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VORPREMIERE: Flöten für den Frieden

Anlässlich ihres 30-Jahr-Bühnenjubiläums geht Fritz Bisenz alias Barbara Hutzenlaub auf Tournee. Im «Chössi» war Vorpremiere von «Barbara Hutzenlaub jubiliert».
Michael Hug

Michael Hug

redaktion

@toggenburgmedien.ch

Sie mag elektronische Spielereien überaus. Schon in ihrem letzten, gemeinsamen Programm «Sister App» mit Lotti Stäubli (Jasmin Clamor), setzte Fritz Bisenz auf massiven Einsatz von Smartphones und Tablets. Nun gibt Barbara Hutzenlaub noch einen drauf: ihr Körper ist ein Instrument. Ein Schenkelklopfer links erzeugt ein «A», einer rechts ein «C», der Brust entlockt sie eine Melodie. Dabei bleibt das Instrument, also Hutzenlaub, stets verkabelt, «online», wie sie sagt: an der Leine.

«Dreissigjähriges Jubiläum»

«Willkommen zum dreissigjährigen Jubiläum!» Barbara Hutzenlaub begrüsst ihr Publikum im «Chössi» nicht ohne Stolz. Doch nicht das Jubiläum wird 30, sondern ihre Bühnenpräsenz. Ein Syntaxfehler, mit dem sie beileibe nicht alleine ist, es sei ihr darum verziehen. Man weiss ja, was gemeint ist: dass Fritz Bisenz seit 30 Jahren auf der Bühne steht. Und das erfolgreich. Auch im «Chössi» war sie eben erst, 2016, mit Jasmin Clamor als «Hutzenlaub & Stäubli», jetzt war sie solo da mit einem neuen Programm. Nicht ganz alleine, begleitet wird sie auf der Tournee, die am Mittwoch im Basler «Tabourettli» losgeht, von der Musikerin Muriel Zemp alias Coco Chantal, die sich beileibe nicht nur auf die Musik beschränkt, sondern sich proaktiv mit Stimme und Mimik einbringt.

Ausländler und «Shippi-Rap»

Hutzenlaub macht da weiter, wo sie bei «Sister App» aufgehört hat. Wie erwähnt setzt sie wiederum auf elektronische Spielereien, die durchaus lust- und effektvoll eingesetzt werden. Den «Apps» auf Smartphones und Tablets sind ja fast keine Grenzen gesetzt. Sie sprechen für sich, also reden für einen, wenn einem nicht ums Reden ist, oder spielen einen rassigen Flamenco live, wenn man, also Frau, dafür zu langsam ist. Doch das meiste ist echt und live, was Zemp und Bisenz von sich geben: einen «Shippi-Rap» aus der Gosse der Grossstadt, einen «Ausländler» mit Jodelrefrain vom Land, einen triefenden Blues von Gary Moore selig. Dazwischen Geschichten aus dem Alltag der Frau in den Fünfzigern, der Schwäbin aus Kleinengstingen, der Spätzle-Bronx (Schwäbische Alp). Es ist eine Varieté an humorbespickten, nicht wirklich tiefschürfenden, dennoch verblüffenden Versatzstücken, die Hutzenlaub aus ihrer Handtasche zaubert.

Barbara steht auf Uniformen

Hutzenlaub ist zwischen zwei Welten gross geworden, wie sie selbst erklärt: dem schwäbischen Albtraum und dem Schweizer Strebergärtli. Sie hat unlängst die Schweizer Staatsbürgerschaft beantragt und auch erhalten. Wohl auch mitgespielt haben dürfte ihr perfekter Leumund, war sie doch stets als Kämpferin für den Frieden unterwegs. «Flöten für den Frieden» hat sie sich auf die In-strumentenhalfter geschrieben, statt Kampf und Krieg stellt sie ihr Gegenüber und wirft ihm ins Gesicht: «Ich flöte dir eins!» Sie spricht es in schwäbischem Dialekt aus, und mit Nachdruck, auf dass man nicht auf falsche Gedanken komme. Gerade dieser Dialekteinschlag ist es, der verfängt, Hutzenlaub könnte auch aus Julius Caesars «de bello gallico» lesen, das Publikum würde sich unentwegt auf die Schenkel klopfen. Barbara Hutzenlaub scheint der Schalk mit in die Wiege gelegt worden sein. Und sie hat einen Tick, gesteht sie unter Tränen: «Ich stehe auf Uniformen!»

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