«Volles Engagement gegen Initiativen»: Die Innerrhoder Bauern lehnen die Trinkwasser- und die Massentierhaltungsinitiative vehement ab  

Nicht nur die Initiativen zur Landwirtschaft, auch die Zukunft des Anbindestalls macht den Bauern Sorgen. Bei beiden gelte es, die Bevölkerung zu informieren und ihr die Folgen zu erklären.

Martin Brunner
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Walter Mock, Urs Schneider und Konrad Klötzli (von links) führten durch den Abend.

Walter Mock, Urs Schneider und Konrad Klötzli (von links) führten durch den Abend.

Bild: PD

«Wir Bauern wollen auch sauberes Trinkwasser», sagte Walter Mock vom Vorstand des Bauernverbandes Appenzell Innerrhoden in Gonten an der Informationsveranstaltung zusammen mit der IG Anbindestall Schweiz. Er sprach die Trinkwasserinitiative an, die bald zur Abstimmung kommt. Er betonte, dass in der Schweiz schon viel geregelt sei und die Landwirtschaft Fortschritte gemacht habe. So seien die Tierhöchstbestände in der Schweiz viel tiefer als im Ausland.

Diese Dynamik gegen die Landwirtschaft, wie sie Urs Schneider vom Schweizer Bauernverband nannte, sei in dieser Form neu. Dazu gehörten die Trinkwasser-, die Pflanzenschutz- und die Massentierhaltungsinitiative, die in der aktuellen Klimadiskussion begünstigt seien. Da sei die Rede von einem Bioland Schweiz, nur noch Schweizer Futter für die Tiere wird gefordert. Dabei seien Bio und verschiedene Labels schon vorhanden. Das Problem: Die Produktionskosten würden steigen. Der Absatz von Bioprodukten aber stagniere. «Diese Initiativen hätten weniger Produktion in der Schweiz zur Folge», sagte Schneider.

Anbindestall hat viele Vorteile

Er war sich bewusst, dass man diese Initiativen und deren Anliegen ernstnehmen muss. «Die Landwirtschaft hat sich in den vergangenen Jahren bereits stark verändert», sagte der Referent. «Es ist aber klar, dass wir uns weiter verbessern müssen.» Er forderte alle auf, sich aktiv gegen die Initiativen zu engagieren. Menschen, denen Swissness ein Anliegen sei, gelte es zu überzeugen:

«Sie sind es, die Wert auf Schweizer Produkte legen und keine Erhöhung der Importe wollen.»

Auch keine leichte Situation erlebt Konrad Klötzli, Präsident der IG Anbindestall Schweiz. Er engagiert sich für eine Kuhhaltungsform, die im Appenzellerland weit verbreitet ist. «Der Druck auf den Anbindestall wird immer grösser», sagte er. «Die Massentierhaltungsinitiative hätte praktisch ein Verbot dieser Halteform zur Folge. Im Biobereich droht ebenfalls ein Verbot.» Dabei biete der Anbindestall viele Vorteile, vor allem im Grasland Schweiz. Das Stallklima sei optimal. Er ermögliche eine gute Tiergesundheit. Ein Platz koste pro Tier viel weniger als bei anderen Systemen. «Nicht zuletzt macht die Arbeit in einem Anbindestall grosse Freude. Ein Verbot wäre fatal, auch für viele Bauern im Appenzellerland.»