Volksmusik
«Stadt Land Talent»: Teufner Familie spielt sich in die Herzen der Fernsehzuschauer und gewinnt den grossen Preis

Die Kapelle Tüüfner Gruess überzeugte Publikum und Jury der Castingshow «Stadt Land Talent» von SRF. Die gewonnenen 100'000 Franken wandern erst einmal aufs Bankkonto.

Karin Erni
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Werner Nef und seine Söhne Kilian und Nino beim Üben im Musikzimmer.

Werner Nef und seine Söhne Kilian und Nino beim Üben im Musikzimmer.

Bild: Karin Erni

Rund 1000 Bewerbungen waren bei Fernsehen SRF für die Castingshow «Stadt Land Talent» eingegangen. Zum Glück hatte der Teufner Bauer und Hobbymusiker Werner Nef das nicht schon vorher gewusst, sonst hätte er sich womöglich nicht getraut, das kleine Musikvideo seiner Familienkapelle einzureichen. Der «Tüüfner Gruess» besteht aus dem 50-jährigen Vater am Akkordeon und seinen beiden Buben. Der 13-jährige Kilian spielt Bassgeige und Nino, der bald zwölf wird, sitzt am Hackbrett. Die Familie, zu der auch Mutter Emilia und die neunjährige Tochter Svenja gehören, führt auf dem Hätschen oberhalb Teufen einen Landwirtschaftsbetrieb.

Nicht an Chance geglaubt

Die musikalische Darbietung des «Tüüfner Gruess» hatte die Fernsehschaffenden auf Anhieb überzeugt. Die drei schmucken Appenzeller in Bauerntracht wurden für das Casting eingeladen und qualifizierten sich schliesslich via drei Ausscheidungsshows für das grosse Finale am Sonntagabend. Mit ihnen präsentierten sich die besten zwölf Bewerber aus den Sparten Musik, Tanz und Akrobatik. «Die waren alle saugut und wir waren die einzigen Volksmusiker. Ich habe nicht daran geglaubt, dass wir eine Chance haben», erinnert sich Nef. Die Juroren Stefanie Heinzmann, Jonny Fischer und Luca Hänni sahen das anders. Sie vergaben 28 von 30 möglichen Punkten. «Ihr mached mich glücklich», sagte Heinzmann am Ende der Darbietung mit Tränen in den Augen.

«Wir mussten für jede Ausscheidung etwas Neues einstudieren und es wurde erwartet, dass wir uns jedes Mal ein bisschen steigern», erinnert sich Werner Nef an die Vorbereitungen. Das ist dem Trio bestens gelungen. Am Finale trumpfte es mit einem stimmungsvollen Arrangement aus Zauren, dem Lied «Mer sönd halt Appenzöller», Rock-n-Roll-Rhythmen und weiteren Klängen auf.

Auftritte sind geplant

Derzeit geben sich auf dem Hätschen in Teufen Journalisten, Film- und Fototeams die Türklinke in die Hand. Die drei Musiker geniessen den Erfolg. Den medialen Rummel, der um sie entstanden ist, nehmen sie gelassen hin. «Das geht wieder vorbei», sagt der Vater und ergänzt:

«Es ist doch schön, wenn man wieder vor Publikum auftreten kann. Es war lange genug zu ruhig.»

Mittlerweile hätten sie ein Repertoire für sechs Stunden Spielzeit. «Damit können wir auch grössere Auftritte bestreiten.» Die Buben üben freiwillig, wie sie betonen. Und als ob das Musizieren mit der Familienkapelle nicht reichen würde, machen sie auch noch beim Buebechörli Stein mit.

Werner Nef dürfte für viele Musikliebhaber kein Unbekannter sein. Er feierte in früheren Jahren Erfolge mit dem Ländlertrio Gartehöckler und der Kapelle Moos am Rogge. Seit Sohn Nino fünf Jahre alt ist, widmet sich Nef dem Familienprojekt, wie er erklärt. «Das gemeinsame Musizieren hat sich von alleine ergeben und es macht uns allen viel Freude.» Das Preisgeld in der Höhe von 100’000 Franken wird geteilt und kommt auf ein Bankkonto. «So können sich die Buben, wenn sie erwachsen sind, mal etwas Sinnvolles leisten», so Werner Nef. Doch das sehnlichst gewünschte Töffli und den Fernseher dürften die Buben wohl schon früher erhalten.

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