Voranschlag 2021 der Gemeinde Teufen: Optimistische Steuerprognose

An einer öffentlichen Orientierung erläuterte der Teufner Gemeinderat den Voranschlag 2021. Dieser prognostiziert einen leichten Ertragsüberschuss – und Steuereinnahmen, die dem Vorjahr entsprechen.

Astrid Zysset
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Teufen ist diejenige Gemeinde – nach Wolfhalden – mit dem höchsten Nettovermögen pro Einwohner.

Teufen ist diejenige Gemeinde – nach Wolfhalden – mit dem höchsten Nettovermögen pro Einwohner.

Bild: Martina Basista

Der Voranschlag 2021 der Gemeinde sieht ein Plus von rund 140'000 Franken vor. Gemeinderat und Leiter des Ressorts Finanzen, Urs Spielmann, umschrieb diesen Ertragsüberschuss an der öffentlichen Orientierung am Mittwochabend im Lindensaal als «moderat». Das Ergebnis ist das Resultat eines prognostizierten Gesamtertrags von 53,5 Millionen und eines Gesamtaufwands von 53,4 Millionen Franken. Der Steuerfuss für natürliche Personen soll bei 2,8 Einheiten belassen werden.

Urs Spielmann leitet das Ressort Finanzen in Teufen.

Urs Spielmann leitet das Ressort Finanzen in Teufen.

Bild: PD

Gerade einmal fünf Zuschauerinnen und Zuschauer hatten sich für die Orientierung angemeldet. Das geringe Interesse beruhte wohl auch auf der Tatsache, dass der Voranschlag das einzige Traktandum an diesem Abend war. Nichtsdestotrotz lohnt sich ein Blick auf die Finanzlage Teufens: Auf der Einnahmenseite wird 2021 mit Steuererträgen von 33,3 Millionen Franken gerechnet, was ungefähr dem Betrag im Voranschlag 2020 entspricht. Spielmann führte denn auch aus, dass dies angesichts der aktuellen Pandemie eine «optimistische Prognose» sei.

«Wir haben bewusst ambitioniert budgetiert, da die Rechnungen in den letzten Jahren immer besser abschlossen, als in den Voranschlägen angenommen wurde.»

Zudem habe die kantonale Steuerverwaltung ein Plus an Steuereinnahmen bei den juristischen Personen vorausgesagt, was den Teufner Gemeinderat veranlasste, eine Zunahme von 0,55 Millionen Franken in diesem Bereich zu prognostizieren.

Auf der Ausgabenseite wird mit 400'000 Franken zusätzlichen betrieblichen Aufwendungen gerechnet im Vergleich zum Voranschlag 2020. Sach- und Personalaufwand seien zwar leicht sinkend, so Spielmann weiter, doch beim Transferaufwand schlagen eine höhere Pflegefinanzierung und voraussichtliche Mehrkosten beim Finanzausgleich wie auch bei der sozialen Sicherheit zu Buche.

Phase mit vielen Investitionen beginnt

Insgesamt sind für das kommende Jahr Nettoinvestitionen von 7,6 Millionen Franken vorgesehen. Der Hauptanteil dieser Summe fliesst in die Schulliegenschaften. Aber auch beim Abwasser und den Gemeindestrassen bedarf es Investitionen. «Wir stehen am Anfang einer investitionsreichen Phase», so Urs Spielmann. Will heissen: In den nächsten Jahren kommen grosse Ausgaben auf die Gemeinde Teufen zu. So sind in den Jahren 2020 bis 2024 solche von 68 Millionen Franken vorgesehen. Allein die Hälfte wird im Bereich Schule aufgewendet.

Die Ausgaben übersteigen die Einnahmen bei weitem. Noch verfügt die Gemeinde über ein solides Nettovermögen. Trotzdem spricht Spielmann von «keinem idealen Dauerzustand».

Positives Ergebnis 2020 erwartet

Ein Blick in die laufende Rechnung 2020 wagte Urs Spielmann am Mittwochabend denn auch noch. So gibt er an, dass er mit einem positiven Abschluss rechnet. Wie hoch dieser sein wird, ist noch offen. Ohnehin ist die Einnahmenseite ungewiss, da die Schlussabrechnungen der Steuern erst im Januar 2021 erfolgen werden. «Auf der Aufwandseite können wir das Budget jedoch gut einhalten», so Spielmann und spricht von einer «guten Kostenkontrolle», die man habe.

Über den Voranschlag 2021 wird am 29. November an der Urne abgestimmt.