Wahlkampf in Speicher

Im Gegensatz zu anderen Gemeinden findet in Speicher ein reger Wahlkampf statt: Für Kantonsrat, Gemeinderat und Geschäftsprüfungskommission gibt es mehr Kandidaten als Sitze.

Johannes Wey
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Maya Boppart ist neben Samuel Lanker eine der neuen Kandidierenden für den Gemeinderat. (Bild: jw)

Maya Boppart ist neben Samuel Lanker eine der neuen Kandidierenden für den Gemeinderat. (Bild: jw)

speicher. Thomas Klingele, der Moderator der Volksversammlung, betonte die komfortable Situation der Speicherer Stimmbürger: «In anderen Gemeinden gibt es zu wenige Kandidaten, wir haben den Luxus der Auswahl», sagte er mit Blick auf die insgesamt 21 Kandidaten, die sich für eines der 16 Ämter bewerben. Die Bürger schienen sich dieses Luxus' bewusst zu sein und erschienen am Montag zahlreich im Buchensaal. Um alle Kandidaten zu Wort kommen zu lassen, wurde die Redezeit für die Vorstellung auf drei Minuten beschränkt. Zu Beginn ging es um die vier Kantonsratssitze mit Ivo Müller (SP) als einzigem Bisherigen. Nicht mehr antreten werden Ulrich Seger (FDP), Heidi Wüthrich (PU, FDP-Fraktion) und Adrian Künzli (PU).

SP will einen zweiten Sitz

Markus Zeller, Kandidat der SVP, sprach als erster Neubewerber. Als Mitglied des Leitungsausschusses der SVP AR habe er die Arbeit des Kantonsrates bereits kennengelernt, sagte der Hauswart. Zeller wird vom Bürgerlichen Komitee Speicher und dem Landwirtschaftlichen Verein unterstützt. Die FDP schickt als Nachfolger von Ulrich Seger den Unternehmensberater Jean Claude Kleiner ins Rennen, der vom Handwerker- und Gewerbeverband unterstützt wird. Eines seiner Ziele sei es, der Stagnation bei den Einwohnerzahlen entgegenzuwirken. Die SP will mit Judith Egger einen zweiten Sitz erobern. Die freiberufliche Erwachsenenbildnerin, die 10 Jahre lang Präsidentin der SP Speicher war, ist heute im Vorstand der SP AR aktiv.

Gymnasiastin im Kantonsrat?

Die 18jährige Gymnasiastin Anna Eugster will für Standpunkt Speicher in den Kantonsrat. «Ich finde, dass alle Altersgruppen im Kantonsrat vertreten sein sollen», begründete sie ihre Kandidatur. Und der frühpensionierte Bankfachexperte Jürg Zürcher will in den Rat, «weil die FDP nur einen Kandidaten aufgestellt hat». Er wolle sich in der Steuerpolitik engagieren.

Boppart sieht sich als Bisherige

Für den Gemeinderat stellen sich sieben Bisherige und zwei Neue zur Wahl. Maya Boppart (SP), seit 7 Jahren Schulpräsidentin, tritt an, da das Ressort Schule neu von einem Gemeinderatsmitglied geleitet wird. «Ich sehe mich als Bisherige», sagt sie deshalb. Boppart wird von Pro Schule Speicher und dem Elternforum unterstützt. Der parteiunabhängige Samuel Lanker war an der Versammlung verhindert. Für die fünf GPK-Sitze stellten sich sechs Kandidaten vor.

Im letzten Teil der Veranstaltung gab Gemeindepräsident Peter Langenauer einen Überblick über den Stand der Ortsplanung. Der Gemeinderat will etappenweise mehrere Ein- und Umzonungen vornehmen. Im Herbst soll über eine erste Vorlage abgestimmt werden.