Von schwankenden Schiffen und hohen Felswänden

Frauenriege Brunnadern

Edith Rüegg
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Einen Tag später als ursprünglich vorgesehen wanderten die Frauen rund um den Felsenkessel des Creux du Van. (Bild: PD)

Einen Tag später als ursprünglich vorgesehen wanderten die Frauen rund um den Felsenkessel des Creux du Van. (Bild: PD)

Wie jedes Jahr um diese Zeit versammelte sich der harte Kern der Frauenriege pünktlich um 7 Uhr auf dem Bahnhof Brunnadern. Die Wettervorhersagen waren bedeutend schlechter als unsere Stimmung und die Vorfreude auf die beiden Reisetage. Da die Reiseleiterin für alle Tageskarten organisiert hatte, waren wir bei der Wahl der Reiseroute recht flexibel. Unser Tagesziel war Gorgier im Kanton Neuenburg.

Via St. Gallen–Zürich–Olten erreichten wir Neuenburg. Nach einer kurzen Lagebesprechung bei einem Kaffee war für uns alle klar: jetzt auf den Creux du Van, niemals. Eine Schifffahrt bei strömendem Regen klang da schon viel besser. Mit dem hohen Wellengang auf dem Neuenburgersee hatte wohl niemand gerechnet. Trotzdem, die Schifffahrt im Trockenen war bedeutend angenehmer als eine Wanderung im Regen. Wieder festen Boden unter den Füssen, stiegen wir in den Zug Richtung Gorgier, wo wir unser Hotel hoch über dem See bezogen. Patron Pascal war wenig begeistert von seiner Frauenkundschaft, was uns aber nicht sonderlich beeindruckte. Im Restaurant La capsule genossen wir ein Abendessen mit Dessert.

Am nächsten Morgen sah das Wetter tatsächlich vielversprechend aus, und daher beschlossen wir, den Creux du Van in Angriff zu nehmen. Mit dem Zug reisten wir von Gorgier nach Couvet ins Val-de-Travers. Nach einer waghalsigen Taxifahrt kamen wir glücklicherweise wohlbehalten in Le Soliat an. Le Soliat liegt 1386 Meter über Meer, rund 300 Meter entfernt vom Grand Canyon der Schweiz, dem Creux du Van. Nach einer kurzen Stärkung im Restaurant Le Soliat starteten wir unsere Wanderung entlang der Krete des Felszirkels. Immer wieder mussten wir stehen bleiben, um imposante Bilder zu knipsen. Auch beim steilen Abstieg konnte die Felswand mehrere Male von unten bewundert werden. Leider war der Untergrund schmierig wie Seife, was unsere Konzentration aufs Höchste beanspruchte. Ohne Zwischenfall und wohlbehalten erreichten wir das Restaurant Ferme Robert, wo wir nochmals einen wohlverdienten Zwischenhalt machten, bevor wir uns auf den letzten Abstieg nach Noiraigue machten.

Etwas verspätet traten wir nun den Heimweg an. Kurz vor 20 Uhr erreichten wir das Neckertal, wo unsere Reise endete.

Edith Rüegg