Volley Toggenburg mit Niederlage

Exakt 24 Stunden nach dem ersten Meisterschaftsspiel musste Volley Toggenburg auswärts im Ostschweizer Derby gegen VC Kanti Schaffhausen antreten. Das Spiel VC Kanti Schaffhausen – Volley Toggenburg endete mit einem 3:0 (25:21, 25:14, 25:20) für die Gastgeber.

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Trotz starker Phasen konnten die Toggenburger Volleyballerinnen keinen Sieg gegen den VC Kanti Schaffhausen feiern. (Bild: Reinhard Kolb)

Trotz starker Phasen konnten die Toggenburger Volleyballerinnen keinen Sieg gegen den VC Kanti Schaffhausen feiern. (Bild: Reinhard Kolb)

VOLLEYBALL. In der BBC Arena hingen die Trauben für die Gäste zu hoch: Das Spiel ging trotz guten Phasen klar mit 3:0 an die Munotstädterinnen. Beim VC Kanti Schaffhausen ist Internationalität Trumpf: Von 12 Spielerinnen sind nur gerade vier Spielerinnen aus der Schweiz. Drei Deutsche, zwei Amerikanerinnen, eine Tschechin, eine Spanierin und eine Isländerin stehen im Aufgebot der Schaffhauserinnen.

Angeführt wird das Team vom erfahrenen deutschen Captain Grit Lehmann. Sie übernimmt in wichtigen Momenten die Verantwortung und organisiert das Team. Spielerisch zieht neu eine Amerikanerin die Fäden bei Schaffhausen: Die Zuspielerin van Orden überzeugte in ihrem ersten Meisterschaftsspiel und setzte ihre Angreiferinnen bereits sehr variabel ein. Trotz der Internationalität muss man bei Schaffhausen auch zwei Schweizer Spielerinnen speziell erwähnen: Auf der Aussenposition duellieren sich die beiden Nationalspielerinnen Steinemann und Sirucek auf einer Position. Beide hatten ihre Einsatzzeit und zeigten ihr Können im internationalen Starensemble.

Starke Phasen

Toggenburg zeigte auch in diesem zweiten Meisterschaftsspiel einige starke Phasen. Von Beginn weg hielten die Gäste sehr gut mit. Der erste Satz konnte über weite Strecken ausgeglichen gestaltet werden. Bei VC Kanti Schaffhausen war eine Spur Nervosität sichtbar, als sich Toggenburg einfach nicht abschütteln liess. Beim Stand von 15:16 passierten den Aussenseiterinnen aber einige Fehler zu viel und VC Kanti Schaffhausen konnte sich entscheidend absetzen und den ersten Satz mit 25:21 für sich entscheiden.

Im zweiten Satz verzeichneten die Toggenburgerinnen einen Fehlstart. Die gut funktionierenden Annahmen im ersten Satz waren plötzlich weg und Kanti Schaffhausen dominierte das Spielgeschehen. Vor allem mit dem gut positionierten Block hatten die Toggenburgerinnen viel Mühe. Wenn mal ein Ball durchkam, so stand da immer eine stabile Verteidigung und Kanti Schaffhausen erhöhte sogleich wieder den Druck. Aus dieser Umklammerung konnten sich die Gäste kaum lösen.

Erfreulich auf Toggenburger Seite war, dass man trotz eines klaren Rückstandes den Kopf nie hängen liess. Das Team freute sich über jeden Punkt und kam so bei klarem Spielstand für Schaffhausen zu einigen schönen Aktionen. In dieser Situation kam dann auch die Nachwuchspasseuse Sarah Bichler zu ihrem ersten NLA-Einsatz. Sie fügte sich bei ihren ersten Bällen nahtlos ins Team ein und spielte sehr selbstsicher auf. Das war dann aber leider im zweiten Satz auch alles. Mit 25:14 setzten sich die einheimischen Favoritinnen klar durch.

Immer am Limit

Nach den ersten beiden Sätzen war klar, dass auch nur ein Satzgewinn für Volley Toggenburg sehr schwierig zu realisieren ist. Nur wenn dem Team alles gelingt, alle Spielerinnen am oberen Limit spielen und 120 Prozent ihres Leistungsvermögens abrufen können, kann man auf diesem Niveau mithalten. VC Kanti Schaffhausen agierte weiter sehr konzentriert und zeigte auf allen Positionen kaum Schwächen. Unter keinen Umständen wollte das Team von Dirk Gross Volley Toggenburg ins Spiel reinkommen lassen. Man merkt, dass vor allem die Stabilität fehlt und die Automatismen noch nicht genau zusammen spielen. Das ist mit der sehr kurzen Vorbereitungszeit auch noch gar nicht möglich. Die junge Leonie Bisang als Neuzuzug von Voléro Zürich hatte bis vor einer Woche mit einer hartnäckigen Achillessehnen-Entzündung zu kämpfen und konnte erst jetzt normal trainieren. An Sprünge war vorher nie zu denken. Auf diesem Niveau ist diese kurze Vorbereitungszeit ein schwerwiegendes Handycap, weil das Timing mit der Zuspielerin noch gar nicht funktionieren kann. Jetzt gilt es für Volley Toggenburg, solche Niederlagen wie am Sonntag weg zu stecken und den Kopf nicht zu verlieren.

Cupfinalist zu Gast

Bereits am kommenden Samstag geht es in der Rietsteinhalle weiter. Da wartet schon der nächste schwere Brocken auf die Toggenburgerinnen. Mit Franches-Montagnes tritt der letztjährige Cupfinalist in Wattwil an. Toggenburg möchte der neu zusammengewürfelten Mannschaft aus den Freibergen natürlich nur allzu gerne ein Bein stellen. (me)

Matchbericht VC Kanti Schaffhausen – Volley Toggenburg 3:0 (25:21, 25:14, 25:20) Volley Toggenburg: Aylin Baghdady, Leslie Betz, Sarah Bichler, Leonie Bisang, Xiaohua Erni-Zhang, Lina König, Claudia Lehmann, Anja Lutz, Nina Lutz, Marina Schneider. Coach: Marcel Erni. VC Kanti Schaffhausen: B. Delano, S. Belotti, Z. Widmer, L. V. Orden, G. Lehmann, S. R. Bacchi, A. C. Quade, N. Götz, L. Sirucek, E. Steinemann, L. Rydvalova. Coach: Dirk Gross. Spieldauer: 77 Minuten (26, 23, 28) 205 Zuschauer Schiedsrichter: Helmut Tschrischnig und Dominik Zindel