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Wahrung des «guten Tons»

Brosmete
Peter Abegglen

In Zeiten wie diesen scheint im Umgang miteinander «der gute Ton», also Respekt und Anstand, nicht mehr zu den erstrebenswerten Tugenden zu zählen. Die Haltung «Ich will es jetzt!» und «Ich will alles!» oder «Ich will es nur so!» scheint Mainstream zu sein. Sogar Leute in führenden Positionen stellen Forderungen auf diese Weise und behaupten dabei allen Ernstes, es sei eine Unterstellung, ihnen Respektlosigkeit oder mangelnden Anstand vorzuwerfen. Es gehe einzig und allein darum, zu sagen, was Sache sei, und zwar deutsch und deutlich, ohne Firlefanz. Die vielen «Daumen hoch» in den Kommentarspalten zeigen, dass dieser Umgangston eine grosse Gefolgschaft findet.

Das ist die eine Seite. Die andere sind Berichte und Aufsätze, wie Kindern so alltägliche Dinge (wieder) beigebracht werden sollen wie «Danke» oder «Bitte» zu sagen. Elternratgeber sind voll davon. Auch hier gibt es Kommentare mit Ratschlägen von «selbst Vorbild sein» über «das kommt schon von selber» bis zum «Chlapf aufs Füdli».

Auch unsere Enkelkinder haben dann und wann einen Wunsch und bringen uns zum Staunen, wie sie zum Ziel kommen. So fragte Grosi die eine Enkelin kürzlich beim Einkaufen: «Möchtest du ein Schokobrötli?» Sie bejahte, bedankte sich und fragte gleich darauf: «Müssen wir heute nicht noch Rivella kaufen?» Ausweichend das Grosi: «Ja schon, aber ich mag heute nicht so schwer tragen. Oder möchtest du jetzt eines?» Ein anderes Mal sassen wir Erwachsenen nach dem Mittagessen beim Kaffee. Kommt der Fünfjährige, schmiegt sich an seine Mutter und sagt gerade so laut, dass es alle und nicht nur seine Mutter hört: «Mami, ich frage mich, ob es heute Nachtisch gibt.»

Zur Wahrung «des guten Tons» habe ich mir nur gedacht und nicht etwa laut gesagt: «Öberschnorret!»

Peter Abegglen

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