Visionen für Lichtensteigs Zukunft

LICHTENSTEIG. Am Montag fand die erste Lichtensteiger Zukunftskonferenz statt. Über hundert Bewohner sprachen über ihre Vision einer lebendigen Gemeinde. Nächste Woche sollen in gleicher Runde konkrete Projekte definiert werden.

Hansruedi Kugler
Drucken
Teilen
Stadtpräsident Mathias Müller verteilt die persönlichen Teilnehmer-Bogen für die je achtköpfigen Arbeitsgruppen. (Bilder: Hansruedi Kugler)

Stadtpräsident Mathias Müller verteilt die persönlichen Teilnehmer-Bogen für die je achtköpfigen Arbeitsgruppen. (Bilder: Hansruedi Kugler)

Kommunikation steht für den Lichtensteiger Stadtpräsidenten Mathias Müller zuoberst auf der Prioritätenliste. Das bewährte, unter seinem Vorgänger Roger Hochreutener eingeführte Mitteilungsblatt wurde in diesem Jahr erneuert, der Gemeinderat hat seine Besuche bei Gewerbebetrieben, Organisationen und Vereinen intensiviert und hat eine schriftliche Bevölkerungsumfrage durchgeführt. Alle Einwohner des Städtli über 15 Jahren sowie einige Weggezogene wurden gebeten, sich über Positives und über Defizite im Städtli zu äussern. 338 Fragebogen kamen zurück – bei einer Bevölkerungszahl von 1911 Personen ein respektabler Rücklauf. Unter den vielen Einzelfragen stechen die hohe Zufriedenheit mit der Umgebung, dem Ortsbild, dem kulturellen Angebot und der Verkehrsanbindung heraus sowie das gute Image, das die Gemeindeverwaltung geniesst. Als Defizite wurden in der Umfrage hauptsächlich fehlende Angebote für Jugendliche und der Zustand der Kalberhalle genannt. Dort finden viele Vereinsanlässe, die Fasnacht, das Kürbisfest, die Weintage oder Kunsttage statt. Sorgen machen sich viele über die Zukunft des Gewerbes und der Läden im Städtli. Die Sanierung der Kalberhalle, ein grosszügiger Spielplatz und eine zukunftsgerichtete Energiestrategie sind die drei in der Umfrage am häufigsten genannten «dringenden» Projekte.

Verteilen und Bewerten

Nach der Präsentation der Umfrageergebnisse durch Stadtpräsident Mathias Müller berichtete Schulratspräsidentin Trudy Meier vom Herbstprojekt der Schule. In einem Bilderwettbewerb haben die Schulkinder vom Kindergarten bis zur 6. Klasse ihre Vision Lichtensteigs gemalt. Dass dabei ein grosser Spielplatz eine Hauptrolle spielt, verwundert bei dieser Altersgruppe nicht. Zudem verzögert sich die Realisierung des seit Jahren diskutierten und von der Bürgerversammlung beschlossenen Spielplatz-Neubaus beim Schulhaus immer noch. Anschliessend moderierte Maya von Dach den Abend. Sie ist Dozentin für Grossgruppen-Methodik an der Hochschule Luzern und hat zusammen mit einer Spurgruppe, bestehend aus 20 vom Gemeinderat ausgewählten Persönlichkeiten aus allen Lebensbereichen, die Durchführung der Zukunftskonferenz organisiert.

Visionen

Die über hundert Teilnehmer mussten sich zuerst nach ihren Wohnorten in der Freudegg-Turnhalle verteilen, anschliessend nach ihrer in Lichtensteig verbrachten Lebensdauer. Maya von Dach ging durch die Menge und befragte mit Mikrophon viele Lichtensteiger zu ihren Erfahrungen im Städtli. Der Hauptteil des Abends war dann der Gruppenarbeit gewidmet: 15 Gruppen zu je acht nach dem Zufallsprinzip zusammengestellten Personen sollten eine Zukunftsvision «Lichtensteig 2022» erarbeiten. Häufig genannt wurden in den anschliessenden Kurzpräsentationen: eine renovierte Kalberhalle mit vielen Anlässen, eine lebhafte Altstadt mit Cafés, viel Kultur, Handwerk und tollen Läden, ein Lift vom Bahnhof zur Altstadt, eine Seilbahn auf den Köbelisberg, ein S-Bahn-Anschluss nach Zürich, attraktive Wohnungen, tolle Spielplätze, neue KMUs und eine Bank, die jederzeit geöffnet ist.