Wahlen in Bühler
Kantonsratskandidatin Sandra Rechsteiner aus Bühler: «50 Prozent Frauen im Parlament wären wünschenswert»

Das gab es in Bühler noch nie. Gleich vier Kandidaten wollen die Nachfolge von Gilgian Leuzinger als Kantonsrat antreten. Sandra Rechsteiner wurde von der FDP Bühler nominiert. Die Unternehmerin und Mitglied des Bühlerer Gewerbeverbands steht vor allem für eine starke Wirtschaft ein. Als Mutter von vier Kindern möchte Rechsteiner auch die Anliegen und Bedürfnisse der Jugend vertreten.

Lilli Schreiber
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Sandra Rechsteiner will sich im Ausserrhoder Kantonsrat für eine starke Wirtschaft zu Gunsten von Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden einsetzen.

Sandra Rechsteiner will sich im Ausserrhoder Kantonsrat für eine starke Wirtschaft zu Gunsten von Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden einsetzen.

Bild: PD

Sandra Rechsteiner sitzt am Schreibtisch in ihrem Büro über der Werkstatt ihres KMU. Zusammen mit ihrem Ehemann, Roland Rechsteiner, führt die 50-Jährige einen Haustechnikbetrieb in Bühler. Die ursprünglich aus Herisau stammende Unternehmerin sagt: «Bühler ist mein Lieblingsort im Appenzellerland, mein Ehemann und auch unsere Kinder sind hier aufgewachsen.» Sie sei im Dorfleben sehr gut integriert und kenne die Anliegen ihrer Mitbürger. In ihrer Freizeit hält sich Rechsteiner mit Joggen und Biken fit.

Die Kantonsratskandidatin sieht sich als Wirtschaftspolitikerin, aber nicht nur. «Ich komme vom Gewerbe, möchte mit meiner Stimme im Kantonsrat aber für ein breites Gebiet an Anliegen einstehen», sagt sie. Sie interessiere sich genauso für Bildung, das Klima und die Familienpolitik. «Ich habe eine Familie mit vier teilweise erwachsenen Kindern und kenne somit auch die Bedürfnisse der Jugend und junger Familien.»

Eine lange Ämterlaufbahn

Am 11. April wählt Bühler die Nachfolgerin oder den Nachfolger von Kantonsrat Gilgian Leuzinger (FDP). Aufgestellt wurde die 50-Jährige vom Freisinn. Rechsteiner betont aber, sie sei parteiunabhängig. Das gebe ihr die Freiheit, im Falle einer Wahl in den Kantonsrat nicht zwingend die Interessen der FDP vertreten zu müssen. Über einen Beitritt in die FDP werde aktuell allerdings diskutiert, sagt Rechsteiner.

«Die politische und rechtliche Tätigkeit empfand ich immer schon als sehr spannend», sagt Rechsteiner über ihre Motivation. Ihre Liste an Ämtern ist lang. Rechsteiner ist ehemaliges Vorstandsmitglied des Gewerbeverbands Bühler und bekleidete acht Jahre lang das Amt der Gemeinderätin. Während dieser Zeit belegte Rechsteiner sechs Jahre lang das Amt der Vizepräsidentin des Gemeinderats und während zwei Jahren das Amt der Schulpräsidentin.

Für eine starke Wirtschaft

«Ich mag es allgemein, wenn jemand gross denkt, dann kommt man meistens zu einer konkreten Lösung», antwortet Rechsteiner auf die Frage nach ihren politischen Visionen. Sie möchte sich im Kantonsrat für eine starke Wirtschaft zu Gunsten von Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden einsetzten. Ihr Ziel ist es, beide Interessensseiten ausgeglichen wahrzunehmen und ihnen vor allem das Gefühl zu geben, ernst genommen zu werden. Weiter steht Rechsteiner für einen sorgsamen Umgang mit Steuergeldern. Sie sagt:

«Man muss in diesen Zeiten sorgfältig umgehen mit den Steuergeldern. Wichtige Investitionen sollten aber trotzdem nicht zurückgestellt werden.»

Auch will sich Rechsteiner für eine bessere Verkehrsanbindung der Gemeinde Bühler einsetzen, um das Rotbachtal attraktiver zu machen. Ein Stimmrechtsalter ab 16 Jahren befürwortet Rechsteiner ebenso wie Neuerungen im Klimagesetz. Dabei ist es Rechsteiner allerdings wichtig, dass die Vorschriften zum Klimaschutz finanziell auch für den Hausbesitzer sinnvoll bleiben. Sie spricht sich ausserdem für mehr Frauen in Politik und Wirtschaft aus. Laut der Kandidatin der FDP wäre ein Frauenanteil von 50 Prozent im Parlament wünschenswert. «Nur so können wir unsere Demokratie auch repräsentieren», sagt die Kantonsratskandidatin.