Vom Hunger auf Wissen darüber

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Toggenburg Aus Anlass der Sonderausstellung über die Hungersnot von 1816/1817 organisieren das Toggenburger Museum und die Toggenburger Vereinigung für Heimatkunde gemeinsam eine Veranstaltungsreihe.

Im Jahre 1895 fand im Gerichtssaal des vormals äbtischen Amtshauses in Lichtensteig eine wegweisende Ausstellung heimischen Kulturguts statt. Über 500 Gegenstände aller Bereiche der menschlichen Tätigkeit vergangener Zeiten aus der Region wurden präsentiert. Die Ausstellung fand weit über die Grenzen des Thur- und Neckertals grosse Beachtung und führte erst zur Gründung des Toggenburger Museums und später zur Gründung der Toggenburger Vereinigung für Heimatkunde. Heute sind die Beziehungen noch immer traditionell eng, so dass es dieses Jahr anlässlich der Sonderausstellung «Z’Esse gits nur gsottes Gräs» zu einer grossen, gemeinsam organisierten Veranstaltungsreihe kommt.

Den Auftakt macht am Sonntag, 7. Mai (14 Uhr, Rathaus Lichtensteig) der Vortrag «Die Ostschweiz hungert» von Louis Specker, dem ehemaligen Direktor des Historischen Museums Lichtensteig. Beendet wird die Reihe am Samstag, 11. November (14.15 Uhr, Gasthaus Rössli, Dietfurt) mit dem Vortrag «Hunger heute», gehalten vom Mosnanger Walter Fust, dem ehemaligen Chef der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza).«Bei unseren gemeinsamen Wurzeln und mit dem Thema Hunger als Leitgedanke lag es nahe, mit einem koordinierten Auftritt unsere beiden vergleichbaren Zuhörer- und Besucherschaften zusammenzuführen», erklärt Ernst Grob, Obmann der Vereinigung, wie es zu der Zusammenarbeit gekommen ist. «Im Toggenburg kann vieles Heimatkunde im weitesten Sinne sein.» So führt die Veranstaltungsreihe denn exkursionshalber ins Goldingertal, wo es vor 200 Jahren als Folge der starken Regenfälle zu einem Bergrutsch kam, oder ins Landwirtschaftliche Zentrum Flawil, wo die Bedeutung der Kartoffel als Mittel gegen den Hunger erläutert wird.

«Es ist uns wichtig, mit unseren Veranstaltungen nicht nur im Historischen zu bleiben und von früher zu reden, sondern uns auch Gedanken zum Heute zu machen. Was die Menschen vor 200 Jahren im Toggenburg erlebten, ist in anderen Regionen noch immer aktuell», sagt Ausstellungsmacherin Christelle Wick vom Toggenburger Museum.

Serge Hediger

serge.hediger@toggenburgmedien.ch