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Wärme dank Holzrohren

Ab Herbst 2017 werden die ersten Konsumenten mit Fernwärme beliefert. Dank Toggenburger Innovation durch den Bazenheider Treppenbauer und «Holztüftler» Fritz Rutz wird die Energie bald in Holzröhren transportiert.
Beat Lanzendorfer
Willi Nagel und Felix Forster (von links) zeigen das von Fritz Rutz entwickelte Holzrohr für Fernwärme. (Bilder: Beat Lanzendorfer)

Willi Nagel und Felix Forster (von links) zeigen das von Fritz Rutz entwickelte Holzrohr für Fernwärme. (Bilder: Beat Lanzendorfer)

BAZENHEID. Die Versorgung von Gebäuden mit Fernwärme ist nicht neu, deren Anfänge gehen auf die Siebzigerjahre des letzten Jahrhunderts zurück. Knapp zwanzig Jahre später wurde sie Thema in Bazenheid.

Dank neuer Technologien war es dem Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid (ZAB) seit 1991 möglich, Industriebetriebe, im speziellen die Micarna, mit Fernwärme zu bedienen. Hinzu kamen findige Unternehmer wie der Treppenbauer Fritz Rutz oder der verstorbene August «Güst» Huser, die ihre Holzbaubetriebe seit zwanzig Jahren mit Wärme beliefern, die im eigenen Unternehmen produziert wird.

Reduzierter Wärmeverlust

Fritz Rutz war es denn auch, der die jüngsten Diskussionen zum Anlass nahm, die verschiedenen Transportmöglichkeiten der Fernwärme auszuloten. «Fernwärme wird bisher mit Stahl- oder Kunststoffrohren transportiert. Weil die Geschichte noch jung ist und nur wenige Vergleichszahlen zur Verfügung stehen, ist deren Lebensdauer umstritten. Vielfach tauchen auch Fragen in Zusammenhang mit der Isolierung auf. Gerade an den Schnittstellen ist ein häufiger Wärmeverlust feststellbar.»

Dies nahm der findige Unternehmer zum Anlass, seinen ihm vertrauten Rohstoff intensiven Tests zu unterziehen. «Leider geht die Öffentlichkeit davon aus, dass Holz im Gegensatz zu Stahl oder Kunststoff eine kurze Lebensdauer hat. Ich möchte aber in Erinnerung rufen, dass im Bodensee Überreste von Pfahlbauten gefunden wurden, deren Stämme auch nach mehreren tausend Jahren unter Wasser noch unversehrt waren.»

Nach zweijährigen Tests, die betreffend Isolation sensationelle Werte ablieferten, holte Fritz Rutz eine Zweitmeinung ein und liess die «Holzrohre» von der Forschungsanstalt Puu-qisuk in Helsinki testen. Diese ist tätig im Bereich Fernwärme und weltweiter Marktführer. Deren Ergebnis liegt seit Montag, 14. März, vor: «Sehr geehrter Herr Rutz. Wir bestätigen Ihnen, dass wir Ihre Holzrohre für Fernwärme mehrwöchigen Tests in punkto Festigkeit und Isolationswerte unterzogen haben. Die Ergebnisse entsprechen den Richtlinien ISO 9001. Teilweise haben sie die Werte der Stahl- oder Kunststoffrohre sogar um ein Vielfaches übertroffen.» Dies sind Auszüge des Briefes, den Fritz Rutz am 18. März von der Forschungsanstalt erhalten hat.

Dorfkorporation beeindruckt

«Dieses Resultat erfüllt mich mit Stolz. Es bestätigt mir, dass wir das Fernwärmenetz mit Rohren bauen können, deren Rohstoff im Toggenburg in genügender Menge vorhanden ist.» Der Umfang der Holzrohre löst auch ein weiteres, bisher nicht gelöstes Problem. Durch das grössere Volumen, das jetzt transportiert werden kann, wird Fernwärme ab ZAB Bazenheid auch für die Stadt Wil attraktiv.

Darüber hinaus soll auch Kirchberg vom verbesserten Angebot profitieren. Abklärungen haben ergeben, dass im Dorf hoch über Bazenheid die ersten Bezüger spätestens ab 2020 mit Fernwärme versorgt werden. Auch Felix Forster, Präsident der Dorfkorporation Bazenheid, zeigt sich von den Holzrohren angetan: «Ich habe sie zusammen mit Willi Nagel, unserem neuen Verwaltungsrat in der Dorfkorporation, bei Fritz Rutz unter die Lupe genommen. Sie sind eine echte Alternative zu den herkömmlichen Rohren. Ich werde mich im Rat dafür einsetzen, dass die einheimischen Rohre für den Bau der Fernwärme zum Zug kommen.»

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