Visionär, Stratege und Sportler

BAZENHEID. Der Micarna-Unternehmensleiter Albert Baumann ist in der Kategorie «Wirtschaft» für einen Swiss Award und die Wahl zum «Schweizer des Jahres» vorgeschlagen worden. Die Swiss Awards werden am Sonntag vergeben.

Urs Huwyler
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Albert Baumann ist seit rund zehn Jahren als CEO der Micarna in Bazenheid tätig. (Bild: pd)

Albert Baumann ist seit rund zehn Jahren als CEO der Micarna in Bazenheid tätig. (Bild: pd)

Mit einer Nomination für einen Swiss Award rechnete Albert Baumann nun wirklich keine Sekunde. Wäre er nicht vorgeschlagen worden, hätte er sich nie die Frage «Wieso nicht ich?» gestellt. «Als ich die Mitteilung erhielt, war ich völlig überrascht. Ich bin im übrigen nicht als Person, sondern Stellvertreter für alle Mitarbeitenden in der Micarna nominiert worden. Darüber freue ich mich ganz besonders», wollte der Unternehmensleiter festgehalten haben.

Als Albert Baumann am 1. November 2005 die Leitung des Fleischverarbeiters Micarna (Bazenheid/Courtepin) übernahm, sprach der aus Bischofszell stammende, in Wil wohnhafte gelernte Metzger davon, nicht die kurzfristige Umsatzsteigerung sei das Ziel, sondern die Strategie ziele Richtung Nachhaltigkeit dank Qualität und Innovation. Der Slogan «Auf dem Weg zu den Besten» illustrierte die Ausrichtung.

Preis der Hans Huber Stiftung

Zehn Jahre danach erhielt CEO Albert Baumann für 2014 bereits den Preis der Hans Huber Stiftung (Förderung der beruflichen Ausbildung) überreicht und kann nun «Schweizer des Jahres 2014» werden. Das visionäre «Mazubi»-Projekt, in dem die über 100 Lernenden im Betrieb ein eigenes virtuelles Unternehmen führen, sorgte über die Landesgrenzen hinaus für Beachtung. Dass die Laudatio bei der Hans-Huber-Preisverleihung von Kauffrau und «Mazubi-Geschäftsführerin» Noemi Andres gehalten wurde, unterstrich, dass es sich um kein Alibiprojekt handelt. Wird Albert Baumann auf die Lernenden angesprochen, betont er, es gehöre intern auch deren Karriereplanung dazu. «Sie sollen auch im Ausland Erfahrungen sammeln können. Wir helfen ihnen bei der Vermittlung von Arbeitsstellen. Vielleicht kehren sie irgendwann in die Micarna zurück und wir können gegenseitig voneinander profitieren.» Noch etwas betont der Chef: «Wir müssen in unserer Branche für eine umfassende Ausbildung sorgen und aufzeigen, dass es auch bei der Fleischbearbeitung verschiedene Berufe gibt.»

Einsatz für Sportler-Team

Hobby-Biker, Jogger, Schütze und FC-St. Gallen-Anhänger Albert Baumann gelang es auch, die Micarna durch das «Goodwill-Team» im Sport zu positionieren. Aktuell repräsentieren 25 Athletinnen und Athleten aus 18 Sportarten die Gruppe um Triathlon-Olympiasiegerin Nicola Spirig, Schwingerkönig Nöldi Forrer, Turnerin Giulia Steingruber, Bikerin Jolanda Neff, den Olympia-Silberbob Beat Hefti/Alex Baumann oder Rollstuhlsportlerin Manuela Schär.

Der OL-Läufer Daniel Hubmann hat der internen Weiter- und Fortbildung mit «Kompass» den Namen gegeben. «Wir sollten auch auf Kaderstufe immer die gleiche Ausrichtung haben. Ein Kompass zeigt unabhängig vom Standort nach Norden», erklärt Albert Baumann. «Zudem ist es wie bei einem Lauf von Dani Hubmann: Es ist häufig nicht der direkte Weg von einem Posten zum andern Posten der schnellste.»

Die Swiss Awards werden am kommenden Sonntag im Hallenstadion Zürich während der Live-Sendung des Schweizer Fernsehens SRF vergeben.