Nun sind wieder vier Varianten für den Dorfladen von Wald im Gespräch

Die höhere Entschädigung für Behördenmitglieder und die Zentrumsentwicklung geben in Wald geben an der öffentlichen Versammlung zu reden.

Mea McGhee
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Seit Jahren wird in Wald nach einer neuen Lösung für den Dorfladen gesucht. (Archivbild: APZ)

Seit Jahren wird in Wald nach einer neuen Lösung für den Dorfladen gesucht. (Archivbild: APZ)

Eine «reich befrachtete Traktandenliste» hatte die Wäldler Gemeindepräsidentin Edith Beeler den 50 Besuchern der öffentlichen Versammlung angekündigt. Die Themenvielfalt war mit den Punkten Siedlungsentwicklung, Entschädigungsreglement, Zukunft des Dorfzentrums, Voranschlag 2020, Berichte aus den Ressorts ebenso gross wie die Diskussionsfreude der Besucherinnen und Besucher. Der Anlass vom Donnerstag dauerte über 3,5 Stunden und endete erst kurz vor Mitternacht.

Höhere Entschädigungen sind umstritten

Besonders viele Voten gab es zur geplanten Revision des Entschädigungsreglementes. Es sei befremdend, dass sich der Gemeinderat mehr Lohn zahlen wolle, meinten mehrere Versammlungsteilnehmer. Jemand fand dies angesichts der angespannten Finanzen der Gemeinde erstaunlich. Künftig soll das 35-Prozent-Pensum des Gemeindepräsidiums mit 56000 Franken jährlich entlöhnt werden, das Vizepräsidium mit 12400 und die Arbeit jedes Gemeinderates mit 9300 Franken. Dank dieser Pauschalen würden die bisher «aufwendig» einzeln abgerechneten Sitzungsgelder entfallen, erläuterte Beeler. Durch die Anhebung der Entschädigung auf Durchschnittsniveau umliegender Gemeinden entstünden jährlich Mehrkosten von rund 44000 Franken bei vollzähligem Gemeinderat entstehen. Zwei Sitze sind vakant.

44000 Franken sind eingefroren

Der Gemeinderat Wald hatte es versäumt, das Reglement in die Vernehmlassung zu geben. Dies wird nun nachgeholt. Bis am 13. Dezember können sich die Einwohner dazu äussern. Gemeindepräsidentin Beeler betonte, dass die 44000 Franken erst nach einem Ja zum Entschädigungsreglement durch das Stimmvolk frei gegeben werden. Das Reglement fand auch Zuspruch, sei doch die Arbeit für das Gemeinwohl angemessen zu entlöhnen, nicht zuletzt, weil es immer schwieriger werde, die Ämter zu besetzen, sagten mehrere Votanten.

Zukunft von Altersheim sorgt für Emotionen

Seit Jahren ein Thema in der Vorderländer Gemeinde ist die künftige Gestaltung des Dorfzentrums, verbunden mit der Frage nach der besten Lösung für den Lebensmittelladen und die Gemeindekanzlei. Die Planungskommission will dem Gemeinderat Anfang 2020 drei bis vier Vorschläge unterbreiten; in Frage kommen eine Renovation der bestehenden Gebäude, ein teilweiser oder ein kompletter Neubau. Ein neues bewilligungsfähiges Projekt sieht vor, dass «Volg» auf privatem Boden am Dorfeingang Richtung Heiden einen Neubau erstellt. Noch gibt es keinen ein Investor.

Engagiert und emotional wurde die Situation des Altersheims Obergaden besprochen. Die Gemeinde beantragt die Erhöhung der Bewilligung bis zur Pflegestufe 12 (heute 7). «Wir warten auf den Bericht des Kantons», sagte Gemeinderätin Enza Walz. Mehrere Besucher fragten, ob sich Wald die Führung eines Altersheims leisten kann. Viele betonten, wie wichtig es sei, dass die Senioren in der Gemeinde ein Zuhause bis ans Lebensende haben.

Christoph Lang von der Firma ERR Raumplaner AG präsentierte das Projekt Siedlungsentwicklung, das beim Kanton zur Prüfung eingereicht worden ist. Das Konzept zur Innenentwicklung sieht vier Strategien vor. Dieses Traktandum führte zu keinen Wortmeldungen.

143 500 Franken im Minus

Der Voranschlag 2020 der Gemeinde Wald sieht bei der laufenden Rechnung einen Aufwand von knapp 5,47 Millionen Franken vor. Der Gemeinderat rechnet mit einem Defizit von 143 500 Franken. Insbesondere höhere Aufwendungen im Bereich Gesundheit mit einer Ausgabensteigerung von gut 198 Prozent gegenüber dem Voranschlag 2019 respektive plus 123 Prozent gegenüber der Rechnung 2018 bewirke eine Kostensteigerung, heisst es seitens des Gemeinderates. Man werde den Bereich Gesundheit einer Analyse unterziehen, speziell den Teilbereich Alters- und Pflegeheime. Hier musste im laufenden Jahr der Stellenetat aufgrund kantonaler Vorgaben um 315 Prozent auf 1250 Stellenprozente aufgestockt werden. Vorgesehen sind im kommenden Jahr Nettoinvestitionen über 427 500 Franken. 200 000 Franken sind für den Ersatz der Wasserversorgung im Gebiet Ochsenwies vorgesehen, und für die Renovation des Reservoirs Tanne sind 146 000 Franken veranschlagt. Eine Zunahme der Fremdverschuldung sei unumgänglich, so der Gemeinderat, damit die künftigen Investitionen und Projekte finanziert werden können. Der Steuerfuss wird bei 4,1 Einheiten belassen, eine Steuererhöhung wurde an der öffentlichen Versammlung aber rege diskutiert. Die Abstimmung über den Voranschlag 2020 findet am 24. November statt.