Von Pleiten, Pech und Glückspilzen

SPEERSPITZ Ferien sind dazu da, sich zu erholen. Manchmal kommt aber etwas dazwischen, was die Nerven unnötig beansprucht.

Beat Lanzendorfer
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Wattwil - Beat Lanzendorfer Redaktor Toggenburg Medien AG (Bild: Beat Lanzendorfer)

Wattwil - Beat Lanzendorfer Redaktor Toggenburg Medien AG (Bild: Beat Lanzendorfer)

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Ferien sind dazu da, sich zu erholen. Manchmal kommt aber etwas dazwischen, was die Nerven unnötig beansprucht. Folgende Geschichten haben sich in der letzten Woche tatsächlich so zugetragen (die Namen der Protagonisten sind der Redaktion bekannt). Schnee besteht aus feinen Eiskristallen und ist die häufigste Form des festen Niederschlags. Beginnt dieser zu schmelzen, wird daraus Wasser. Als Chef des Wassers seines Wohnortes hat der hier Beschriebene also durchaus einen Bezug zum Schnee, was dieser wiederum zum Anlass nahm, den Leidgeprüften irgendwann zu erlösen.

Passiert ist der Zwischenfall am Fusse des Juliers. Die Skiferien waren vorbei, die Sachen im Auto verstaut, die Familie bereit zur Abfahrt. Einziges Problem: Der Autoschlüssel war unauffindbar. Des Besitzers Schwäche: Er steckt ihn jeweils etwas fahrlässig in die offene Brusttasche. Was tun nach vergeblicher Suche? Der Leidgeplagte ruft seinen Sohn im Toggenburg an: «Du musst mir den Ersatzschlüssel bringen, ich habe meinen verloren.» «Ich fahre sofort los», erwidert der Sohn. Was machen mit der gut zweistündigen Wartezeit? Mehr aus Hoffnungslosigkeit schreitet der Schlüsselverlierer noch einmal den Parkplatz ab und erblickt schon leicht genervt plötzlich etwas Schwarzes in einem Schneehaufen. Beim genaueren Hinsehen entpuppt es sich als sein Schlüssel. Der Sohn darf zu Hause bleiben, die Rückreise kann beginnen. Nicht umsonst heisst der hier Beschriebene mit Vornamen Felix (übersetzt der Glückliche).

Die zweite Anekdote erscheint fast noch unglaublicher. Familie S. hatte sich für Skiferien im östlichen Nachbarland entschieden. Am zweiten Tag kehrte sie mit der Vierergondel in die Talstation zurück. Nach dem Ausstieg vermisste der Vater das Portemonnaie – er meldete den Verlust sogleich dem Bahnpersonal – mit wenig Hoffnung auf Erfolg. Bei der Rückkehr an den Ort des Geschehens am andern Morgen kam zuerst ein enttäuschendes «nichts gefunden» seitens des Bahnpersonals. Dann geschah ein kleines Wunder: Beim Einstieg in die Gondel fand die Tochter im Innern den Geldbeutel – es war noch alles drin. Die Familie fuhr also exakt mit jener Gondel zu Berg, mit welcher sie tags zuvor ins Tal gelangte – die Nr. 46 hat ab sofort eine besondere Bedeutung. Was bleibt als Erkenntnis: Die Hoffnung stirbt immer zuletzt.

@toggenburgmedien.ch

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