Von der Geburtshilfe zur Geriatrie

Das Spital Wattwil öffnete am Samstag sämtliche Türen für die Bevölkerung. Auf einem Rundgang durch das Gebäude haben die Besucherinnen und Besucher einen Einblick in die verschiedenen Abteilungen erhalten und konnten sich einen Eindruck vom Krankenhaus-Alltag verschaffen.

Olivia Hug
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Wattwil. Ein Krankenhaus-Aufenthalt kann gar nicht so schlimm sein, wenn schon das Essen so gut schmeckt – zu diesem Schluss kam eine Besucherin am Tag der offenen Tür im Spital Wattwil, nachdem sie in der Küche Fischknusperli probiert hatte. Sie war eine von Hunderten Besucherinnen und Besuchern, welche die Möglichkeit nicht missen wollten, das Spital mit sämtlichen seiner Abteilungen kennen zu lernen, ohne aus gesundheitlichen Gründen dort stationiert zu sein.

Dabei erhielten sie auch Einblick in die Küche, deren Türen wie die der Bereiche Hauswirtschaft und Technik offen standen.

Wissen und Action

Damit die Besucherinnen und Besucher den Alltag der im Krankenhaus tätigen Personen noch besser nachvollziehen konnten, gab es vielerorts die Möglichkeit, aktiv ein Gerät auszuprobieren. So kam der Rundgang im Gebäude einem Freizeiterlebnis gleich, das vor allem die Kinder entzückte.

Als «Spielzeug» für die Erwachsenen diente ein Smart, der zum Fahrsimulator umfunktioniert nicht nur unterhaltende Zwecke erfüllte, sondern auch präventive. Dem Lenker wurde das Gefühl vermittelt, einen Alkoholgehalt von 0,8 Promille im Blut zu haben. Da fuhr selbst der beste Autofahrer ein Reh um, übersah ein Rotlicht oder kam von der Spur ab.

Wie in solchen (Un-)Fällen gehandelt wird, demonstrierten am Nachmittag Sanität und Feuerwehr. Von der ersten Analyse der Situation über die Erstversorgung des Patienten bis hin zum Transport ins Spital vergingen nicht mehr als 25 Minuten, strömender Regen hin oder her.

Wo man sich wohl fühlt

Doch auch der informative Teil kam am Tag der offenen Türe nicht zu kurz.

In sämtlichen Abteilungen, die Interessierten offen standen, war eine Fachperson anwesend, die ihr Arbeitsgebiet ausführlich erläuterte oder den Laien jedes noch so kompliziert ausschauende Gerät verständlich machte.

So wurden die Abteilungen der Gynäkologie, der Logopädie oder der Endoskopie zu Orten, an denen sich der Besuchende auch als Patient in sicheren Händen fühlen würde.

Der Computertomograph verwandelte sich in ein technisch eindrucksvolles Gerät, das zuvor noch den Eindruck eines sterilen, engen dunklen Rohrs machte. Der Operationssaal wurde zum Raum, der Verbindung von menschlichen und technischen Höchstleistungen. Kurz: Das Spital war warm und menschennah.

120 Jahre Geschichte

Anlässlich des 120-Jahr-Jubiläums des Spital Wattwil wurde ausserdem eine Ausstellung gezeigt, welche dessen Geschichte von der Gründung im Jahr

1890 bis zum heutigen Tag und den aktuellen Mitarbeitenden anhand von Bildern, Dokumenten, Journalen oder Gerätschaften erläuterte.

Nicht schlecht staunten einige Besucherinnen und Besucher über die Tatsache, dass der Bau des ursprünglichen Spitals rund 180 000 Franken kostete – ein scheinbar winziger Betrag im Vergleich zum geplanten 85-Millionen-Erweiterungsprojekt.