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VISION: Gesundheitswesen im Jahr 2037

Die EVP AR macht Vorschläge zur künftigen Gesundheitsversorgung der Ausserrhoder Bevölkerung. Einer davon ist der Aufbau von vier Gesundheitszentren. Für das Spital Heiden hätte das erhebliche Auswirkungen.
Jesko Calderara
Am Spital Herisau könnte laut der EVP die stationäre Versorgung für Ausserrhoden sichergestellt werden. (Bild: Benjamin Manser)

Am Spital Herisau könnte laut der EVP die stationäre Versorgung für Ausserrhoden sichergestellt werden. (Bild: Benjamin Manser)

Jesko Calderara

jesko.calderara@appenzellerzeitung.ch

Die Diskussionen über die Pro­bleme des Spitalverbunds Appenzell Ausserrhoden drehen sich vor allem um zwei Punkte. Zum einen werden Schuldige für die Millionenverluste gesucht, und zum anderen stellt sich die Frage nach dem Fortbestand des Spitals Heiden. Für die Evangelische Volkspartei (EVP) greift diese Sichtweise zu kurz. Dessen Präsident Mathias Steinhauer sagt: «Es braucht eine Strategie, wie die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung in den nächsten zwanzig Jahren sichergestellt werden kann und die damit über den Svar hinausgeht.»

In diesem Zusammenhang kritisiert er die Eignerstrategie des Kantons. Diese sei eine Kopie des Gesetzes und enthalte keine strategischen Elemente. Dabei müssen laut Steinhauer auch Entwicklungen im Nachbarkanton berücksichtigt werden. Die St. Galler Spitaler würden massive Investitionen tätigen. Dadurch werde der Svar ohne entsprechende Massnahmen noch mehr ins Hintertreffen geraten, gibt Steinhauer zu bedenken. «Die Gefahr ist gross, dass die Zeit ­davonläuft und weitere Verluste anfallen.»

Spital Heiden könnte umgenutzt werden

Im Rahmen der Vernehmlassung zur Teilrevision des Spitalverbundgesetzes hat die EVP Überlegungen zur künftigen Gesundheitsversorgung angestellt. Kernstück ist eine Kooperation des Svar mit der Spitalregion St. Gallen. Die Bindung der Patienten an das Spital vor Ort werde weiter abnehmen, sagt EVP-Kantonsrat Balz Ruprecht. Das habe mit der wachsenden Mobilität zu tun. «Bei der Wahl eines Spitals werden Aspekte wie die Höhe der Fallzahlen in einem Bereich und damit die Qualität an Bedeutung gewinnen.» Dank der Zusammenarbeit mit dem Nachbarkanton sollen ausgewählte medizinische Disziplinen am Spital Heris­au angeboten werden. Dadurch lasse sich ein Teil der stationären Versorgung in Appenzell Ausserrhoden sicherstellen, sagt Ruprecht. Der Svar könne dabei nicht nur als Bittsteller auftreten. «Im Appenzellerland gibt es ein Patientenpotenzial, das für die Spitalregion St. Gallen von Interesse ist.»

Grosse Auswirkungen hätten die Ideen der EVP auf das Spital Heiden. «In der heutigen Form hat dieses keine Zukunft», ist Steinhauer überzeugt. Der Weiterbetrieb des Regionalspitals sei aus betriebswirtschaftlichen Gründen langfristig nicht zu rechtfertigen. «Das ist nicht zu bezahlen.» Es gehe nicht an, das kleine Regionalspital nur aus regionalpolitischen Gründen weiterzubetreiben. Die entscheidenden Rahmenbedingungen, welche zu den Mehrkosten führten, hätten sich nicht geändert, sagt der EVP-Präsident. Als Beispiel erwähnt er die Arbeitsbedingungen für Ärzte. «Ich sehe nicht, wie etwa in Heiden die Fallzahlen wieder steigen könnten.»

Als Alternative stellt sich Steinhauer eine Umnutzung in Richtung Alterspsychiatrie oder Rehabilitation vor. Solche Optionen müssten jedoch Fachleute ausloten. Vor allem aber soll in Heiden, Speicher, Teufen und Herisau je ein Gesundheitszen­trum entstehen. Damit könnten zwei Grundbedürfnisse der ­Bevölkerung abgedeckt werden, sagt Steinhauer. Viele Leute hätten keinen Hausarzt mehr. «In einem Notfall wären die Gesundheitszentren rund um die Uhr eine erste Anlaufstelle.» Dort würden dann eine Erstversorgung und kleinere Eingriffe erfolgen. Falls notwendig, könnten die Patienten an grössere Spitäler weiterverwiesen werden. Die vier erwähnten Standorte könnten darüber hinaus Stützpunkte des Rettungsdienstes beinhalten.

Gedanken hat sich die EVP auch zum Psychiatrischen Zen­trum in Herisau gemacht. Die Partei sieht dieses als sinnvolle Ergänzung im Spitalverbund. Langfristig brauche es aber eine Kooperation, sagt Ruprecht.

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