Wachsen – gemeinsam möglich

Jährlich veröffentlicht der Kanton Appenzell Ausserrhoden wichtige Kennzahlen in einer Broschüre. Das Material ist zwar nicht neu, wird aber in dieser kompakten Form geschätzt. Es liest sich heraus: Die Zahl der Unternehmen steigt.

Roger Fuchs
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ausserrhoden. Der Kanton Appenzell Ausserrhoden will wachsen, qualitativ wie quantitativ. Wie gut dies dem Kanton gelingt, darüber geben trockene Zahlen Rechenschaft. Noch druckfrisch ist die Daten- und Faktenbroschüre 2010/2011. Karin Jung, Leiterin des Amts für Wirtschaft, hat das Material studiert – Material, welches das Wachstum des Kantons belegt. «Die Regierung hat mit der Senkung der Unternehmensbesteuerung ein Zeichen für zusätzliche Ansiedlungen gesetzt», sagt Jung.

So hätten denn auch die Beschäftigten im Vergleich zur letzten Betriebszählung (2005) um rund 250 zugenommen und die Anzahl der Unternehmen im Kanton sei seit 2007 beachtlich angestiegen (AG = Zunahme von rund 300 / GmbH = Zunahme von rund 300).

Auch Georg Amstutz, Kommunikationsbeauftragter des Kantons, weist auf die steigende Zahl der Unternehmen hin. Zufrieden geben könne man sich jedoch nie. Es sei wichtig, auch künftig breit zu wachsen.

Amstutz verweist auf das Regierungsprogramm 2012 bis 2015, das in diesem Bereich Schwerpunkte setzen werde.

Attraktiver Wohnraum nötig

Karin Jung hält in Bezug auf Ansiedlungspolitik weiter fest, dass für Ansiedlungen – sei dies nun eine Privatperson oder ein Unternehmen – Bauland, Wohnungen oder geeignete Gewerberäumlichkeiten verfügbar sein müssten. Ohne attraktiven, der Nachfrage entsprechenden Wohnraum, gäbe es keine Ansiedlung. Dasselbe bei fehlendem Bauland, mangelnden Büroräumlichkeiten oder Gewerbeliegenschaften.

«In diesem Bereich hat der Kanton noch Handlungsbedarf», so Jung, welche die Strategie des Regierungsrats als ein «Gemeinschaftsprojekt» bezeichnet. Punktuelle Massnahmen oder Einzelaktionen hülfen nur wenig. Alle – Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Bevölkerung – müssten gemeinsam am Wachstum des Kantons mitarbeiten.

Mehrheitlich bekannte Zahlen

Eigentliche Überraschungen birgt das in der Broschüre veröffentlichte Zahlenmaterial weder für Karin Jung noch für Georg Amstutz. Die Publikation «Daten und Fakten» sei lediglich ein Zusammenzug von bereits bekannten Daten, so der einstimmige Tenor. Amstutz erwähnt ferner den regierungsrätlichen Rechenschaftsbericht, in dem die jeweiligen Zahlen ebenfalls publiziert würden.

Warum dann eine solche Broschüre? «Auch Nicht-Statistiker erhalten damit eine gute Übersicht», sagt Amstutz. Er mache beispielsweise die Erfahrung, dass regelmässig Schülerinnen und Schüler auf der Basis dieser Broschüre Vorträge erarbeiteten. Werden Seminare im Kanton abgehalten, so erhielten die Teilnehmenden oft diese Publikation geschenkt, die in einer Auflage von 5000 Exemplaren gedruckt wurde.