Von der Antike zu Urban Knitting

«Obwohl viel darauf hindeutet, dass das Stricken bereits in der Antike betrieben wurde, scheint das Handwerk zusammen mit den antiken Kulturen untergegangen zu sein», schreibt Linda Andermatt in ihrer Maturaarbeit. Heute wird vermutet, dass die Araber die Technik wiederentdeckten und im 13.

Merken
Drucken
Teilen

«Obwohl viel darauf hindeutet, dass das Stricken bereits in der Antike betrieben wurde, scheint das Handwerk zusammen mit den antiken Kulturen untergegangen zu sein», schreibt Linda Andermatt in ihrer Maturaarbeit. Heute wird vermutet, dass die Araber die Technik wiederentdeckten und im 13. Jahrhundert über Spanien nach Europa gebracht haben. Von dort breitete sich das Handwerk nach Italien aus, den Sprung über die Alpen schaffte es allerdings erst deutlich später. Das Stricken wurde in Europa zu Beginn fast ausschliesslich von Männern betrieben, die damit ihr Einkommen erzielten. Doch da sich das gewerbsmässige Stricken je länger, je weniger rechnete, ging das Handwerk zunehmend zu den Frauen über, die es für den Privatgebrauch ausübten. Andermatt beleuchtet auch die Rolle des Strickens in der Kunst: Sie geht auf die Künstlerinnen Elsa Schiaparelli, Rosemarie Trockel, Bignia Wehrli und die Herisauerin Vera Marke ein.

Schliesslich kommt die Autorin auf den Trend «Urban Knitting» (Urbanes Stricken) zu sprechen, wobei Städte mit Strickwaren, im Stil von Graffiti, verschönert werden (etwa mit Strickbezügen für Laternenpfähle). Dabei erwähnt Andermatt auch die Modedesignerin Iris Betschart, die im Vorfeld der Eröffnung einer Ausstellung im St. Galler Textilmuseum rund 20 Orte in der Stadt mit Wollsocken dekorierte. (jw)