Volley Toggenburg schafft Ligaerhalt

In der vermutlich spannendsten Partie dieser Saison gewinnt Volley Toggenburg auswärts gegen den VBC Aadorf mit 2:3 (25:19, 25:21, 23:25, 15:25, 16:18). Im alles entscheidenden Spiel sichert sich das Team den Ligaerhalt. Fast hatte jedoch der Gastgeber seine goldene Stunde.

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Die Toggenburgerinnen kämpfen um jeden Punkt und schaffen den Ligaerhalt. (Bild: pd)

Die Toggenburgerinnen kämpfen um jeden Punkt und schaffen den Ligaerhalt. (Bild: pd)

VOLLEYBALL. Mit dem letzten Pfiff der Schiedsrichterin kam der erlösende Moment. Der Moment, da sich die ganze Spannung, die ganze Anspannung der vergangenen Wochen in Emotionen entlud. Jubel, herzliche Umarmungen und Freudentränen auf Seiten der Toggenburgerinnen; grosse Enttäuschung dafür bei den Aadorferinnen, Frust bei deren Fans. So knapp davor war das Team von Trainer Frieder Strohm noch nie gewesen. Beinahe wäre dem NLB-Meister der Coup geglückt. Der Aufstieg in die NLA war zum Greifen nah. Doch Volley Toggenburg hatte den längeren Atem. In extremis setzte sich der Gast in der vollen Turnhalle in Guntershausen durch. Damit spielt Volley Toggenburg auch in der kommenden Saison in der höchsten Liga.

Die emotionalste Partie

Das dritte und entscheidende Spiel der Best-of-three-Serie um den letzten Platz in der NLA war ein sehr emotionales. Für beide Mannschaften ging es in diesem Spiel um sehr viel. Volley Toggenburg wollte unbedingt der Schmach entgehen, die schwache Saison mit einem Abstieg in die Nationalliga B zu besiegeln. Zudem fühlte sich der VBC Aadorf einem möglichen Wiederaufstieg in die Nationalliga A schon lange nicht mehr so realistisch nahe.

Die Zuschauer in der voll besetzten neuen Turnhalle in Guntershausen erlebten ein hektisches, spannendes Spiel. Besonders in den ersten zwei Sätzen fehlte jegliche Ruhe auf beiden Seiten. Beide Teams versuchten mit ungestümen Aktionen, möglichst viele Punkte schnell auf ihr Konto zu bringen. Nur allzu oft gingen die Aktionen nicht auf. Unsicherheiten, Eigenfehler und fehlende Präzision machten sich breit. Es dauerte lange, bis sich die Spielerinnen auf die Konzentration besannen und die Geduld, das Spiel über drei Berührungen aufzubauen. Besonders im allerletzten fünften Satz galt es für beide Mannschaften, nichts erzwingen zu wollen. Volley Toggenburg bewies das robustere Nervengewand in dieser äusserst druckvollen Phase. Gleich drei Matchbälle wusste der Gastgeber nicht in den Sieg umzuwandeln, weshalb die Toggenburgerinnen den Sack bei ihrem ersten Matchball zumachten.

Der gerettete dritte Satz

Schon wie eine Woche zuvor, geriet Volley Toggenburg zu Beginn des Spiels in Rücklage. Die ersten Sätze gingen an die starken Thurgauerinnen. Coach Strohm konnte aus dem Vollen schöpfen: Mit den Caluori-Schwestern, Nachwuchstalent Julie Lengweiler, Rahel Oswald, Passeuse Tabunscic, Libera Pantaleoni und der amerikanischen Verstärkung Erica Stahl hatte er eine sehr kompakte, angriffs- und blockstarke Formation beieinander. Volley Toggenburg musste sich erst einmal finden, klappte das Zusammenspiel zuerst nicht wie gewünscht. Der Gastgeber hatte allen Grund, sich Hoffnungen auf den Sieg zu machen. Auch das Publikum – vorwiegend Fans der Aadorferinnen – sah sich schon auf der Siegerseite. Im dritten Satz, der mit einer Zitterpartie endete, fand Volley Toggenburg aber in seine Rolle zurück. Nach einigen Auswechslungen (auch wegen der unglücklichen Verletzung von Miriam Reiser) klappte das Zusammenspiel gut. In ihrem letzten Spiel für Volley Toggenburg zeigte sich auch Sabina Kleger von ihrer besten Seite. So retteten sich die Toggenburgerinnen knapp in einen weiteren Satz.

Im vierten Satz zog Aadorf eine Schwächephase ein. Den Rückstand von sechs Punkten, in kurzer Zeit, auf die Toggenburgerinnen wusste man nicht mehr einzuholen, viel zu viele Fehler schlichen sich ein. Den verlorenen Satz schon in Aussicht, liess der Thurgauer Trainer gleich drei Spielerinnen einwechseln. Ein aufgeblühtes Toggenburg nutzte dies gekonnt aus und stahl sich wiederum ins Tiebreak.

Der Showdown zum Schluss

Zu schön wäre es gewesen, wäre auch der letzte Satz so mühelos an die Toggenburgerinnen gegangen. Doch Geschenke von den Thurgauerinnen gab es dieses Mal nicht mehr. Schritt für Schritt näherten sich beide Mannschaften dem Spielende, ohne dass sich eine als Favoritin hervorheben konnte. In dieser hochspannenden Showdown-Phase fieberte das Publikum mit wie selten zuvor. Jetzt wurde nichts mehr erzwungen, jeder Ball wurde gerettet oder hart umkämpft. Gleich drei Chancen hatte der Gastgeber auf den Sieg vergeben, ja einmal gar wähnte er sich schon als Aufsteiger, als die Schiedsrichterin zur Erleichterung der Toggenburgerinnen den Punkt zugunsten der Gäste sprach. Diese zeigten Nerven aus Stahl und konnten in extremis drei Matchbälle abwenden, ehe es an ihnen war, einen letzten druckvollen Smash in den Ligaerhalt zu verwandeln. (pd)

Matchprotokoll: VBC Aadorf – Volley Toggenburg 2:3 (25:19, 25:21, 23:25, 15:25, 16:18). Volley Toggenburg: V. Varbanova, S. Kleger, M. Reiser, M. Schneider, L. Betz, S. Zielinski, N. Lutz, P. Humbel, A. Lutz, N. Terinieri, X. Erni-Zhang. Trainer: Marcel Erni. VBC Aadorf: L. Samland, R. Oswald, M. Tabunscic, E. Stahl, A. Baghdady, M. Schindler, L. Caluori, N. Pantaleoni, M. Widmer, V. Caluori, J. Lengweiler. Trainer: Frieder Strohm. Schiedsrichter: Milena Keser und Yves Kälin. Spieldauer: 116 Minuten (23, 24, 29, 21, 19). Publikum: 250 Zuschauer.