Voléro sattelfest gegen Toggenburg

In der letzten Runde der Nationalliga A vor der Weihnachtspause musste Volley Toggenburg den schweren Gang nach Zürich gegen den klaren Meisterschaftsfavoriten Voléro Zürich antreten. Dabei gab sich das Topteam von der Limmat keine Blösse und gewann klar mit 3:0.

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Kein Durchkommen für die Toggenburgerinnen gegen die starke Mannschaft von Voléro Zürich. (Bild: Reinhard Kolb)

Kein Durchkommen für die Toggenburgerinnen gegen die starke Mannschaft von Voléro Zürich. (Bild: Reinhard Kolb)

VOLLEYBALL. Voléro Zürich ist auch in dieser Saison im Schweizer Damenvolleyball das Mass der Dinge. Der Liga Krösus mit einem offiziellen Budget von 1,1 Millionen Franken für die erste Mannschaft stellt das absolut bestbesetzte Team. Voléro steht nur darum nicht an der Tabellenspitze, weil das Team zu Beginn der Saison wegen der Absenzen von diversen Nationalspielerinnen nicht komplett antreten konnte und so zwei Niederlagen gegen VB Franches-Montagnes und VC Kanti Schaffhausen einstecken musste. Mittlerweile ist das Team des Champions-League-Teilnehmers komplett und eilt in der nationalen Meisterschaft von Sieg zu Sieg. Nationaltrainerin Svetlana Ilic kann auf ein so hochkarätiges Kader zählen, dass sie im Spiel gegen Volley Toggenburg sogar den beiden Teamstützen Alajbeg und Mihailovic nach dem schweren Champions-League-Spiel gegen den russischen Meister von Kazan eine verdiente Pause gönnte. Trotz dieser gewichtigen Absenzen war Volley Toggenburg weit davon entfernt, einen Punktgewinn realisieren zu können. Nur gerade im dritten Satz hielten die jungen Ostschweizerinnen mit den Stadtzürcherinnen einigermassen mit und forderten Voléro dabei bis zum Schluss.

Toggenburg mit Absenzen

Volley Toggenburg musste in dieser Auswärtspartie auf den Einsatz von Anja Lutz verzichten, die in der Nacht vom Mittwoch auf den Donnerstag wegen eines starken Asthma-Anfalles im Spital behandelt werden musste. Sie ist aber bereits wieder auf dem Weg der Besserung und sollte Anfang Woche das Spital wieder verlassen können. Lina König übernahm die Position von Lutz und spielte dabei eine gute Partie. Toggenburg war vor allem zu Beginn des ersten und zweiten Satzes ziemlich überfordert vom internationalen Tempo. Voléro beging kaum Fehler und spielte mit enorm viel Druck. Vor allem die Annahme der Toggenburgerinnen schnitzerte in dieser Phase zu oft, so dass ein ordentlicher Spielaufbau jeweils kaum möglich war. So konnte Ilic in der zweiten Satzhälfte den Schweizer Nationalspielerinnen Schauss, Granvorka und Unternährer Spielpraxis bieten. Sobald aber die ausländischen Top-Spielerinnen das Feld ihren Schweizer Kolleginnen überliessen, glich sich das Spielgeschehen weitgehend aus und es kam zu interessanten Ballwechseln, bei denen Toggenburg oft den abschliessenden Punktgewinn feiern konnte.

Im dritten Satz brachte die Schweizer Nationaltrainerin dann ihre Version des verstärkten Nationalteams. Vier Nationalspielerinnen mit Captain Mandy Wigger an der Spitze plus drei ausländische Spielerinnen liefen gegen das bis anhin wenig überzeugende Volley Toggenburg auf. Jetzt witterte Volley Toggenburg seine Chance. Zum ersten Mal kam ein wenig Spannung auf. Die Ostschweizerinnen punkteten auf allen Positionen regelmässig und stabilisierten nach anfänglichen Schwierigkeiten auch die Annahme. Nach 71 Minuten sicherte sich Voléro Zürich auch den dritten Satz mit 25:22 und verbuchte so einen weiteren klaren Sieg in der Meisterschaft.

Festtags-Pause

Weniger als 24 Stunden nach dem Auftritt in Zürich musste Volley Toggenburg dann im Cup-Spiel auswärts gegen den Tabellenersten der NLB-Westgruppe VBC Cossonay antreten. Die starken Waadtländerinnen verloren in dieser Saison noch kein Spiel in der Gruppe und gelten als klarer Favorit für einen Aufstieg in die Nationalliga A. Ein wichtiger Test für die in der letzten Zeit gesundheitlich angeschlagenen Toggenburgerinnen.

Nach diesem Cup-Spiel freuen sich die Spielerinnen auf die wohlverdiente Festtags-Pause. Dabei steht vor allem Regeneration und Kraftaufbau auf dem Programm. Nur wenn die jungen Spielerinnen von Volley Toggenburg ihre Kräfte wieder voll auftanken können, kann auch die zweite Hälfte der Saison erfolgreich gestaltet werden. Nach der Pause steht dann am 7. Januar 2012 das schwere Heimspiel gegen Neuenburg auf dem Programm. Dann folgen im Januar auch noch die beiden U23-Interregional-Turniere, bei denen sich Volley Toggenburg eine Qualifikation für die Schweizer Meisterschaften im Februar 2012 zum Ziel gesetzt hat. Es geht also auch im neuen Jahr wieder Schlag auf Schlag. Volley Toggenburg freut sich auch im 2012 wieder über die grosse Unterstützung durch das treue Publikum. (me)

Matchprotokoll Voléro Zürich – Volley Toggenburg 3:0 (25:15, 25:17, 25:22) Spieldauer: 71 Minuten Volley Toggenburg: Leslie Betz, Petra Brühwiler, Laura Caluori, Vera Caluori, Xiaohua Erni-Zhang, Lina König, Claudia Lehmann, Nina Lutz, Marina Schneider. Coach: Marcel Erni. Voléro Zürich: L. Unternährer, A. Petrovic, B. Zivkovic, T. Malesevic, P. Schauss, M. Tabunscic, N. Rosic, M. Wigger, I. Granvorka, O. Sazhina, N. Ninkovic, N. Onyejekwe. Coach: Svetlana Ilic. Bemerkungen: Volley Toggenburg ohne Anja Lutz (Krankheit).