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Vom Imkerfieber gepackt

Marcello Pirrone ist Schreiner und beschäftigt sich mit Bienen. Über seinen Online-Shop vertreibt er Produkte für die Imkerei. Hergestellt werden diese in der Schreinerei des Johanneums in Neu St. Johann.
Jesko Calderara
Marcello Pirrone (links) lässt seine Produkte für die Imkerei in der Schreinerei des Johanneums herstellen. Dort arbeiten der Berufsbildner Peter Lenggenhager (rechts) und der Schreiner-Lernende Renato Ammann an der Fertigung. (Bild: Jesko Calderara)

Marcello Pirrone (links) lässt seine Produkte für die Imkerei in der Schreinerei des Johanneums herstellen. Dort arbeiten der Berufsbildner Peter Lenggenhager (rechts) und der Schreiner-Lernende Renato Ammann an der Fertigung. (Bild: Jesko Calderara)

HEMBERG/NEU ST. JOHANN. Seine Leidenschaft für Bienen hat Marcello Pirrone vor drei Jahren entdeckt. «Eher zufällig, eine Freundin hat mich dazu gebracht.» Unterdessen habe er jedoch grossen Gefallen daran gefunden, weil Bienen sich nur teilweise steuern liessen, sagt der 42-Jährige. «Sie sind nicht hundertprozentig greifbar, sondern machen was sie wollen.» Dies gefalle ihm, betont er. Mittlerweilen beschäftigt sich der in Hemberg wohnhafte Schreiner jedoch intensiv mit der Imkerei. So bietet er über seinen Onlineshop nebst anderen Produkten Schweizer Bienenkästen und Magazine an.

Das Imkern mit dem konventionellen Bienenhaus, sagt Marcello Pirrone, sei heute in der Deutschschweiz die verbreitetste Form. « Diese Lösung ist jedoch relativ teuer.» Sein Ziel sei es nun, mögliche Alternativen anzubieten. Er möchte deshalb in Zukunft durch das Entwickeln und Vertreiben von Nischenprodukten seine Arbeit in der Schreinerei mit der Passion für die Imkerei verbinden. «Das Rad habe ich dabei nicht neu erfunden», sagt Marcello Pirrone. Er habe positive Elemente bereits bestehender Lösungen abgeschaut und in seine Produkte einfliessen lassen.

Einfache Handhabung

So hat der Imker einen Bienenkasten sowie ein Magazin nach Schweizer Mass im Angebot, alle anderen gängigen Masse dagegen importiert er aus dem Ausland. «Für Imker ist es empfehlenswert, ein in der Region vorhandenes Rahmenmass zu verwenden.» Jedes System habe seine Vor- und Nachteile, sagt Marcello Pirrone. «Magazine ermöglichen aber eine einfache und flexible Betriebsweise.» Die Rähmchen mit den Bienenwaben könnten so von oben begutachtet und bei Bedarf herausgenommen werden, betont er die Vorzüge der Magazine. Ausserdem könnten diese ohne Bienenhaus im Freien aufgestellt werden. Das Internet als Absatzkanal hat Marcello Pirrone ganz bewusst gewählt. «Mit einem Laden wäre ich standortgebunden. So jedoch kann ich die Produkte in der ganzen Schweiz vertreiben.» Als Zielkunden hat er insbesondere Jung-Imker im Visier. «Jedoch eignet sich mein Angebot eigentlich für alle.»

Produktion im Johanneum

Da die Nachfrage nach seinen Produkten stetig steigt, hat der Schreiner für die serielle Produktion einen Partner gesucht. Gefunden hat er diesen in der Schreinerei des Johanneums in Neu St. Johann.

Die Idee, damit einen Ausbildungsbetrieb zu beauftragen, habe er schon seit längerem im Hinterkopf, sagt Marcello Pirrone. «Nebst der kurzen Distanz schätze ich die persönliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit.» Im Johanneum absolvieren bis zu 50 Jugendliche mit einer Lernbehinderung ihre berufliche Ausbildung. «In der Schreinerei erhalten sie die Gelegenheit, einen internen Lehrabschluss oder den eidgenössischen Berufsattest (EBA) als Schreiner oder Holzbaupraktiker zu erwerben», sagt Werkstattleiter Werner Strässle. Während etwa ein Drittel der Aufträge von extern stammen, beschäftigen sich die Mitarbeiter die verbleibende Zeit über mit internen Arbeiten, etwa dem Unterhalt der eigenen Liegenschaften.

Ein Arbeitstag pro Bienenkasten

In jedem Bienenkasten, so Werner Strässle, stecke ungefähr ein Arbeitstag. «Dabei wird einheimisches Fichtenholz oder Weymouthsföhre verwendet.» Für die Auszubildenden seien die Herstellung der Imkerprodukte, darunter auch Rähmchen (Lindenholz) ideale Lernobjekte, erläutert er. Auf diese Weise beschäftigen sich die Jugendlichen laut Werner Strässle mit dem gesamten Holzverarbeitungsprozess vom Zuschneiden des Werkstoffs über die Weiterverarbeitung bis zur Fertigstellung und Auslieferung des Endproduktes.

www.bienenbeuten.ch

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