Vier Tage bis zum Untergang

Nächste Woche nimmt die sechste Klasse der Primarschule Buchen in Speicher an den zweiten Schultheatertagen Ostschweiz teil. Sie haben Szenen zum Thema «Vier» einstudiert.

Jesko Calderara
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Ein Meteorit bringt auf der Erde die Elektronik zum Erliegen: Seit November proben die Sechstklässler aus Speicher für ihr Theaterstück. (Bild: cal)

Ein Meteorit bringt auf der Erde die Elektronik zum Erliegen: Seit November proben die Sechstklässler aus Speicher für ihr Theaterstück. (Bild: cal)

SPEICHER. Die Sechstklässlerinnen und Sechstklässler stehen auf der Bühne des Buchensaals in Speicher und üben eine Szene. Ihr Lehrer Claude Heiniger unterbricht die Proben und ruft: «Ihr müsst mehr Emotionen zeigen.» Die Klasse der Primarschule Buchen steht mitten in den Vorbereitungen zu den zweiten Schultheatertagen Ostschweiz. Er habe seit längerem mit den Schülern etwas im Bereich Theater machen wollen, sagt Heiniger. Die Organisatoren der Schultheatertage machen den Teilnehmern nur wenige Auflagen. Vorgegeben ist unter anderem, dass sich die einstudierten Szenen um das Thema «Vier» drehen müssen. Zudem sollte das Theaterstück nicht länger als 25 bis 30 Minuten dauern. Auch Vorgaben zu Lichteinstellungen sowie zum Gebrauch von Requisiten und Bühnenbild erhalten die Klassen.

Drohender Kollaps

Seit November bereiten sich die Schülerinnen und Schüler auf ihren Auftritt Anfang kommender Woche in der Lokremise St. Gallen vor, zuletzt während einer Intensivwoche. Sie haben das Stück in einem zeitaufwendigen Prozess selbst geschrieben und mit Hilfe einer Theaterpädagogin sowie den Lehrpersonen Claude Heiniger und Ursula Langenauer einstudiert. Das Theaterstück handelt von einer Welt, in der noch vier Tage Zeit bleiben bis zum Elektro-Untergang. Dieser wird durch einen Meteorit verursacht. Wie reagieren unterschiedliche Bevölkerungsgruppen, darunter Discogänger, Geschäftsleute, Mitglieder einer Gang und Wissenschafter, auf eine drohende Welt ohne Elektronik? Stets an ihrer Seite ist ein Reporterteam, das Stimmen und Bilder einfängt. Zuletzt keimt Hoffnung auf, als ein Wissenschafter eine Maschine erfindet, worauf sich das Unglück doch noch verhindern lässt. Doch dies spielt gar keine Rolle mehr, da die Menschheit Ersatzlösungen gefunden hat und dabei ohne Elektronik glücklich wird.

Ostschweizer Projekt

Zu den diesjährigen Schultheatertagen Ostschweiz haben sich 23 Klassen angemeldet, vier davon aus Speicher, Trogen und Teufen. Sie zeigen sich ihre selbstgeschriebenen Szenen in Mels, St. Gallen und Weinfelden. Pro Tag spielen vier Klassen. Dreimal dürfen die Kinder den Aufführungen anderer Klassen zuschauen, einmal spielen sie selbst. Das Kooperationsprojekt, hinter dem Theater Blitz, die Pädagogische Hochschule St. Gallen und Theater St. Gallen stehen, soll die Freude am Schauspiel fördern.