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Sitzt Heidens Ex-Gemeindepräsident auf gepackten Koffern?

Am 23. September steht in Wittenbach der Wahlgang für das Gemeindepräsidentenamt an. Einer der drei Kandidaten ist für Ausserrhoder kein Unbekannter: Heidens ehemaliger Gemeindepräsident, Norbert Näf.
Interview: Alessia Pagani
Der ehemalige Gemeindepräsident von Heiden, Norbert Näf, kandidiert in Wittenbach. (Bild: Sabrina Stübi)

Der ehemalige Gemeindepräsident von Heiden, Norbert Näf, kandidiert in Wittenbach. (Bild: Sabrina Stübi)

Norbert Näf war von 2005 bis 2015 während zehn Jahren Gemeindepräsident von Heiden, bevor er sich zur Wahl als Ausserrhoder Regierungsrat stellte. Den Einzug in die Regierung hat Näf bekanntermassen nicht geschafft. In den vergangenen drei Jahren amtete der 50-Jährige als Gemeindeschreiber im St. Gallischen Untereggen. Nun kandidiert er für das Amt des Wittenbacher Gemeindepräsidenten. Der «Appenzeller Zeitung» steht Norbert Näf Red und Antwort.

Norbert Näf, viele Bürgerinnen und Bürger haben sich im Vorfeld der jetzigen Wahl in Podien oder anderweitig positiv zu Ihnen geäussert. Sitzen Sie schon fast auf gepackten Koffern?

Norbert Näf: Oh nein, die Wählerinnen und Wähler in Wittenbach haben das letzte Wort. Das respektiere ich. Natürlich würde ich mich über eine Wahl sehr freuen.

Wie schätzen Sie Ihre Chancen ein?

Ich bin nur einer von drei Kandidaten. Zwei einheimische, einer bekannter und älter, der andere weniger bekannt, dafür mit einer juristischen Ausbildung. Ich bringe dafür eine Aussensicht und völlige Unvoreingenommenheit sowie einen grossen Erfahrungsschatz mit. Die Voraussetzungen sind gut.

Sie sind im Henry-Dunant-Museum aktiv, haben sich für die Genossenschaft Pro Linde Heiden engagiert. Welche Tätigkeiten werden Sie bei einem Gewinn beibehalten? Welche werden Sie abgeben?

Das Präsidium des Henry-Dunant-Museums ist für mich eine ehrenamtliche Beschäftigung, für die ich mich mit Herzblut engagiere. Aufgrund der überregionalen Ausstrahlung des Museums kann ich auch mit Wohnsitz Wittenbach diese Aufgabe fortführen. Bei der Rettung des Hotel Linde sind wir sehr weit fortgeschritten. Ich würde im Fall einer Wahl das Stiftungsratspräsidium der zu gründenden Stiftung nicht wie geplant übernehmen. Ebenfalls werde ich aus dem Verwaltungsrat der Elektrizitätswerk Heiden AG austreten. Vom dabei gewonnenen Einblick in ein privatwirtschaftliches Unternehmen würde ich auch in Wittenbach profitieren können.

Sie waren zehn Jahre Gemeindepräsident in Heiden, haben das Amt dann wegen Ihrer Kandidatur für den Regierungsrat aufgegeben. Sie sind dann allerdings nicht in die Ausserrhoder Regierung gewählt worden. Haben Sie damals zu hoch gepokert?

Ich habe mir den Rücktritt vom Gemeindepräsidium in Heiden sehr gut überlegt. Nach zehn Jahren war es Zeit für eine Blutauffrischung – für Heiden und für mich. Ich wäre sehr gerne Regierungsrat geworden. Die Nichtwahl war dennoch kein Weltuntergang. Meine aktuelle Aufgabe in Untereggen ist sehr erfüllend. Die mehrheitlich ehrenamtlichen Engagements in Heiden geben mir zusätzlich Gelegenheit, zu gestalten.

Dann haben Sie die Entscheidung, das Gemeindepräsidentenamt in Heiden abzugeben, nie bereut?

Nein, die Zeit in Heiden war die spannendste und herausforderndste in meinem Berufsleben. Das ist mit ein Grund, dass ich nochmals die Leitung einer Gemeinde übernehmen möchte. Gemeindepräsident zu sein ist für mich nicht nur ein Job, es ist meine Berufung. Diese möchte ich aber in einem neuen Umfeld mit neuen Herausforderungen angehen.

Warum Wittenbach? Welche Beziehung haben Sie zur Gemeinde?

Die Nähe zur Stadt und das beibehaltene Ländliche machen Wittenbach sehr attraktiv. Die aktuellen politischen Themen in der Gemeinde (Weg zur Einheitsgemeinde, nachhaltige Innenentwicklung, spannende Finanzierungsaufgaben) finde ich sehr herausfordernd. Ich würde gerne meine Erfahrung und mein politisches Gespür einbringen.

Was werden Sie von ihren Erfahrungen aus dem Appenzellerland mitnehmen?

Die Appenzeller haben einen liberalen Geist. Der Einfluss des Staates auf die Gesellschaft ist klein, die Selbstverantwortung gross. Es wird versucht, bei einem Handlungsbedarf zuerst eigene private Lösungen zu entwickeln und dabei die staatlichen Instanzen ins Boot zu holen. Die Rettung des Hotel Linde ist ein Paradebeispiel dafür.

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