Vifer Informatikernachwuchs

NESSLAU. Luke Stampfli aus Nesslau ist bei der Schweizer Informatik-Olympiade auf den 27. Platz gekommen. Damit ergatterte sich der Schüler einen Platz im Davos-Camp, einem Trainingslager für die besten Nachwuchsinformatiker der Schweiz.

Nadine Rydzyk
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Luke Stampfli geht gerne mit Boldi spazieren und löst auch mit Vorliebe knifflige Programmierprobleme. (Bild: Thomas Geissler)

Luke Stampfli geht gerne mit Boldi spazieren und löst auch mit Vorliebe knifflige Programmierprobleme. (Bild: Thomas Geissler)

Der 15jährige Luke Stampfli ist der jüngste Teilnehmer der diesjährigen Schweizer Informatik-Olympiade, bei der sich alle Schülerinnen und Schüler im Programmieren messen können. In der ersten Runde des Wettbewerbs konnte sich der junge Nesslauer behaupten und wurde dank seiner Leistungen in das Davos-Camp eingeladen. Hier werden die talentiertesten Schweizer Nachwuchsinformatiker gemeinsam mit Jugendlichen aus der ganzen Welt trainieren und Fachvorträge hören.

Hauseigene Konkurrenz

Sein Interesse an Informatik hat Luke Stampfli praktisch von Haus aus mitgegeben bekommen. «Mein Vater ist Informatiker und mein älterer Bruder Timon hat ebenfalls schon vier Mal an der Olympiade teilgenommen», kann er berichten. Letzterer ist übrigens auch in diesem Jahr wieder dabei. Für ihn wird es allerdings die letzte Teilnahme sein, denn mitmachen dürfen laut Reglement ausschliesslich Schüler und Timon wird schon bald die Schule beenden und ein Informatik-Studium beginnen. Doch ist es bei weitem mehr als das familiäre Umfeld, was Luke Stampfli für die Informatik begeistert. «Mir gefällt es, knifflige Probleme anzugehen, die nur mit einem Programm gelöst werden können. Das ist zwar oft sehr mühsam, aber wenn man es dann geschafft hat, ist man richtig stolz», erklärt er. «Das Schwierigste ist, einen Fehler zu finden.» Der Schüler an der Kantonsschule Wattwil liebt also die Knacknüsse und geistigen Herausforderungen, womit er bei der Informatik-Olympiade genau richtig ist. Denn für die erste Runde bekamen die insgesamt 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer 20 Teilaufgaben, die sie innerhalb von zwei Monaten lösen mussten. Unter anderem war ein Programm zu schreiben, welches geeignet war, um fiktive Gäste aus unterschiedlichen Ländern so auf Hotelzimmer zu verteilen, dass keines der Zimmer mit zwei Personen der gleichen Nationalität oder des gleichen Berufes belegt wird.

Vorfreude auf Davos

Zwar räumt er ein, dass er mit den Aufgaben auf den letzten Drücker und vielleicht ein wenig zu knapp kalkuliert begonnen hatte. Um sich einen Platz im Davos-Camp zu sichern, reichte es aber doch. «Ich möchte dort vor allem Algorithmen lernen, die dann die Programmierung erleichtern und verkürzen», ist er schon jetzt voller Vorfreude. Selbstverständlich ist er aber auch gespannt darauf, wen er in Davos alles kennenlernen wird. Eine spannende Erfahrung wird es allemal werden, vor allem dann, wenn er sich wie die Hotelgäste in seinem Aufgabenbeispiel ein Zimmer mit Jugendlichen anderer Nationen teilen darf. «Ich bin in Englisch zwar nicht der Beste, aber zum unterhalten reicht es hoffentlich», ist der von den Naturwissenschaften begeisterte Schüler schon gespannt. In Davos selbst erwarten ihn innerhalb einer Woche jeweils vormittags Lektionen in Informatik, Nachmittage zur freien Gestaltung und an den Abenden Plauschwettbewerbe im Programmieren. Danach geht es schon bald in die zweite Runde der Schweizer Informatik-Olympiade. Hier werden die Teilnehmer für einmal ganz ohne PC, nur mit Zettel und Stift eine Aufgabe lösen müssen. «Dafür müssen wir alle nach Zürich und werden dann fünf Stunden Zeit haben.» Nochmals so viel Zeit erhalten danach alle, um am heimischen Computer eine weitere Aufgabe zu lösen. Die besten zwölf werden die dritte Runde erreichen, nach der die Medaillen verteilt werden. Die ersten vier Teilnehmer werden eine Goldmedaille erhalten und die Schweiz bei der Internationalen Olympiade in Informatik vertreten. Die Plätze 5 bis 8 werden mit einer Silbermedaille belohnt und zur zentraleuropäischen Olympiade geschickt. Die Teilnehmer mit den Rängen 9 bis 12 werden eine Bronzemedaille erhalten.

Hoffen auf die dritte Runde

Auch wenn Luke Stampfli natürlich am liebsten zu den Goldmedaillenträgern zählen würde, stützt er seine Hoffnungen doch ganz Programmierer-typisch auf eine Schritt-für-Schritt-Strategie: «Ich freue mich schon sehr, dass ich nach Davos darf und wäre sehr froh, wenn ich es in die dritte Runde schaffe.» Schliesslich ist ihm bewusst, dass es unter seinen Konkurrenten viele gibt, die schon mehrfach dabei waren und von ihren Erfahrungen profitieren können. Bleibt also abzuwarten, wie weit es der jüngste Teilnehmer dieses Jahres noch bringen wird. Sicher ist, dass dem vielseitig interessierten jungen Mann sicher nicht langweilig werden wird. Denn neben seinem Interesse am Programmieren begeistern ihn ebenso Phantasie-Computerspiele, Naturwissenschaften, Unihockey und sein Hund Boldi.

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