Vom Kopf auf die Festplatte

Als ehemaliger Betriebsleiter der Dorfkorporation Mosnang hat Paul Bollhalder die Kommunikations-, Wasser- und Stromleitungen des Versorgungsnetzes im Kopf. Nun werden sie digitalisiert und auf einer Festplatte gespeichert.

Matthias Giger
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MOSNANG. Im Frühjahr 2011 haben die Korporationsbürger der Dorfkorporation Mosnang einem Projekt zugestimmt. Dieses sieht vor, bis Herbst 2013 digitale Pläne der Werkleitungen im gesamten Versorgungsgebiet zu erstellen. «Noch ist das freiwillig, aber es ist gut möglich, dass der Kanton in einigen Jahren den Korporationen vorschreibt, dies nachzuholen, falls es noch nicht geschehen ist. Wir handeln hier frühzeitig», sagt Peter Bürge, Betriebsleiter der Dorfkorporation.

Versorgungsnetz im Kopf

Den Auftrag zur Erfassung der Daten hat die Dorfkorporation der Regionalwerk Toggenburg AG (RWT) übertragen. «Sie haben die nötige Software und Erfahrung», begründet Peter Bürge. So sind derzeit die RWT-Mitarbeiter Herbert Strässle und Christian Buchegger in den Quartieren von Mosnang unterwegs, um die genauen Daten der jeweiligen Leitung zu erfassen. Mit dabei ist jeweils Paul Bollhalder. «Er ist mein Vorgänger und hat beinahe das gesamte Netz der Werkleitungen im Kopf. Auch deshalb haben wir beschlossen, dass wir das Projekt jetzt in Angriff nehmen», sagt Peter Bürge.

Digitale Karte spart Zeit

Das Team aus den Mitarbeitern der RWT und Paul Bollhalder geht so vor, dass es zunächst alles auf Papier aufschreibt, sowohl die genauen Koordinaten, welche die RWT-Mitarbeiter mittels eines GPS-Geräts (Globales Positionierungs-System) feststellen, als auch die übrigen Daten wie beispielsweise die Art oder die Kapazität der Leitung erfassen. Diese geben sie anschliessend in eine Datenbank ein, die der digitalen Karte zugrunde liegt. Bisher war es so, dass mit der Pensionierung eines Betriebsleiters viel Wissen wieder verloren gegangen ist. Was sie im Kopf haben, da sie die Infrastruktur mit der Zeit wie ihre Hosentasche kennen, kann nun binnen Sekunden aus der digitalen Karte gezogen werden. Peter Bürge macht ein konkretes Beispiel: «Nehmen wir an, ein Landwirt möchte auf seinem Hof eine Photovoltaikanlage bauen und diese Anlage würde relativ viel Strom produzieren. So können wir auf der digitalen Karte nachsehen, ob unsere Leitung überhaupt die Kapazität besitzt, damit der produzierte Strom ins Netz eingespeist werden kann.» Bisher habe man zuerst vor Ort fahren, messen und berechnen müssen, um dies in Erfahrung zu bringen. Auch für die langfristige Planung der Infrastruktur bietet die digitale Karte damit für die Dorfkorporation eine gute Grundlage. Beispielsweise lässt sich damit nachsehen, welche Leitungen vom Alter her erneuert oder von der Kapazität her erweitert werden müssen.