Von Balsamico bis «Bschorle»

Appenzeller Bauern haben eine Interessengemeinschaft Appenzeller Obst gegründet. Sie wollen damit die Vermarktung ihrer Früchte von Hochstammbäumen verbessern.

Martin Brunner
Merken
Drucken
Teilen
Paul Federer, Fredi Klee und Thomas Heierli bilden den Vorstand der IG Appenzeller Obst. Bild: Marin Brunner

Paul Federer, Fredi Klee und Thomas Heierli bilden den Vorstand der IG Appenzeller Obst. Bild: Marin Brunner

Vor allem im Appenzeller Vorderland kümmern sich viele Bauern um ihre Hochstammobstbäume. Doch wie viele ihrer Kollegen schweizweit haben sie Mühe, ihre Früchte zu einem vernünftigen Preis zu vermarkten. Das ärgerte Fredi Klee aus Oberegg. Mit viel Engagement und zusammen mit anderen machte er sich auf die Suche nach Lösungen und fand sie bei der Brauerei Locher in Appenzell. Diese verwertet seit kurzem das Konzentrat zum «Bschorle» und zu Balsamico. Am Montagabend nun gingen die Appenzeller Obstbauern einen Schritt weiter. Sie gründeten die Interessengemeinschaft Appenzeller Obst. Diese hat zum Ziel, die Verwertung des Obstes und des Anbaus von Hochstammobst in beiden Appenzell zu fördern. Zudem soll sie ihre Mitglieder bei der Vermarktung ihres Obstes unterstützen. «Mit unserem neuen Verein haben wir klare Strukturen und Verantwortlichkeiten geschaffen», sagte Fredi Klee, erster Präsident des Vereins (siehe Kasten). «Transport, Pressen, Konzentrat und dessen Verkauf lösen einen Geldfluss aus. Diesen können wir in einer IG klar regeln und auch kontrollieren.» Zudem gehört das Appenzeller Obst ins Projekt zur regionalen Entwicklung des Kantons AI, wofür auch Bundesgelder zur Verfügung stehen. Der Bund verlangt jedoch klare Strukturen, die mit einer IG erfüllt sind. «Falls wir einmal finanzielle Unterstützung benötigen würden, so sind mit der IG zumindest die formellen Voraussetzungen erfüllt.»

IG sucht weitere Obstbauern

Dass nun die IG Tatsache wurde, freut Fredi Klee. «Es kann nicht sein, dass Früchte der Natur auf einem Markt nichts mehr wert sind», betonte er. «Sie haben Wertschätzung verdient. Dies umso mehr, weil sie für das ganze Ökosystem wertvoll sind. Wenn wir also unsere Bäume weiterhin pflegen, so profitieren alle.» Besonders freut ihn, dass die Brauerei unterdessen nicht nur die gelieferte Menge Obst der 35 Obstbauern brauchen kann. Das «Bschorle» ist so erfolgreich, dass die Bauern sogar die doppelte Menge liefern könnten. «Wir sind also auf der Suche nach weiteren Lieferanten. Das lohnt sich, denn wir zahlen einen fairen Preis.»