Von stabil bis veränderlich

«Das Wetter und seine Dynamik» – zu diesem Thema referierte der Physiker und Meteorologe Patrick Hächler im kleinen, aber vollen Saal des Wattwiler Thurparks.

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Patrick Hächler, Physiker und Meteorologe, zeigt, welche Zusammenhänge das Phänomen «Wetter» ausmachen. (Bild: cbu)

Patrick Hächler, Physiker und Meteorologe, zeigt, welche Zusammenhänge das Phänomen «Wetter» ausmachen. (Bild: cbu)

wattwil. «Als Wetter bezeichnet man den spürbaren, kurzfristigen Zustand der Atmosphäre, auch messbarer Zustand der Troposphäre, an einem bestimmten Ort der Erdoberfläche, der unter anderem als Sonnenschein, Bewölkung, Regen, Wind, Hitze oder Kälte in Erscheinung tritt.» Oder kurz: Wetter ist ein komplexes Phänomen. Patrick Hächler arbeitet seit 1978 bei Meteo Schweiz, dem nationalen Wetterdienst. Er ist sozusagen ein «alter Wetter-Hase». Letzteres widerspiegelt sich auch in seinem über die Jahre angehäuften Wissen. «Junge Meteorologen nutzen fast ausschliesslich den Computer für ihre Arbeit – ich selber komme aber noch von der praktischen Seite.» Idealerweise kombiniere man aber beides: praktisches und Computer unterstütztes Wissen.

Wetter beschäftigt seit jeher

Schon vor 2400 Jahren beschäftige sich Aristoteles mit der Wolkenphysik. Ging man damals noch von einer Welt als Scheibe aus, nutzt man heute ein weltweit umspannendes Gitternetz, das alle 16 Kilometer einen Messpunkt aufweist. Während so die Datenerfassung auf dem Land kein Problem ist, stellt sie auf den Weltmeeren eine Herausforderung dar. «Weiter gibt es Ballon-Sondierungen, welche grossflächiger verteilt sind. In der Schweiz steht eine Sonde in Payerne.» Diese Sonden sind jedoch teuer, ein Tag kostet gut und gerne 3000 Franken, erläuterte Patrick Hächler. «Auch Flugzeuge sind mit Messgeräten ausgestattet und liefern Daten.» Wie all diese Daten verarbeitet und weitergereicht werden, zeigte Hächler mittels Bildern wie zum Beispiel dem Niederschlagsradar. Schliesslich erläuterte er, wie sie zur Bestimmung der sieben wichtigsten Wetterlagen genutzt werden: Hochdruck, Tiefdruck, Flachdruck, Westwindlage, Nord-Nordwest-Lage, Bisenlage sowie Süd- respektive Föhnlage.

Wie wird das Wetter?

Wettervorhersagen werden in drei Zeiträume eingeteilt: Kurzfristig, das heisst für ein bis zwei Tage. «Hier sind wir in der Aussage konkret, aber auch deterministisch. Wir geben Zeit und Aus–mass bekannt und sprechen beispielsweise von einer Front, Nebel oder Gewittern», so Hächler. Mittelfristig mache man Angaben für drei bis 20 Tage und spreche von Wettercharakter oder Wetterwechsel. Hier verwende man Ausdrücke wie «veränderlich», «stabiles Wetter» oder «gewitterhaft». Die Trefferquoten liegen für die kurzfristige Prognose bei 85, bei der mittelfristigen bei 65 und bei der langfristigen bei 55 Prozent. Wetter ist also nicht nur Glückssache. (cbu)