Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Wahlen 2019: Angriff auf die Männerbastion im Appenzellerland

Acht Kandidierende stellen sich in Ausserrhoden und Innerrhoden zur Wahl. Intakte Chancen haben die beiden Kandidatinnen.
David Scarano
Jennifer Abderhalden (l.) steigt für die FDP ins Rennen, Antonia Fässler (r.) für die CVP AI. (Bilder: PD)

Jennifer Abderhalden (l.) steigt für die FDP ins Rennen, Antonia Fässler (r.) für die CVP AI. (Bilder: PD)

Die Ausgangslage vor den Wahlen verspricht im Appenzellerland Spannung. So sind die Sitze der beiden etablierten Parteien (CVP in Innerrhoden und SVP in Ausserrhoden) in Gefahr. In Ausserrhoden hat die FDP mit Jennifer Abderhalden in letzter Minute dafür gesorgt, dass der bisherige SVP-Nationalrat ­David Zuberbühler seinen Sitz nicht kampflos verteidigen kann. In Innerrhoden dagegen muss sich die CVP ­Sorgen machen: Weil gleich zwei CVP-Kandidaten im Rennen sind, läuft die Partei Gefahr, den Sitz zu verlieren.

David Zuberbühler: Der Kampf um die Wiederwahl

David Zuberbühler. (Bild: PD)

David Zuberbühler. (Bild: PD)

Nach vier Jahren im Nationalrat kämpft David Zuberbühler (SVP) am 20. Oktober um seine Wiederwahl. Der 40-Jährige erzielte 2015 einen historischen Sieg, indem er sich gegen FDP-Kandidat Markus Bänziger durchsetzte. Der Mitinhaber zweier KMU mit 70 Mitarbeitenden gehört in der grossen Kammer der Sicherheitspolitischen Kommission an. Daneben setzte sich «Zubi» in seiner ersten Legislatur auch für gewerbliche Anliegen und jene des Kantons ein.

Jennifer Abderhalden: Die Newcomerin will es wissen

Jennifer Abderhalden. (Bild: PD)

Jennifer Abderhalden. (Bild: PD)

Sie ist die Hoffnungsträgerin der Ausserrhoder FDP. Nach dem Rückzug der Kandidatur von Daniela Merz hat Jennifer Abderhalden aus Gais sich bereit erklärt, «Zubi» herauszufordern. In der Ausserrhoder Politik ist die 41-Jährige bislang wenig in Erscheinung getreten. Mit Politik beschäftigt sie sich aber im beruflichen Alltag. Seit 2016 ist sie Stabschefin der Direktion Inneres und Finanzen der Stadt St. Gallen.

Antonia Fässler: Sie könnte Historisches schaffen

Antonia Fässler (Bild: PD)

Antonia Fässler (Bild: PD)

In Innerrhoden hat es Tradition, dass ein Mitglied der Standeskommission (Regierung) im Nationalrat sitzt. Mit der Wahl von Antonia Fässler könnte sich diese Tradition fortsetzen. Seit neun Jahren übt sie das Amt der Frau Statthalter (Gesundheits- und Sozial­direktorin) aus. Mit der Umsetzung des an der Landsgemeinde 2018 angenommenen Neubaus des Spitals Appenzell hat sie eine anspruchsvolle Aufgabe vor sich. Antonia Fässler könnte Historisches schaffen: Würde sie gewählt, wäre sie die erste Bundesparlamentarierin in der Geschichte Innerrhodens. Die 50-Jährige ist politische Quereinsteigerin, sie politisierte zuvor weder im Grossen Rat noch in einem der Bezirksräte. Ein Bonus könnte sein, dass sie den Parlamentsbetrieb bereits kennt: Nach ihrem Studium an der ­Universität St.Gallen arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin für die CVP Schweiz in Bern.

Ruedi Eberle: Er wäre der erste Innerrhoder SVP-Nationalrat

Ruedi Eberle. (Bild: PD)

Ruedi Eberle. (Bild: PD)

Der zweite Kandidat aus den Reihen der Standeskommission ist Säckel­meister (Finanzdirektor) Ruedi Eberle (SVP). Im Unterschied zu Antonia Fässler gehört er noch zu den Neulingen ­innerhalb der Regierung, politische Erfahrung konnte er aber im Grossen Rat sowie im Bezirksrat Gonten sammeln. Auch Eberle könnte Geschichte schreiben: Er wäre der erste Innerrhoder SVP-Nationalrat. Eberle selbst bezeichnet sich aber nicht als typischen SVPler. So politisiert er hie und da auch abseits der Parteilinie. Der 52-Jährige ist gebürtiger St. Galler Oberländer und bringt einen landwirtschaftlichen Hintergrund mit. Heute ist er Geschäftsführer des Golfplatzes Gonten.

Thomas Rechsteiner: Kandidat trotz interner Niederlage

Thomas Rechsteiner. (Bild: PD)

Thomas Rechsteiner. (Bild: PD)

Mit Eberles Vorgänger Thomas Rechsteiner (CVP) strebt auch ein ehema­liges Regierungsmitglied den Sprung nach Bern an. Der 47-Jährige wurde ­zusammen mit Antonia Fässler der Parteiversammlung als Kandidat vorgeschlagen. Letztere entschied sich aber mit deutlicher Mehrheit dafür, offiziell mit Antonia Fässler ins Rennen zu gehen. Nichtsdestotrotz hält Rechsteiner an seiner Kandidatur fest. Er vergleicht es mit dem Schwingen: «Wenn ein Schwinger in die Schwinghose steigt, so will er auch in den Schlussgang kommen.» Unterstützung erhält Rechsteiner vom kantonalen ­Gewerbeverband, der in Innerrhoden eine starke politische Stimme hat. Rechsteiner ist Versicherungsfachmann und Finanzplaner und leitet seit 2015 die Generalagentur der Schweizerischen Mobiliar in Appenzell.

Martin Pfister: Der chancenlose Dauerkandidat

Martin Pfister. (Bild: red.)

Martin Pfister. (Bild: red.)

Martin Pfister, der Parteipräsident der Innerrhoder SP, trat bereits 2015 und 2011 bei den Nationalratswahlen an. Damals war er gegen seinen Gegner, Alt-Landammann Daniel Fässler, chancenlos. Auch wenn Pfister von der aktuellen Ausgangslage mit zwei CVP-Kandidaten ebenso profitieren kann wie Ruedi Eberle, werden seine Chancen 2019 nicht grösser sein. Dies, weil er in Innerrhoden die politische Mehrheit gegen sich hat. Seine 2012 gegründete SP AI zählt 18 Mitglieder. Pfister geht es mit seiner Kandidatur vor allem darum, seine Partei bekannter zu machen.

Andrea Caroni: Der liberale Freigeist kämpft im Ständerat

Andrea Caroni. (Bild: Key)

Andrea Caroni. (Bild: Key)

Lange Zeit war der bisherige Amtsinhaber Andrea Caroni (FDP) der einzige Interessent für den Ausserrhoder Ständeratssitz. Nun muss sich der 39-jährige Anwalt doch noch einem Wahlkampf stellen. Reto Sonderegger (SVP) fordert ihn heraus. Alle Parteien im Kanton unterstützen jedoch Caroni. Der FDP-Politiker bezeichnet sich als «Freigeist» und hat sich im Ständerat konsequent für liberale Anliegen eingesetzt.

Reto Sonderegger: Der Einzelkämpfer will in den Ständerat

Reto Sonderegger. (Bild: PD)

Reto Sonderegger. (Bild: PD)

Er sorgte für die grosse Überraschung im Ausserrhoder Wahlkampf: Reto Sonderegger (SVP). Gegen den Willen seiner Partei tritt der 43-Jährige zu den Ständeratswahlen an. Reto Sonder­egger politisierte bis anhin nur auf ­kommunaler Ebene. So ist er seit 2015 Einwohnerrat in Herisau und Vizepräsident der SVP-Ortspartei.

Mehr zu den Wahlen:

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.