WAHL: Wanderverein holt Hilfe

Daniel Rüttimann arbeitet neu als externer Fachbeauftragter für den Verein Appenzell Ausserrhoder ­Wanderwege. Er übernimmt verschiedene Aufgaben. Damit sind nicht alle Probleme gelöst.

Jesko Calderara
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Der Verein Appenzell Ausserrhoder Wanderwege wird für seine Arbeit künftig im Bereich Infrastruktur nach Aufwand entschädigt. (Bild: APZ)

Der Verein Appenzell Ausserrhoder Wanderwege wird für seine Arbeit künftig im Bereich Infrastruktur nach Aufwand entschädigt. (Bild: APZ)

Jesko Calderara

jesko.calderara

@appenzellerzeitung.ch

Der neue Vorstand des Vereins Appenzell Ausserrhoder Wanderwege (VAW) mit Präsident Urs von Däniken an der Spitze hat erste Nägel mit Köpfen gemacht. Am 1. Juli hat Daniel Rüttimann seine Arbeit als Fachbeauftragter Wanderwege aufgenommen. Er ist Inhaber des Beratungsbüros Analygis in St. Gallen. Bis anhin hatte das Unternehmen Strittmatter & Partner die technische Geschäftsstelle des VAW, wie die Funktion früher hiess, geführt.

«Mit den Neuerungen wollen wir funktionierende Strukturen im Verein schaffen und die Aufgaben klar verteilen», sagt von Däniken. Zudem will der VAW im Bereich Erhalt des Wanderwegnetzes nicht mehr unentgeltlich Aufgaben der öffentlichen Hand übernehmen. Aus diesem Grund wurde eine Leistungsvereinbarung mit dem Kanton, den 20 Ausserrhoder Gemeinden und dem ­Bezirk Oberegg abgeschlossen. Darin sind die Tätigkeiten und die Entschädigungen definiert. Sobald alle Gemeinderäte der Vereinbarung zugestimmt haben, tritt diese in Kraft.

Umweltingenieur und ­Politiker

Aufgrund der Vorgaben des ­Submissionsgesetzes musste der ­Auftrag zur personellen Neu­besetzung beim VAW ausgeschrieben werden. Aus den sechs eingegangenen Offerten entschied sich die Geschäftsleitung des Wandervereins in Absprache mit dem Kanton für Rüttimann. Zu dessen Unternehmen Analygis gehören weitere Netzwerkpartner, die bei Bedarf beigezogen werden können. Nebst finanziellen Gründen gaben auch die fach­lichen Qualifikationen den Ausschlag für Rüttimann. Der diplomierte Umweltingenieur und Geo­informatiker ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule für Technik in Rapperswil. Mit dem Thema Langsamverkehr, wozu auch Wanderer zählen, hat sich der ehemalige VCS-Geschäftsführer und heutige Präsident der Grünliberalen Partei der Stadt St. Gallen schon beschäftigt. Als Fachbeauftragter Wanderwege wird er Stefanus Bertsch unterstellt sein, der in der VAW-Geschäftsleitung für die Wanderwege zuständig ist. Zu Rüttimanns Aufgabenbereich gehört die Planung des Wanderwegnetzes und dessen Erfassung in entsprechenden Datenbanken. Auch wird er allfällige Initianten bei der Schaffung neuer Themenwege beraten. Eine Haupttätigkeit ist die Ausarbeitung der Mitberichte zu Baugesuchen für Verlegungen von Wanderwegen. Dabei wird er Ansprechpartner für kantonale Amtsstellen und kommunale Wanderweg-Beauftragte sein. Für den Unterhalt der Infrastruktur sind weiterhin die Gemeinden verantwortlich. Hingegen koordiniert und bearbeitet der Fachbeauftragte Wanderwege die eingehenden Reklamationen, etwa zu fehlenden Beschilderungen. In der Vergangenheit galt der Kanton die Leistungen des VAW jährlich mit 40 000 Franken ab. Die Gemeinden bezahlten insgesamt 39 000 und Oberegg 1000 Franken. Er gehe davon aus, dass sich die Beiträge künftig in ähnlichen Rahmen bewegen werden, sagt von Däniken. Da der VAW neuerdings nach Aufwand entschädigt wird, können sie jedoch schwanken. Um den Verein administrativ zu entlasten, übernimmt der Kanton die Abrechnung mit den Gemeinden. Noch sind nicht alle organisato­rischen Fragen beantwortet. Klärungsbedarf gibt es zur Rolle von Appenzellerland Tourismus. Die Tourismusorganisation führt das Sekretariat des VAW.