Volksmusik hallt durch Appenzell

APPENZELL. Einmal mehr lockt das Appenzeller Ländlerfest Tausende Besucher an. Während zweier Tage gibt es in Appenzell Musik an jeder Ecke. Zu den Höhepunkten zählen auch die Festgottesdienste in der prallgefüllten Kirche St. Mauritius.

Johannes Wey
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Die Gottesdienste mit Geschwistern Küng (Bild), Heimatchörli Hemberg, Jodlerklub Finsterwald und Appenzeller Echo waren Höhepunkte. (Bilder: Johannes Wey)

Die Gottesdienste mit Geschwistern Küng (Bild), Heimatchörli Hemberg, Jodlerklub Finsterwald und Appenzeller Echo waren Höhepunkte. (Bilder: Johannes Wey)

Am Wochenende ging in Appenzell zum 16. Mal das Ländlerfest über die Bühne. Am grössten Schweizer Volksmusikanlass spielten auf den Dorfplätzen, in den Festzelten und den Restaurants 49 Musikformationen aus dem ganzen Land auf. Unter die Trachten, die zahlreich wie selten anzutreffen waren, mischten sich unzählige Schaulustige. Auf Zuspruch stiess das Ländlerfest auch bei Gästen aus dem angelsächsischen und dem asiatischen Raum.

Warten bis zum Schluss

Zwei der Höhepunkte waren die Festgottesdienste, bei denen die Pfarrkirche St. Mauritius jeweils bis auf den letzten Platz besetzt war. Der Samstags-Gottesdienst stand ganz im Zeichen des Festes: Priester Beda Bollhalder verglich das Ländlerfest mit einem Wettbewerb, bei dem es darum gehe, «wer es am besten versteht, gute Laune zu verbreiten.» Er wurde bei der Feier von der Original Streichmusik Geschwister Küng und dem Heimatchörli Hemberg unterstützt – wobei der Priester die Gottesdienstteilnehmer dazu ermahnte, mit dem Klatschen bis am Schluss zu warten. Und nachdem sich die Zuhörer während knapp anderthalb Stunden in Zurückhaltung üben mussten, fiel der Applaus am Ende umso ausgiebiger aus.

Fest als Gottesdienst

Bollhalder stellte den freudigen Anlass ins Zentrum: «Geben wir heute für einmal dem Lachen, Singen und Musizieren Vorfahrt.» Denn Christen würden oft das Kreuz und das Opfer in den Mittelpunkt stellen. «Aber wieso sehen wir nicht ein, dass die Bibel das Heil als rauschendes Fest zeigt?» Bollhalder forderte seine Zuhörer dazu auf, das Ländlerfest ausgiebig zu feiern – «das ist alleweil nicht der schlechteste Gottesdienst.»

Ein langer Sonntag

Das Ländlerfest erstreckte sich vom Freitag- bis zum Sonntagabend. Dabei gab es nicht nur Musik, sondern auch Wissenswertes, etwa beim Vortrag des Hackbrettbauers Johannes Fuchs. Am Sonntag startete das Programm bereits um 5 Uhr mit dem «Ländlerzmorge» im Restaurant Rössli. Und im selben Lokal liessen Musiker wie Besucher das Fest ab 19 Uhr noch lange ausklingen.