Vom Schüler, der noch eine Frage hatte

SPEERSPITZ Wenn Schülerinnen und Schüler, meistens im Rahmen eines Mensch-und-Umwelt-Projekts auf der Mittelstufe, durch die elf Räume des Toggenburger Museums in Lichtensteig geführt werden, so sind für den Museumsführer zahlreiche ihrer Reaktionen

Serge Hediger
Merken
Drucken
Teilen
St. Gallen - Serge Hediger Toggenburger Tagblatt, Redaktionsleiter, Wattwil (Bild: Serge Hediger)

St. Gallen - Serge Hediger Toggenburger Tagblatt, Redaktionsleiter, Wattwil (Bild: Serge Hediger)

SPEERSPITZ

Wenn Schülerinnen und Schüler, meistens im Rahmen eines Mensch-und-Umwelt-Projekts auf der Mittelstufe, durch die elf Räume des Toggenburger Museums in Lichtensteig geführt werden, so sind für den Museumsführer zahlreiche ihrer Reaktionen vorhersehbar: «Wow!», rufen die Knaben jeweils im Militär- und Waffenzimmer und bestaunen die spitzen Bajonette an den Gewehren. «Wäh!», finden dagegen die Mädchen und fühlen sich abgestossen von den aus Frauenhaar geflochtenen Schmuckstücken, etwa einer Uhrkette. Und «Mmm!» schliesslich sagen Mädchen und Jungen gleichzeitig und reiben sich die Bäuche, wenn sie in der Museumsküche vor dem Waffeleisen stehen und sich vorstellen, welche süssen Desserts damit zubereitet werden.

Kürzlich jedoch hat ein Junge mit seiner Reaktion den Museumsführer völlig überrascht – und mit ihm auch den Lehrer zum Lachen gebracht. Seine Frage betraf die Vitrine, in der die Toggenburger Sennentracht sowie die bürgerliche Kleidung aus dem vorvorherigen Jahrhundert ausgestellt sind. Hier werden den Besuchern auch einige Kleinkinder-Häubchen gezeigt. Gefertigt aus feinstem, weissem Stoff, mit Perlenstickerei oder Garnhäkelei verziert, schützten sie einst die Köpfchen der Neugeborenen. Weder die Exponate noch die Thematik haben die Besucher je zu Fragen angeregt. Bis dieser Junge kam: «Sie», fragte er mit fachmännischem Unterton und zeigte auf die Baby-Häubchen, «wie alt sind eigentlich diese BH?»

@toggenburgmedien.ch