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Nach 15 Jahren im Herisauer Gemeinderat will sich Regula Ammann-Höhener nun der Kirche widmen

Regula Ammann-Höhener legte Anfang Monat ihr Amt als Gemeinderätin Herisaus ab und kehrt mit 55 Jahren der Politik den Rücken. Für die Gesellschaft will sie sich weiterhin einsetzen – dies in einer neuen Funktion.
Alessia Pagani
Regula Ammann-Höhener schaut gelassen in die Zukunft. (Bild: Alessia Pagani)

Regula Ammann-Höhener schaut gelassen in die Zukunft. (Bild: Alessia Pagani)

Das Leben leben. Dies antwortet Regula Ammann-Höhener auf die Frage nach ihren Zukunftsplänen. Die Frage ist nicht ganz unbegründet: Während 15 Jahren war sie Gemeinderätin in Herisau – Anfang Monat hat sie das Amt niedergelegt. Regula Ammann ist 55 Jahre alt. Im besten Alter für eine politische Tätigkeit.

Nur «das Leben leben» stimmt denn auch nicht ganz. Regula Ammann will nach ihrer langjährigen Tätigkeit als Gemeinderätin in den Kirchenrat der evangelisch-reformierten Landeskirche beider Appenzell. Am 25. Juni ist die Wahl. Ammann interessiert sich auch weiterhin für gesellschaftliche Entwicklungen:

«Die Kirche und ihre Werte hat unser Zusammenleben geprägt. So muss beispielsweise der Sonntag Sonntag bleiben, erst recht in einer immer sich schneller wandelnden Zeit.»

Sie habe sich die Anfrage gründlich überlegt und sich dann für eine Kandidatur entschieden, sagt Regula Ammann.

Jetzt geht es aber erstmals um den Rückblick auf ihre Herisauer Zeit. Eine «sehr gute, schöne Zeit, für die sie dankbar ist», wie sie selber sagt. Einfach hatte es Regula Ammann nicht immer: «Vielleicht wäre ich weitergekommen, wenn ich eine Partei im Rücken gehabt hätte. Ich stand manchmal ein wenig alleine da. Andererseits konnte ich immer das Allgemeinwohl in den Vordergrund stellen, ohne Rücksicht auf Parteipolitik.»

Richtiger Zeitpunkt wichtig

Regula Ammann war 28 Jahre alt, als sie 1992 in den Einwohnerrat Herisau gewählt wurde. Sie wurde damals von der Gruppierung Domino portiert, welche alsdann der Politik wieder den Rücken kehrte und im Jahr 1998 zu der noch heute bekannten Eventagentur wurde. Die Mitglieder von Domino verband denn auch keine gemeinsame politische Gesinnung. Die Absicht bestand vor allem darin, Einwohnerrätinnen und Einwohnerräte zu stellen, welche jünger sind als 30 Jahre.

2004 wurde Regula Ammann in den Gemeinderat gewählt – portiert von der Gruppierung Forum Herisau. Immer wieder sorgte dies für Gesprächsstoff. 2014 entzog ihr die SVP die Unterstützung für die Wiederwahl. «Mir wurde vor allem von den Parteistrategen immer wieder vorgeworfen, dass man nicht wisse, wofür ich einstehe. Rückblickend ist es vielleicht ein Wunder, dass ich überhaupt gewählt wurde», sagt Ammann und erinnert an ihre Gegenkandidaten Max Eugster und Erwin Stixenberger. Beide haben damals den Sprung in den Gemeinderat nicht geschafft. Regula Ammann spricht immer wieder vom richtigen Zeitpunkt:

«Vielleicht war damals das parteipolitische Denken noch weniger ausgeprägt und von den Herisauern habe ich mich immer getragen gefühlt.»

Regula Ammann war Ressortchefin Tiefbau/Gewässerschutz. Besonders letzteres ist ihr immer sehr am Herzen gelegen. Als einer der Höhepunkte nennt sie den Ausbau der Abwasserreinigungsanlage mit einer Pulver-Aktivkohle-Stufe im Jahr 2015, einem schweizweit bekannten Pionierprojekt und der dazugehörige Umbau der Kläranlagen Saum und Schwänberg. «Im Bereich Gewässerschutz besteht für die kommenden 20 Jahre kaum mehr Handlungsbedarf». Ammann freut sich auch, dass die Abwassergebühr trotzt des Ausbaus merklich gesenkt werden konnte. Der an der Glatt Aufgewachsenen ist Umweltschutz allgemein wichtig, so wurden während ihrer Amtszeit Solaranlagen beim Ebnet und der ARA in Betrieb genommen, Fahrzeuge des Werkhofs durch Elektrofahrzeuge ersetzt oder die Biodiversität gefördert, das Langsamverkehrskonzept umgesetzt und die öffentliche Beleuchtung modernisiert.

Sie musste auch Niederlagen einstecken

Aber die ehemalige Gemeinderätin hat auch Niederlagen einstecken müssen, zum Beispiel, als das Volk das neue Parkierungsreglement an der Urne abschmetterte. Regula Ammann nimmt es gelassen. «Ich bin sicher, die Änderungen wären richtig gewesen.» Aber Abstimmen heisse entscheiden dürfen. «Das Volksrecht ist das wichtigste Gut unserer Demokratie und das würde ich nie in Frage stellen. Trotz vieler Jahre in der Politik, bin auch ich den längeren Teil des Lebens Volk.» Der Druck auf die Parkplätze werde sich noch erhöhen und die Lösung dürfe nun der neue Gemeinderat finden.

Ganz besonders hat Regula Ammann in all den Jahren als Gemeinderätin die gute Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden ihres Ressorts Tiefbau/Umweltschutz und den Austausch mit der Energiekommission genossen. «Jetzt bin ich selber gespannt, was das Leben leben mir noch für Begegnungen und Aufgaben bringt.»

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