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Vorfreude auf das Berufsleben

Wie fühlt man sich kurz vor dem Abschluss der Berufsbildung? Diese Frage beantworteten fünf Schülerinnen und Schüler des Berufs- und Weiterbildungszentrums Toggenburg, deren Lehrabschlussfeier unmittelbar bevorsteht.
Martina Signer
Noch befinden sie sich mitten in den Lehrabschlussprüfungen, aber bald haben sie es überstanden. (Bilder: Martina Signer)

Noch befinden sie sich mitten in den Lehrabschlussprüfungen, aber bald haben sie es überstanden. (Bilder: Martina Signer)

Bald ist Ihre Lehrabschlussfeier nach einer jeweils dreijährigen Ausbildung. Wie fühlt man sich so kurz davor?

Karin Signer: Etwas aufgeregt und nervös.

Scarlette Dal Vecchio: Endlich ist es vorbei.

Patrik Huser: Ich denke jetzt noch gar nicht an die Lehrabschlussfeier. Ich habe anderes im Kopf, denn zuerst müssen wir ja noch die Lehrabschlussprüfungen durchstehen.

Sie sind noch mitten in der LAP? Lernen Sie fleissig?

Karin Signer: Nicht wirklich, das bringt wohl jetzt eh nichts mehr.

Scarlette Dal Vecchio: Lernen tue ich jetzt nicht mehr. Das wird schon irgendwie gehen. Ich bin zuversichtlich.

Was haben Sie nach der Ausbildung geplant? Haben Sie schon eine Stelle gefunden oder wollen Sie etwas ganz anderes machen?

Patrik Huser: Ich habe bereits etwas gefunden. Nach meiner Lehre bei der Gebrüder Scherrer Holz- und Fensterbau AG in Bütschwil werde ich nach Oberhelfenschwil zur Egli Zimmerei AG wechseln.

Nadia Bürge: Ich kann in meinem Lehrbetrieb bei Intercoiffure Sonja in Wattwil bleiben. Darüber bin ich sehr froh, denn in meinem Beruf ist es mega schwierig, nach der Ausbildung eine 100-Prozent-Anstellung zu finden. Das habe ich selber gemerkt. Ich war schon dabei, etwas Neues zu suchen, als meine Chefin gefragt hat, ob ich bleiben will. Da es mir schon in der Ausbildung sehr gut dort gefallen hat, ist es natürlich umso schöner, dass sie mich direkt übernehmen.

Und wie ist es bei den Restaura- tionsfachfrauen? Ist es bei Ihnen schwierig, einen Job zu finden?

Scarlette Dal Vecchio: Nein, solche Stellen gibt es recht häufig. Die suchen meist per sofort neue Leute im Service. Ich überlege derzeit noch, ob ich nach der Ausbildung erstmal Erfahrungen im Ausland machen will.

Karin Signer: Ich werde erst einmal zwei Monate nach England gehen. Dort will ich mein Englisch in einer Gastfamilie verbessern. Bei unserem Beruf ist es ganz unterschiedlich. Wenn man eine Stelle mit Aufstiegschancen sucht, ist das bestimmt weniger einfach als wenn man einfach Geld verdienen will und keine grossen Anforderungen hat.

Welche schönen Erinnerungen an die Ausbildung und das Berufs- und Weiterbildungszentrum Toggenburg werden Sie mitnehmen?

Karin Signer: Wir hatten einen – sagen wir mal – sehr euphorischen Lehrer, der uns das nötige Wissen mit viel Begeisterung übermittelt hat.

Sie sind also gerne zur Schule gegangen?

Scarlette Cal Vecchio: Nur am Nachmittag. Im Service sind die Arbeitszeiten relativ lang und am Morgen konnte ich mich nicht immer so gut konzentrieren.

Sven Heussi: Im grossen und ganzen eigentlich schon.

Und wie hat es Ihnen im Lehrbetrieb gefallen? Oder wären Sie lieber weiterhin zur Schule gegangen?

Sven Heussi: Ich wollte nicht mehr zurück in die Oberstufe. Aber die Kombination von Schule und Arbeiten war weniger schlimm, als ständig im Schulunterricht zu sitzen. Gerade der praxisbezogene Unterricht hat mir gefallen. Auf Allgemeinbildung hätte ich aber getrost verzichten können.

Wissen Sie schon, ob Sie sich zu einem späteren Zeitpunkt in Ihren Branchen weiterbilden möchte?

Karin Signer: Um eine Berufsprüfung absolvieren zu können, brauchen wir als Restaurationsfachfrauen sowieso erstmal etwas Erfahrung. Deshalb ist das für mich vorerst noch kein Thema. Das entscheide ich dann, wenn es soweit ist, weil es momentan noch nicht zur Debatte steht.

Sven Heussi: Das ist noch etwas weit weg. Zuerst will ich jetzt einmal praktisch arbeiten. Die richtige Arbeitswelt lernt man eh erst nach der Ausbildung richtig kennen. Ob es mir dann im Beruf noch lange gefällt, weiss ich nicht. Bei uns Zimmerleuten käme eine Weiterbildung zum Vorarbeiter oder Polier in Frage.

Gibt es etwas, das Sie an der Ausbildung nicht vermissen werden?

Patrik Huser: Das Arbeitsbuch, das wir führen mussten. Darin mussten wir Arbeitseinträge festhalten. Und Allgemeinbildung.

Scarlette Dal Vecchio: Den Lohn. Ich freue mich auf mehr Geld nach der Ausbildung. Obwohl man in unserem Job auch noch viel mit Trinkgeld dazu verdienen konnte. Allerdings geht man das Trinkgeld nach Feierabend oft auch gleich wieder ausgeben, wenn man sich noch mit Freunden trifft. Wenn man am nächsten Tag erst um die Mittagszeit zur Arbeit muss, liegt das schon drin.

Karin Signer: Ja, das stimmt schon. Aber wir müssen auch jeweils 200 bis 300 Franken wieder abgeben für die Mahlzeiten, die wir im Betrieb einnehmen.

Nadja Bürge: In unserer Branche sind die Löhne halt eh nicht so hoch. Bis man sich nach der Ausbildung seinen eigenen Kundenstamm aufgebaut hat, dauert es seine Zeit. Aber ich würde diese Ausbildung trotzdem nochmal machen.

Und der Rest von Ihnen? Würden Sie sich nochmals für diese Ausbildung entscheiden?

Karin Signer: Ich hätte schon nach der Schule mehrere Möglichkeiten gehabt. Zum einen wäre es mir offen gestanden, an die Kanti zu gehen oder mit Pferden zu arbeiten und so mein Hobby zum Beruf zu machen. Dennoch würde ich mich nochmal so entscheiden und Restaurationsfachfrau lernen. Ich hatte keine Lust, nochmal vier Jahre in die Schule zu gehen, und die Pferde habe ich als Hobby ja weiterhin in meinem Leben.

Es gibt ja auch die Möglichkeit, zu einem späteren Zeitpunkt nochmals eine Ausbildung zu machen.

Scarlette Dal Vecchio: Das habe ich mir auch schon überlegt. Aber jetzt geht es erstmal darum, Geld zu verdienen und Erfahrungen zu sammeln. Was ich sicher weiss, ist, dass ich nicht mein Leben lang diesen Beruf ausüben werde.

Nadja Bürge: Wir hatten auch eine Erwachsene mit in der Ausbildung. Heutzutage macht man das ja noch oft mit über 30.

Karin Signer: Bei uns war auch schon eine fast 40 Jahre alt.

Sven Heussi: Bei uns sogar 60. Er wird pensioniert, wenn die Ausbildung zu Ende ist.

Patrik Huser: Das finde ich gar nicht schlimm. Zimmermannsfähigkeiten kann man auch nach der Pensionierung brauchen.

Patrik Huser Zimmermann, 18 Necker

Patrik Huser Zimmermann, 18 Necker

Sven Heussi Zimmermann, 18 Mitlödi

Sven Heussi Zimmermann, 18 Mitlödi

Nadia Bürge Coiffeuse, 18 Mosnang

Nadia Bürge Coiffeuse, 18 Mosnang

Scarlette Dal Vecchio Restaurationsfachfrau, 18 Gommiswald

Scarlette Dal Vecchio Restaurationsfachfrau, 18 Gommiswald

Karin Signer Restaurationsfachfrau, 20 Herisau

Karin Signer Restaurationsfachfrau, 20 Herisau

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