Voltige-Auftritt war weltmeisterlich

Voltige Lütisburg gewinnt an der Schweizer Meisterschaft in Interlaken zum Saisonabschluss einmal Gold und zweimal Silber. Wegen eines Sturzes mit Verletzungsfolgen musste Voltige Lütisburg 1 tief in die Trickkiste greifen, um doch noch den Titel zu gewinnen.

Urs Nobel
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Voltige Lütisburg: (von links) Monika Winkler, Leona Fischer, Nadja Büttiker, Melanie Guillebeau, Martina Büttiker, Ramona Näf und Jenny Dal Zotto. (Bild: André Guillebeau)

Voltige Lütisburg: (von links) Monika Winkler, Leona Fischer, Nadja Büttiker, Melanie Guillebeau, Martina Büttiker, Ramona Näf und Jenny Dal Zotto. (Bild: André Guillebeau)

LÜTISBURG. Keine Frage, Voltige Lütisburg wollte an der Schweizer Meisterschaft in Interlaken seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigen. Alles andere wurde vom amtierenden Weltmeister auch nicht erwartet. Voltige Lütisburg benötigte aber eine weltmeisterliche Leistung, um die Meisterschafts-Goldmedaille zu gewinnen.

Sogar mit einem Flickflack

Was war passiert? Das Team befand sich in der Kür – nach der Pflicht führte es mit grossem Vorsprung – etwa in der Mitte seiner Vorführung, als Nathalie Bienz beim Abgang vom Pferd stürzte und sich verletzte. Sofort wurde die Schwarzenbacherin aus dem Zirkel gezogen, während Monika Winkler Pferd Willy weitertrieb. «Mached, was ihr chönd», forderte sie ihre routinierteren Mädchen auf, und diese improvisierten weltmeisterlich. Für die Mannschaft ging es darum, die vorgeschriebene Zeit zu überbrücken, und sie überbot sich dabei an Phantasie. «Die beiden Büttiker-Schwestern zeigten sogar je einen Flickflack, etwas, was sie vor zwei Jahren das letzte Mal gemacht hatten», schwärmte Vereinspräsident Kurt Bischofberger im nachhinein von der Leistung seiner Mädchen.

Gesamte Erfahrung ausgespielt

Ein Abbruch der Übung stand für die Longenführerin Monika Winkler nie zur Debatte. «Immerhin hatten wir drei von insgesamt fünf Dreierblöcken bereits hinter uns. Zudem darf man von einem Weltmeister erwarten, dass dieser improvisieren kann.» Monika Winkler zeigte aber Respekt vor der Leistung ihrer Truppe. «Sie hat ihre gesamte Erfahrung ausgespielt, und es ist aufgegangen.» Somit gewann Lütisburg zwar die erhoffte Goldmedaille, nicht aber wie erwartet, auf einfache Art. Nathalie Bienz wurde im Anschluss ins Spital gebracht. Die Röntgenbilder zeigten, dass glücklicherweise nichts gebrochen war. Doch das Kreuzband dürfte gerissen sein. Nathalie Bienz durfte mit dem Team heimreisen und kann die weitere Behandlung vor Ort über sich ergehen lassen. Gut für sie und die ebenfalls verletzte Ramona Näf, dass die Saison nun vorbei ist. Eine Saison, die als erfolgreichste in der Geschichte von Voltige Lütisburg eingehen wird. Die beiden haben nun Zeit, ihre Verletzungen richtig auszuheilen.

Juniorenteam mit Silber

Dem Saisonverlauf entsprechend gewann Lütisburg 2 erwartungsgemäss in der Kategorie Junioren die Silbermedaille. Eine Silbermedaille setzte es im Einzel Elite zudem für Melanie Guillebeau ab, die nach der Pflicht noch führte, sich dann aber von der routinierteren Simone Jaïser noch überholen lassen musste.

Wie weiter?

Für Voltige Lütisburg ist die Saison zu Ende. Noch in diesem Jahr werden Monika Winkler und ihr Trainer-Umfeld darangehen die Kür 2013 einzustudieren und man darf gespannt sein, wer vom jetzigen Team dann noch dabei sein wird. Wer will weitermachen, wer kürzer- oder sogar zurücktreten?