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Vom Schul- zum Wohnhaus

Vor 50 Jahren wurde Schulhaus Lachen an Hans Jakob Hohl verkauft. Rückläufige Schülerzahlen waren dafür verantwortlich. Heute ist es ein Wohnhaus.
Benjamin Schmid
Das ehemalige Schulhaus Lachen umfasst heute sechs Wohnungen. (Bild: Benjamin Schmid)

Das ehemalige Schulhaus Lachen umfasst heute sechs Wohnungen. (Bild: Benjamin Schmid)

Schon im Frühsommer 1967 beschäftigte sich der Gemeinderat mit der Veräusserung des zu grossen Schulhauses. Das Gebäude aus 1907 stammte aus einer Zeit, als Walzenhausen mehr Einwohner zählte als heute. Einerseits war es ein Ort für Grobstickerei, andererseits etablierte sich Walzenhausen um die Jahrhundertwende als Luftkurort.

Gemäss Peter Eggenberger, Autor und Redaktor, war der an Oberegg angrenzende Bezirk Lachen ein dorfähnlicher Ortsteil voller Leben: «Lachen bot eine erstaunliche Vielfalt an Hotels, Restaurants, Läden, Bäckereien, Käserei, Post und Gewerbebetrieben. Und mittendrin stand das Schulhaus Lachen.»

Von der Weltwirtschaftskrise 1929 und dem Niedergang der Stickerei erholte sich der Bezirk nicht mehr. Die Bevölkerung nahm stetig ab, was 1968 zur Schliessung des Schulhauses führte. «Es hatte schlicht zu wenig Schüler», sagt Eggenberger. Nach erfolglosen Versuchen, auswärtige Unternehmen in die Gemeinde einzuführen, erklärte sich der Gemeinderat bereit, mit dem ansässigen Berufsmann Hans Jakob Hohl in Verhandlungen zu treten. Dabei berücksichtigten die Behörden, dass ein ausbaufähiger Familienbetrieb am Ort erhalten bleiben und im Laufe der Zeit damit gerechnet werden kann, einigen Personen Beschäftigung zu verschaffen. Hohl führte die Hausbäckerei in der fünften Generation und wollte den Betrieb vergrössern.

Wohnungen als Altersvorsorge

Am 8. September 1968 stimmten die Bürger dem Verkauf zu, unter der Bedingung, dass der Käufer ein Schulzimmer unentgeltlich zur Benützung durch Vereine und Institutionen des Bezirks für fünf Jahre überlässt. Hohl war einverstanden und so wurde das ehemalige Schulhaus im Oktober 1968 an ihn überschrieben. «Sofort habe ich Teile des Schulhauses zu einer Bäckerei umbauen lassen», sagt Hohl und ergänzt: «Allerdings wurden die Räumlichkeiten bald wieder zu klein.»

Nachdem Hohl eine Produktionsstätte in Thun übernommen hatte, vermietete er die Bäckerei ein paar Jahre. Bis in die 1980er-Jahre hinein betrieb der Nachfolger Hohls die Bäckerei, bevor er eine eigene Produktionsstätte verwirklichte und das ehemalige Schulhaus wieder leer stand. Als Übergangslösung wurde in den späten 80er-Jahren Asylsuchende aus Ex-Jugoslawien und der Türkei darin einquartiert – mit mässigem Erfolg. «Wir mussten die Menschen kurzfristig irgendwo unterbringen», sagt Ruth Tobler, ehemalige Gemeinderätin und Kantonsrätin, «es war eine schwierige Situation für alle Beteiligten, teilweise herrschten chaotische Zustände.»

Nur wenige Jahre war das ehemalige Schulhaus Unterkunft für Asylsuchende. Hans Jakob Hohl stand vor der Frage, was mit dem Haus geschehen sollte und entschied sich, das Gebäude Anfang der 1990er-Jahre umzubauen und sechs Wohnungen zu schaffen. «Diese Wohnungen sollten meine Altersvorsorge sein.»

Seither bewirtschaftet Hohl, der von Thun wieder in die Ostschweiz zurückgekehrt und am Bodensee sesshaft geworden ist, die Liegenschaft Lachen 768.

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