gekommenen Gemeindehauses zu beschränken. Auch diese Möglichkeit – obwohl später aufgestellt und nicht präsentiert – fand mehrere Anhänger. Die Mehrheit der Versammlung sprach sich aber deutlich für die zweite, vom Gemeinderat vorgeschlagene Variante aus. Das letzte Wort hatte Gemeindepräsident Jakob Egli: Alle genannten Argumente seien gehört worden und würden in die Gemeinderatssitzung im August einfliessen. Wie es konkret weitergeht, geschweige denn, wie die nächste Abstimmung aussehen wird, vermochte er nicht zu sagen.