Volksnaher Pfarrer gesucht

MOGELSBERG. Nach nur anderthalb Jahren verliess der Pfarrer der Evangelischen Kirchgemeinde Mogelsberg die Stelle im Frühling dieses Jahres. Nun wird eine neue Pfarrwahlkommission gebildet.

Melanie Graf
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Die Gottesdienste für die evangelischen Kirchgänger in der Kirche Mogelsberg werden durch eine Vertretung durchgeführt. (Bild: Melanie Graf)

Die Gottesdienste für die evangelischen Kirchgänger in der Kirche Mogelsberg werden durch eine Vertretung durchgeführt. (Bild: Melanie Graf)

MOGELSBERG. Die Pfarrstelle in der Evangelischen Kirchgemeinde Mogelsberg blieb nicht lange besetzt. Knapp anderthalb Jahre nach seiner Wahl im September 2009 liess der Pfarrer sich beurlauben und kündigte die Stelle aus freien Stücken. «Der Pfarrer hat sich wegen persönlicher und familiärer Probleme zu diesem Schritt entschlossen. Da es ihm aufgrund seiner Situation nicht mehr möglich ist, seiner pfarramtlichen Tätigkeit nachzukommen, hat die Kirchenvorsteherschaft beschlossen, ihn per sofort freizustellen», schrieb Walter Frei, Präsident der Kirchenvorsteherschaft, im Kirchenboten des Kantons St. Gallen in der Juni/Juli-Ausgabe.

Pfarrfrau Mitglied einer Sekte

Die Frau des Pfarrers war nicht in einer Landeskirche. Dies schien die damalige Pfarrwahlkommission nicht zu hinterfragen. Erst später stellte sich heraus, dass die Pfarrersfrau Mitglied der Sekte Adullam, Freunde von Werner Arn ist. «Die Pfarrwahlkommission hat einen Pfarrer gesucht und nicht eine Pfarrfrau. Wir wussten, dass die Frau nicht in einer Landeskirche war. Daher war das kirchliche Leben der Frau kein Thema bei den Gesprächen», so Walter Frei auf Anfrage.

Im April dieses Jahres zog die Frau aus dem Pfarrhaus aus. Verständlicherweise sei der Eindruck entstanden, der plötzliche Wegzug seiner Frau sei der alleinige Grund für seine Kündigung, sie sei an der ganzen Situation schuld und er der leidtragende, schrieb der Pfarrer in einem Brief zu seinem Weggang an die Kirchbürgerinnen und Kirchbürger. Dem sei nicht so. Er hätte selbst zur Krise beigetragen, welche dazu geführt habe, dass seine Frau ihn verlassen habe. «Über Einzelheiten will ich mich nicht äussern», schreibt der Pfarrer weiter. An diesem Credo hält auch die Kirchenvorsteherschaft fest.

«Die Kirchenvorsteherschaft Mogelsberg ist in Absprache der Kantonalkirche zum Schluss gekommen, dass wir keine weiteren Auskünfte geben über die Kündigung des Pfarrers», so der Präsident des Kirchenvorsteherschaft. Aber eines ist sich Präsident Walter Frei sicher, dieses Mal werde man genauer hinschauen.

Junger Pfarrer gesucht

Die Pfarrstelle ist nun neu zu besetzen. Die vakante Stelle wurde bisher durch eine Aushilfe besetzt, einem pensionierten Pfarrer. Die Kirchgemeinde Mogelsberg schmiedet Fusionspläne. Sie will im Jahr 2013 mit Brunnadern und Oberhelfenschwil einen gemeinsamen Weg gehen. Dazu könne er nur sagen, dass in allen drei Gemeinden ein Pfarrer angestellt werde, so Frei. Die evangelische Kirchgemeinde machte im «Neckertaler Aktuell», dem amtlichen Publikationsorgan der Gemeinde Neckertal, einen Aufruf und suchte interessierte Personen, welche sich der Aufgabe einen Pfarrer zu suchen, annehmen. Bis Ende Oktober wurden Mitglieder für die Pfarrwahlkommission gesucht. Vier Personen haben sich dafür beworben. Am 22. November werden die Personen an der Sitzung der Kirchenvorsteherschaft definitiv bestimmt, so Walter Frei. Hinzu kämen noch, hinsichtlich der Fusionspläne, je eine Person aus Oberhelfenschwil und Brunnadern. Die neue Pfarrwahlkommission bekommt einen klaren Auftrag: Sie soll einen jungen, volksnahen Pfarrer suchen. Da die Kirche paritätisch ist, also von den evangelischen wie katholischen Kirchgängern benutzt wird, soll er Offenheit gegenüber den Ökumenen zeigen. Hinsichtlich der geplanten Fusion soll er «kompatibel» mit den anderen Kirchgemeinden sein.