Von- und miteinander lernen

HEMBERG. Am Freitag standen im Primarschulhaus Dreieggli in Hemberg alle Schulzimmer offen. Seit dem neuen Schuljahr wird im Mehrklassensystem unterrichtet, und die letzten Räume, alle mit viel Licht und Blick auf den Säntis, sind renoviert worden. Die Eltern haben den Anlass rege besucht.

Cecilia Hess-Lombriser
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Im fertig renovierten Primarschulhaus Hemberg ist ein neues Mehrklassensystem eingeführt worden. (Bilder: Cecilia Hess-Lombriser)

Im fertig renovierten Primarschulhaus Hemberg ist ein neues Mehrklassensystem eingeführt worden. (Bilder: Cecilia Hess-Lombriser)

Im Schulzimmer der 2.-, 3.- und 4.-Klässler sitzen die Kinder an ihren Pulten und schreiben einen Brief, andere zeichnen eine Krone oder schneiden eine aus, um sie sich später auf den Kopf zu setzen. Susanne Manetsch, die Klassenlehrerin, unterhält sich an ihrem Pult mit einem Kind, das ihr den Brief vorgelegt hat. Es geht um einzelne Wörter. Gross oder klein? Sie radiert und schreibt den Buchstaben neu.

Renovation in Etappen

Am Freitag waren Eltern und Interessierte eingeladen, dem Schulbetrieb beizuwohnen und die Räume zu inspizieren, die verändert und erneuert worden sind. Während der letzten vier bis fünf Jahre sind alle Räume sukzessive sanft renoviert worden. Die Wände wurden frisch gestrichen, die Böden erneuert oder, wo ein solider Parkett lag, abgeschliffen. Sämtliche Wandschränke haben die gleiche Prozedur erfahren. «Obwohl sie seit 1966 drin sind, ist die Qualität immer noch gut», stellt Schulratspräsidentin Elsbeth Roth auf einem Rundgang fest. Weil die Renovation in Etappen ausgeführt worden ist, konnten Erfahrungen verwertet und beispielsweise andere Farben gewählt werden. Am Ende des Tages waren alle beteiligten Handwerker zu einem Apéro eingeladen; gemeinsam mit den Schulräten, den Lehrpersonen und dem Gemeinderat.

Die Beleuchtung in allen Räumen ist neu. Der ehemalige Bewegungsraum des Kindergartens ist neu das Büro für Schulleiterin Martina Langenegger und Sekretärin Elisabeth Forrer. Dafür ist die Wand zum Werkraum verschoben worden, um Wandkästen einzubauen. Der Kindergarten selber ist jetzt im Untergeschoss, weil nun die 1.-Klässler zusammen mit den Kindergärtlern unterrichtet werden. Das altersdurchmischte Lernen ist die Philosophie der Primarschule. «Voneinander und miteinander lernen», nennt es Martina Langenegger. Die schulische Heilpädagogin unterstützt sowohl die Kindergärtnerin wie die Unterstufenlehrerin. Eine gute Absprache ist Bedingung. «Das Tandem muss harmonieren», betont die Schulratspräsidentin.

Neue Klasseneinteilung

Schön sei es geworden, sagt eine Mutter, die in den neu eingerichteten Kindergarten blickt. Zwei Zimmer sind dafür vorhanden. In einem stehen Pulte, und an der Wand hängt eine Tafel. Die 1.-Klässler haben ihren Unterricht teilweise hier, aber auch im Raum nebenan. Allen Räumen ist eigen, dass sie lichtdurchflutet sind und Blick auf den Säntis bieten. Die Primarschule Hemberg kannte bis anhin hauptsächlich das Zweiklassensystem. Aufgrund der unterschiedlich grossen Jahrgänge hat sich das Dreiklassensystem für die mittleren Jahrgänge aufgedrängt. Die 5.- und 6.-Klässler von Bächli und Hemberg sind zusammengezogen worden und werden im «Dreieggli» beschult. «Die Eltern haben unsere Lösung vollumfänglich akzeptiert», bestätigt Elsbeth Roth. Rundum wohl mit dem neuen System fühlen sich auch die Kinder und Lehrpersonen.

Susanne Manetsch geht mit einzelnen Schülern die Schreibarbeit durch.

Susanne Manetsch geht mit einzelnen Schülern die Schreibarbeit durch.

Blick in den neuen Spielraum des Kindergartens und der 1. Klasse.

Blick in den neuen Spielraum des Kindergartens und der 1. Klasse.