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VIRTUELLE WÄHRUNG: Blockchain und Bitcoin in Lichtensteig

Der Gewerbeverein lud am Mittwoch zu einem Weiterbildungsevent ein. Im gutbesuchten Vortrag lernten die Teilnehmenden Kryptowährungen und die Blockchain kennen.
Der Vortrag von Jakob Gülünay im Coworking-Space Lichtensteig war gut besucht. (Bild: Sascha Erni)

Der Vortrag von Jakob Gülünay im Coworking-Space Lichtensteig war gut besucht. (Bild: Sascha Erni)

«Jeder spricht von Blockchain und Bitcoin, kaum jemand weiss, was das ist», eröffnete Jürg Buff vom Lichtensteiger Gewerbe­verein den Abend. An diesem 14. März sollten die Vereinsmitglieder die Möglichkeit erhalten, sich über Kryptowährungen und Blockchain-Technologie zu informieren. Buff hatte lange nach einem passenden Referenten gesucht, dann sei ihm der Urnäscher Unternehmer Jakob Gülünay eingefallen.

Ein Glücksgriff, wie sich zeigen sollte, denn sein lebendiger Vortrag schaffte das Kunststück, den gut zwei Dutzend Zuhörern die Grundzüge der komplexen Technologie leicht verständlich näher zu bringen. Jakob Gülünay beschäftigt sich seit drei Jahren intensiv mit Kryptowährungen und hat vor Kurzem mit Partnern eine Firma gegründet, die Dienstleistungen rund um ICO – «initial coin offerings», also die Lancierung eigener Kryptowährungen – anbietet. «Banken ziehen sich aus dem Start-up-Geschäft zurück», sagte Gülünay. «Kryptowährungen können die Aufgabe der Startfinanzierung übernehmen.» Hier zeigte sich sein Ansatz am deutlichsten: Bitcoin und Co. faszinieren Jakob Gülünay weniger wegen des Potenzials für Spekulanten als der gesellschaftlichen und unternehmerischen Bedeutung.

Dezentral, transparent und trotzdem anonym

Passend für die Region, wie Gülünay scherzte, könne man sich die Blockchain vereinfacht, wie einen Kuhhandel vorstellen: Zwei Bauern einigen sich und das ganze Dorf sieht zu, wie Geld und Kuh mit einem Handschlag den Besitzer wechseln. Papierkram ist also nicht nötig – es gab ja genügend Zeugen für die Transaktion «Geld-gegen-Kuh». In der digitalen Blockchain-Welt erledigt die dezentrale Computer-Infrastruktur die Aufgabe der metaphorischen Dörfler. Die vernetzten Rechner können den Inhalt sämtlicher Transaktionen sehen, aber nicht, von wem zu wem Waren, Dienstleistungen oder Geld wechseln. Dieses Prinzip erschwere die Profilierung der Menschen, anders als im klassischen Transaktionssystem. Dort kenne jedes Kettenglied von der Onlineshop-Software über das Kreditkarteninstitut bis zur Bank die Details eines Handels. Diese personenbezogenen Daten werden also selbst zur Ware, die Systeme anfällig für Überwachung, Hackerangriffe oder allgemeine Fehler. Kryptowährungen schränkten diese Probleme ein. Ausserdem würden sie den Zeitaufwand reduzieren; Transaktionen, etwa bei einem Kauf, geschehen prinzipbedingt unmittelbar, rein auf Basis des digitalen Vertrags. «Blockchain-Technologie bringt uns sozusagen wieder etwas zurück zum Tauschhandel», so Gülünay.

Der Weiterbildungsevent fand im Coworking-Space Lichtensteig statt. Vor Gülünays Präsentation informierte Tobias Kobelt über den dortigen Stand der Dinge. Das Coworking-Projekt befindet sich in einer heissen Phase, zurzeit wird es im Popup-Konzept betrieben, um Möglichkeiten und Bedarf auszuloten. «Wir mussten zuerst die Idee des Coworkings ins Toggenburg bringen, jetzt geht es um die Form», erklärte Kobelt, als Sprecher des Kernteams. Der Entscheid, ob aus dem Popup in den regulären Betrieb gewechselt wird, würde bis April fallen. Kobelts Kurzvortrag hätte passender kaum sein können. «Sowohl Coworking als auch Blockchain sind Konsequenzen der Digitalisierung», wie Jakob Gülünay zum Abschluss sagte. «Das wird noch viele Geschäftsmodelle auf den Kopf stellen.»

Sascha Erni

redaktion@toggenburgmedien.ch

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