Von früh bis spät für Kunden da

Seit 30 Jahren betreibt Renata Hollenstein den Dorfladen Pluspunkt in Mühlrüti. Das war ihr ein Fest mit ihrer Kundschaft wert. Mit einem Spanferkel und Würsten wurde das Jubiläum im kleinen Dorf begangen.

Fränzi Göggel
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Trotz Regen freut sich Renata Hollenstein zusammen mit ihrem Mann Ambros und Paul Meile (rechts), dem Präsidenten der Konsumgenossenschaft Mühlrüti, über das gelungene Fest. (Bild: Fränzi Göggel)

Trotz Regen freut sich Renata Hollenstein zusammen mit ihrem Mann Ambros und Paul Meile (rechts), dem Präsidenten der Konsumgenossenschaft Mühlrüti, über das gelungene Fest. (Bild: Fränzi Göggel)

MÜHLRÜTI. Bitterkalt sei es am 2. November 1980 gewesen, als im Konsum am Entenbach ein Feuer ausbrach. Löschwasser, welches dem Hydranten entlang lief, sei sofort zu Eis erstarrt, wird an einem Tisch im vollen Festzelt erzählt.

Der Konsumgenossenschaft Mosnang fehlte das Geld, um den Laden am Entenbach zu sanieren. Die Hausfrauen in Mühlrüti waren gezwungen, ihre Einkäufe auswärts zu tätigen; keine gute Situation für das kleine Dorf am Fusse der Hulftegg. Initiativ gründete Hans Hollenstein (Ricketschwendi) 1982 eine neue Genossenschaft, die dafür benötigten Anteilscheine wurden von den Mühlrütnern zugesichert. So entstand der neue Dorfladen. Der gesamte Vorstand bestand und besteht noch heute aus engagierten Mühlrütnern.

Verliebt – und geblieben

«Der grossen Liebe wegen bin ich nach Mühlrüti gekommen», erzählt Renata Hollenstein. 23jährig sei sie gewesen, die gelernte Verkäuferin aus Weissbad AI, als sie Ambros «Brösi» Hollenstein an einem Fest kennen lernte. «Ich hatte einen Job in der Stadt St. Gallen, als ich das Angebot bekam, den Laden in Mühlrüti zu übernehmen. Im Dorf wurde ich freundlich aufgenommen und das Angebot im Laden war unbeschreiblich. Von Lebensmitteln bis zu Unterhosen, Geschirr und Miedergummi, Kuhschwanzschnüre, Mäusegift und Veloflickzeug hatten wir alles im Angebot.

Die Kundschaft ist ihr Leben

Am ersten Tag an der Kasse wunderte ich mich, aus welchem Gestell die Kunden all diese Ware nahmen», umschreibt Renata Hollenstein die damalige Situation. Nach und nach reduzierte sie das Sortiment auf ein vernünftiges Niveau. Trotzdem werden Extrawünsche der Kunden gerne erfüllt. Seit drei Jahren befinden sich im Laden eine Postagentur und ein Kafi Egge. «Dies sind wichtige Stützen für unsere Konsumgenossenschaft und nicht mehr wegzudenken», verdeutlicht Renata Hollenstein. «Das heisst nicht, dass wir uns zurücklehnen können. Wir müssen um unsere Kundschaft kämpfen, da wir gegenüber den grossen Discountern nicht konkurrieren können. Aber wir sind stark, kennen die Kunden mit Namen und nehmen Anteil, wenn es einem mal nicht so gut geht.» Renata Hollenstein, Rahel Wohlgensinger, die Lernende Carmen Brändle, Hanni Widmer und Ursula Hollenstein sind mit Herz für die Kunden da.

Vergangenen Samstag wurde gefeiert, open end, wie immer in Mühlrüti. «Seit 4.30 Uhr am Morgen drehte ein Spanferkel am Grill. <Brösi> grillierte Würste, Süsses und feine Getränke wurden vom charmanten Servicepersonal angeboten, für musikalische Unterhaltung sorgten die Mühlrüti-Feger.» Renata Hollenstein sah derweil im Laden nach dem Rechten, lachte mit ihren Gästen im Zelt, und erfüllte auch an ihrem Festtag verschiedenste Kundenwünsche. Wie immer fröhlich und gut gelaunt.