Vier Rücktritte aus dem
Ausserrhoder Obergericht

Christian Wild, Heinz Zingg, Roger Krapf und Stephan Ramseyer stellen sich nicht mehr für die Wiederwahl ins Obergericht zur Verfügung. Für die frei werdenden Sitze gibt es Kandidaten.

Jesko Calderara
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Das Obergericht besteht aus 18 Mitgliedern.

Das Obergericht besteht aus 18 Mitgliedern. 

Am 10. Februar stehen die Gesamterneuerungswahlen am Obergericht an. Aus dem 18-köpfigen Gremium liegen vier Rücktritte vor. Nicht mehr antreten werden Christian Wild, Heinz Zingg, Roger Krapf und Stephan Ramseyer. Letzterer wurde erst im März des vergangenen Jahres als Oberrichter gewählt. Aus beruflichen Gründen verzichtet er nun auf eine Wiederwahl, denn Ramseyer leitet seit einigen Monaten das Untersuchungsamt des Kantons St. Gallen.

Vor Richterwahlen sprechen sich die Parteien bei der Kandidatensuche jeweils ab. Für ein Amt in der Judikative ist das Parteibuch eher sekundär, denn Richter sind in erster Linie dem Gesetz verpflichtet. Dieses schreibt einige Voraussetzungen vor, die Interessierte mitbringen müssen. Dazu gehören die Schweizer Staatsbürgerschaft und ein Wohnsitz im Kanton. Erlaubt ist auch eine Wohnsitznahme in Ausserrhoden bis Amtsantritt. Ein weiteres Kriterium ist ein guter Leumund, weshalb ein Betreibungs- und ein Strafregisterauszug verlangt werden.

14 bisherige Oberrichter machen weiter

Im Hinblick auf den 10. Februar liegt nun ein gemeinsamer Wahlzettel vor. Neu fürs Obergericht kandidiert unter anderem Rolf Breu aus Heiden. Der 55-jährige Metallbauer arbeitet im technischen Service eines international tätigen Unternehmens für Terrassendächer, Wintergärten und Bauelemente. Zudem ist er Präsident des Handwerker- und Gewerbevereins Heiden. Seit 2010 gehört Breu dem Kantonsgericht an. Zuvor war er während mehrerer Jahre als Jugendrichter tätig. 1999 bis 2010 präsidierte Breu das Jugendgericht. Aufgrund dieser langjährigen Erfahrung als Richter stelle er sich zur Wahl. «Es interessiert mich, auch noch in der obersten gerichtlichen Behörde des Kantons mitzuarbeiten.»

Juristisches Wissen in den Bereichen Strafrecht, Kindes- und Erwachsenenschutzrecht sowie im Bau- und Planungsrecht bringt Ralf Kläger aus Herisau mit. Er ist als Jugendanwalt im Kanton St. Gallen tätig. «Ein Nebenamt als Richter wäre für mich eine wertvolle Bereicherung für meinen beruflichen Alltag», sagt er zu seiner Motivation. Erfahrungen sammeln konnte Kläger darüber hinaus als Ersatzrichter am Militärgericht 6.

Ebenfalls den Sprung ins Obergericht strebt Meinrad Müller an. Der Steuerexperte ist in Niederteufen wohnhaft. Aus der Mittelländer Gemeinde kommt mit Markus Schneider noch ein zweiter neuer Kandidat für einen der frei werdenden Sitze. Er ist Arzt und Psychoonkologe mit eigener Praxis. Die übrigen Mitglieder des Obergerichts treten zur Wiederwahl an. Es sind dies: Susanne Rohner-Staubli, Ernst Graf-Beutler, Walter Kobler (alle Heiden), Ernst Zingg, Bernhard Oberholzer, Daniela Cadosch Autolitano (alle Gais), Samuel Plachel (Schwellbrunn), Hanspeter Blaser, Daniela Sieber (beide Herisau), Patrik, Louis (Stein), Hans-Peter Fischer, Marc Winiger, Florian Windisch und Michèle Gasser Aebischer (alle Teufen). Mit Ausnahme der beiden Vorsitzenden Ernst Zingg (Präsident) und Walter Kobler (Vizepräsident) setzt sich das Obergericht aus nebenamtlichen Richterinnen und Richtern zusammen.